12.12.2019: Mein neuer Weg

Seit 3 Wochen ernähre ich mich fleischfrei.  Natürlich wurde ich gefragt, warum ich mich für diesen Ernährungsweg entschieden habe. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach.

Ich befinde mich mitten im Umzug. Die Küche ist quasi schon eingepackt. Von daher gehe ich, nach der Arbeit irgendwo eine Kleinigkeit essen.  Wenn ich im Schnellimbiss und Co sitze und in einen Burger beiße oder eine Currywurst bestelle, und auf meinem T-Shirt Tierheim Düsseldorf steht, kommt man sich komisch, nein gar verlogen vor. Dazu kommt die Tatsache, dass im Tierheimalltag mit vielem Leid konfrontiert wird, was der Mensch anrichten kann. Auch die Fahrten über die Autobahn, vorbei an großen LKWs, die bis zum Rand mit lebenden Tieren gefüllt sind, treibt einem die Tränen in die Augen.

Deswegen verzichte ich auf Fleisch. Vermissen tue ich nichts.

Durch die Umstellung durchsuche ich das Internet nach Alternativen. Dabei ist mit aufgefallen, dass die Fleischersatzersatzprodukte wesentlich teurer sind als das Schnitzel oder der Braten von Schwein oder Rind. Das verstehe ich nicht!

Ein großer, bekannter Wurstwarenhersteller bietet zum Beispiel 100g Leberwurst für 1,03€ an. Nebenbei produziert diese Firma aber auch veganen oder vegetarischen Brotaufstrich an. Die 100g vegetarische Variante von Leberwurst kostet 2,23€. Ich muss für eine Streichmasse aus Pflanzen wirklich mehr als doppelt so viel bezahlen?  Weiter geht es mit 800g Seitan. Kostet im Internet 15€. Im Gegensatz 1 Kg Schweinefilet kostet, beim Discounter 6,99€.

Ich soll für Pflanzen, die zu Lebensmittel verarbeitet wurden mehr bezahlen als für tierische Produkte? Das steht für mich in keinem Verhältnis. Ein Lebewesen wird gemästet, auf engstem Raum eingesperrt ohne jemals die Sonne zu Gesicht bekommen oder einmal in ihrem Leben eine grüne Weide betreten zu haben.  Ein Milchkalb, lebend hat einen Wert von rund 8€. Das ist der Industrie ein Leben wert. Nicht mehr, nicht weniger.

Aber auf den Zug des Umdenkens springen sie gerne auf. Es ist „IN“ auf Fleisch zu verzichten. Das ist eigentlich auch ein guter Weg. Aber die Firmen möchten von mir profitieren. In dem sie mir Pflanzenkost, zusammengepresst zu einem Ersatzprodukten für horrendes Geld andrehen wollen.

Da läuft doch gewaltig was schief! Ich verstehe das nicht und es macht mich wütend. Welchen Stellenwert hat ein Tier? Für die Industrie hat ein Lebewesen, in dem ein Herz schlägt und Gefühle besitzt anscheinend nicht. Der Stellenwert einer Pflanze ist höher. Sonst würden sie nicht dafür mehr verlangen. 

Solange sich das nicht ändert werde ich mich weiter von den saisonalen und regionalen Beilagen ernähren. Diese Schieflage bin ich nicht bereit zu unterstützen. Solange ich für Haferschleim verdünnt mit Wasser das vierfache bezahle als für Kuhmilch bleibt der Kaffee schwarz!

Wenn ein Tier in der Relation zur Pflanze an das Ende der Nahrungsherstellung gestellt wird ist das eine große Unverschämtheit!

Von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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06.12.2019: Die kleine Tina

Die kleine Tina ist ein junges Vögelchen, das im Baum vor meiner Wohnung wohnt. Geduldig sitzt sie da und wartet auf ihre Mama. Wenn ihr langweilig wird, hüpft sie von Ast zu Ästchen und trainiert ihre jungen Flügelchen. Kleine Tina hat schnell gemerkt, dass vor meinem Fenster eine Schale mit Wasser steht. Aber trinken allein reicht ja nicht. Sobald der erste Durst gelöscht ist, hüpft sie um die runde Schale und scheint darüber nachzudenken, ob man nicht in der Schale, die etwa halb so groß ist wie sie selbst, ausgiebig baden könnte. Wenn kleine Tina lesen könnte, wäre vielleicht ein „bitte nicht vom Beckenrand springen“-Aufkleber angebracht. Einmal stand die Schale noch nicht draußen, da wartete die kleine Tina vor meinem Fenster und schaute etwas fragend in meine Küche. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen und stellte ihr schnell „ihre“ Schale raus. Meine Kanarienvögel sitzen oft auf der anderen Seite der Fensterscheibe und wenn das Fenster offen ist, trennt sie nur ein dünnes Fliegengitter von dem fremden Vögelchen. Anfangs war ihnen das nicht ganz geheuer und sie fingen an, die kleine Tina sehr aufgeregt anzupiepsen. Aber inzwischen haben sie sich an den Dauergast gewöhnt und es scheint, als würden sie sich manchmal sogar unterhalten. Was die sich wohl erzählen? Kleine Tina ist übrigens eine Taube. Auch wenn Tauben leider keinen guten Ruf genießen, ist die kleine Tina sehr liebenswert. Sie kann auch nichts dafür, dass sie eine Taube ist und viele Menschen Tauben nicht mögen. Benannt ist sie nach dem „TiNa macht Schule“-Projekt, denn da ist die kleine Hilfslehrerin namens Tina auch eine schlaue Taube, die die Kinder mit ihrem Wissen begeistert. Ich finde, wir sollten alle eine kleine Tina kennenlernen und mit den Vorurteilen vielleicht mal aufräumen.

von Anita Kreuzer

Anita Kreuzer
Tierschutzlehrerin

 

 

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28.11.2019: Da sind sie ja wieder!

Als Kind bekam ich von meiner Oma eine Kaninchenfelljacke geschenkt. Ich war sehr stolz und liebte dieses kuschelige Fell, das so herrlich weich und blütenweiß war, dass mich die anderen Kinder sogar „Schneeflöckchen“ riefen, wenn ich die Jacke trug.

Ich liebte auch meinen Hund. Eine gedankliche Verbindung zwischen meinem Haustier und dem Fell eines anderen Tieres stellte ich nicht her – dafür war ich noch zu klein.

Heute weiß ich: die Pelzproduktion ist nicht etwa ein Abfallprodukt der Schlachtung, sie ist ein eigener Wirtschaftszweig mit entsetzlich grausamen Methoden. Wer hat sie nicht schon im TV oder den sozialen Medien gesehen? Die Kaninchen, Katzen, Marderhunde, Nerze und Hermeline, eingepfercht in winzige Gitterkäfige. Aufeinandergestapelt und ohne festen Boden, so dass der Kot der oberen auf die unteren Tiere fällt und sich die gequälten Lebewesen an den Gittern ihre Pfoten teils massiv verletzen. Ein grauenvolles Leben, das durch einen nicht weniger grauenhaften Tod beendet wird: aus Zeit- und Kostengründen werden diese Pelztierchen nicht etwa schonend eingeschläfert – man zerrt sie stattdessen aus dem Käfig und schlägt sie mit einem Knüppel so lange auf den Kopf, bis sie tot sind. Oder betäubt. Jedenfalls so, dass man ihnen schnell und ohne Gegenwehr das Fell abziehen kann. Ob sie dabei noch leben ist egal.

Sie schaudern, wenn Sie das lesen? Es ist nicht übertrieben! Vielleicht vergießen Sie sogar eine Träne? Natürlich haben Sie Mitleid! Aber damit helfen Sie keinem einzigen Tier. Nur ein Mittel hilft: wenn es keine Nachfrage mehr gibt.

Deshalb schauen Sie genau hin, wenn Sie irgendetwas mit Pelz kaufen. Da die Produktion von falschem Pelz inzwischen teurer ist als die von Echtpelz, kann man sich auf das Etikett „fake fur“ nicht mehr verlassen. Pusten Sie kräftig und schauen Sie, ob unter den Haaren Leder oder Stoff ist. Bei Leder ist es echter Pelz! 

Und sprechen Sie die Menschen an, die nach Echtpelz greifen oder ihn (gerade jetzt auf den Weihnachtsmärkten wieder überall zu sehen) zum Kauf anbieten. Helfen Sie, unwissende Käufer zu informieren und machen Sie das Leid der Pelztiere publik. Verschenken Sie nichts mit Echtpelz, auch wenn Ihr Kind oder Enkel es sich noch so sehr wünscht. Der Wunsch wird verblassen, wenn Sie Ihre Ablehnung begründen. Und es lernt, dass alles was wir tun Konsequenzen hat – positive wie negative.

Wir können nicht mehr sagen, wir haben es nicht gewusst. Aber wir können dabei helfen, diesen unsäglichen Praktiken ein Ende zu setzen. Je mehr mitmachen, desto schneller bewahren wir die Tiere vor diesem Leid. Bitte, helfen Sie mit!

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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22.11.2019: Was ist ein gutes Zuhause?

Schwierige Frage, und in diesem Fall kann man auch bis zum Ende lesen, und wird feststellen, dass die Frage weiterhin unbeantwortet bleibt. Wenn wir bei Facebook schon mal Vermittlungstiere vorstellen - was wir sehr selten machen, weil wir oft schon im Vorfeld ahnen was da auf uns zukommt - sind die Reaktionen immer sehr ähnlich.

Vor allem wird - je nach "Beliebtheit" des vorgestellten Tieres - relativ schnell der Vorwurf gemacht "DIE WOLLEN JA GAR NICHT VERMITTELN!", oder "EIN LEERES TIERHEIM BRINGT JA KEIN GELD!". Quatsch mit Soße! Wir können vor vielem Angst haben, aber sicher nicht vor einem leeren Tierheim. In diesem Jahr werden wir mehr als 3.300 Tiere aufnehmen - da können wir uns über jede geglückte Vermittlung freuen. Und wir können noch so strampeln und uns nach den Sternen strecken - der Tag, an dem ein Tierheimbetrieb schwarze Zahlen schreibt, ist ferner als der Mond, und bis dahin ist jedes zu stopfende Maul und jeder hungrig aufgerissene Schnabel trotzdem zu ver- und zu umsorgen.

Das bedeutet aber nicht, dass wir jedem Hinz und Kunz unsere Tierheimtiere anvertrauen oder hinterherwerfen. "Seid doch froh, wenn ihr den los werdet!" - Nein, das ist nicht unser Ansatz. Eine passende Vermittlung lässt sich selten an Quadratmetern, Vermögensverhältnissen oder Jahren Lebenserfahrung festmachen - wir versuchen zu jedem Topf einen passenden Deckel zu finden. Das ist unsere Aufgabe - nicht mehr und nicht weniger! Und wenn wir gerade keinen passenden Topf haben, muss der Deckel halt auch mal ein bisschen Geduld haben. Vermittlungen mit der Brechstange bringen nichts. Früher oder später wird schon der richtige Topf zum Tierheimtor hereinkommen, und dann passt es perfekt: wenn beide vielleicht schon ein paar Beulen oder Macken haben, aber wir füreinander gemacht sind.

Selbstkritische Betrachtung liegt leider nicht in der Natur des Menschen. "Ein besseres Zuhause als bei mir werden sie nicht finden!" - diese Aussage müssen wir leider in vielen Fällen mit einem ganz klaren "Doch!" beantworten - wenn auch nur insgeheim. Wer bereit ist sich zu kümmern, oder die eigenen Haltungsbedingungen zu überdenken und zu verbessern, ist herzlich eingeladen sich nach einem passenden tierischen Mitbewohner bei uns umzuschauen, wer aber erwartet, dass wir uns von "Mein Nachbar hat schon seit 40 Jahren Schäferhunde!", oder "Ich habe mein Leben lang nur einen einzelnen Wellensittich bei mir Zuhause." beeindrucken lassen, den müssen wir ziehen lassen. Natürlich immer mit der Gewissheit, dass spätestens im Einzelhandel doch ein einzelnes Kaninchen zusammen mit einem "120 mal 80er-Nagerverlies" gekauft wird.

Da die meisten Tiere mit Abgabe ins Tierheim schon das Schlimmste in ihrem Leben hinter sich haben, ist es auch unsere verdammte Pflicht zu Hinterfragen und kritisch zu sein. Unser Anspruch ist es, dass Mensch UND Tier im Idealfall bis ans Lebensende miteinander glücklich sind.

Diese Messlatte werden wir auch in Zukunft anlegen, und wem das nicht passt, der muss von uns kein Tier übernehmen. Wir sind ziemlich sicher, dass wir trotzdem früher oder später für jeden Topf das passende Deckelchen finden...

von Timo Franzen

Timo Franzen
Tierheimleiter

 

 

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14.11.2019: TGI-Was ist das denn?

TGI bedeutet „Tiergestützte Intervention“ und beschreibt ein Arbeitsfeld, das erst seit wenigen Jahren in Deutschland an Bedeutung gewinnt. Der Einsatz von Tieren in unterschiedlichen sozialen, therapeutischen und pädagogischen Bereichen wird zunehmend wissenschaftlich begleitet und hat sich in den USA, der Schweiz, Österreich und Schweden schon länger etabliert.

Da wir demnächst auf unseren eigenen Hof ziehen und neben unseren Schafen und Ziegen auch Hühner und Kaninchen halten werden, wollten wir uns für unsere Schulveranstaltungen in der TGI weiterbilden. Gerade Nutztieren, wie dem Schaf und dem Huhn, werden Charaktereigenschaften zugesprochen, die sich für den Einsatz mit Kindern eignen. Doch wie bildet man die Tiere aus? Und wie geschieht dies möglichst artgerecht ohne, dass die Tiere ausgenutzt werden und in ihren Bedürfnissen zu kurz kommen? Wir distanzieren uns beispielsweise sehr von dem Einsatz von Delfinen in der Therapie, da aus Tierschutzsicht das Leben der Tiere eindeutig nicht Delfin-gerecht ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Auf der Suche nach einer geeigneten Fortbildung stießen wir auf „Tomte´s Hof“ an der Nordsee. Der zertifizierte Begegnungshof arbeitet sehr erfolgreich und vorbildlich mit Schaf, Ziege, Esel & Co. und hat dabei die artgemäße Haltung der Tiere und ihre Bedürfnisse stets im Auge. Also machten Yvonne und ich uns auf den Weg mit dem TiNa-Mobil gen Norden.

Die erste Woche der zweigeteilten Fortbildung haben wir soeben hinter uns und sind total begeistert und beeindruckt. Wir haben viel über die artgemäße Haltung und Sozialstrukturen der Tiere gelernt und können einiges auf unserem neuen Hof in den Planungen berücksichtigen. Besonders positiv ist uns der Umgang mit den Tieren aufgefallen. Sensibel und rücksichtsvoll wird dort mit den Tieren gearbeitet und das Vertrauensverhältnis hat hohen Stellenwert. Und genau das ist die Kunst. Es geht nicht darum, die heilsame Wirkung der Tiere in nur eine Richtung auszunutzen und sie zu vermenschlichen oder zu instrumentalisieren. Tiere sind weder Kuscheltiere, noch Kissen oder Wärmflasche. Vielmehr geht es darum, im gut strukturierten und überlegten Einsatz eines Tieres mit seinen artspezifischen Möglichkeiten den Menschen in seiner Entwicklung und Persönlichkeit zu fördern. Diese Begegnungen sollen bereichern. Uns jedenfalls hat die Woche auf Tomte´s Hof schon viel gebracht.

Im zweiten Modul nächstes Frühjahr steht dann das Training der Tiere im Vordergrund. Wir sind sehr gespannt…

von Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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07.11.2019: Ist das nicht ein ….? Teil 2

Vergangene Woche habe ich hier ja bereits über die Auflagen geschrieben, die man erfüllen muss bevor man einen Listenhund aus dem Tierschutz bekommt. Leider ist es damit aber noch nicht getan:

Als Erstes kommt das Ordnungsamt vorbei und schaut sich die Wohnverhältnisse an.  Dabei ist die Ausbruchssicherheit ein wesentlicher Faktor. Wenn der Hund aus der 4.Etage springt wird er das wohl kaum überleben, wenn er es aber schafft, die Tür zu öffnen und durch das gesamte Haus – und weiter nach draußen – zu entwischen, stellt er eine potentielle Gefahr dar. Also müssen beispielsweise die Türklinken nach oben gestellt werden.

Bei Parterrewohnungen mit Garten muss dieser komplett umzäunt und der Zaun mindestens 1,80 m hoch sein. Ein Gemeinschaftsgarten mit anderen Nachbarn ist da schon nicht mehr möglich.

Man muss immer in der Lage sein, den Hund unter Kontrolle zu haben. Beschwipst Gassi gehen? Geht nicht! Mit verstauchtem Knöchel? Geht nicht!  Mal eben schnell vor einem Geschäft anbinden? Bloß nicht!

Die Leine muss stabil und darf nicht länger als 1,50 m sein – Flexileinen haben schon dazu geführt, dass Listenhunde eingezogen wurden…

Selbst wenn der Hund den Wesenstest bestanden hat und damit Maulkorbbefreiung bekommt, bleiben diese Auflagen bestehen. Der Wesenstest gilt ohnehin immer nur für die Person, mit der er den Wesenstest gemacht hat. Paare müssen also beide die Prüfung mit ihm bestehen, sonst muss er bei demjenigen, der den Test nicht mitgemacht hat, Maulkorb tragen. Damit entfällt auch die Möglichkeit, den Listenhund mal bei der Nachbarin zu parken. Wenn sie die behördlichen  Genehmigungen nicht hat, darf man ihn ihr nicht anvertrauen; wenn sie zwar die Genehmigung bekommen hat, aber den Wesenstest nicht mit ihm gemacht hat, darf sie zwar mit ihm Gassi gehen, er muss aber Maulkorb tragen.

Rüden müssen kastriert werden, und falls es einmal zu Nachwuchs zwischen einem Listen- und einem „normalen“ Hund kommt, ist das umgehend dem Ordnungsamt zu melden. Denn ein Hund gilt noch als Listenhund wenn seine Oma einer war.

In jedem Bundesland gelten andere Regeln. Manche – wie z.B. Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen – haben die Listen abgeschafft. Dort gilt ein Hund als gefährlich, wenn er sich gefährlich gezeigt hat. Unabhängig von der Rasse. Die einzig vernünftige Regelung, aber eben auch die seltenste. Besonders idiotisch ist, dass in unterschiedlichen Bundesländern unterschiedliche Hunderassen auf der Liste stehen. Gehe ich also in Schleswig-Holstein mit meinem Staffordshire Terrier spazieren, ist er ein ganz normaler Hund. Überschreite ich jedoch die Grenze zur Hansestadt Hamburg ist er ein Listenhund und damit gefährlich. Problematisch ist das besonders, wenn man von einem Bundesland in ein anderes umziehen will. Die Haltergenehmigung für meinen Hund zu bekommen, wenn ich beispielsweise nach Bayern umziehen wollte (was ich nicht will!) ist fast unmöglich.

Auch andere Länder haben ihre eigenen Gesetze. So darf ich beispielsweise mit meinem Hund auf keinen Fall die Grenze nach Frankreich überschreiten. Nicht mal kurz, z.B. um im Elsass schnell einen Flammkuchen zu essen oder um auf dem Weg nach Spanien ein Stückchen durch Frankreich zu fahren. Verboten! Interdit! Keine Gnade! Dänemark sollte man bekanntlich ja ohnehin meiden, wenn man einen größeren und/oder kräftigen Hund hat, aber auch viele andere EU-Länder haben striktes Einreiseverbot. 

Wo können wir mit unserem Listenhund unbeschwert Urlaub machen? In Italien, Belgien und den Niederlanden zum Beispiel. Dabei hatte Holland viele Jahre lang ein so strenges Listenhundegesetz, dass man als Besitzer niemals einen Schritt über die Grenze gewagt hätte. Aber dann kam eine Regierung, die die Unsinnigkeit der ganzen Sache gesehen und das Listenhundeverbot abgeschafft hat. Und siehe da, es werden gar nicht permanent unschuldige Niederländer angefallen  und zerfetzt…

Mein Mann und ich erfüllen alle Auflagen, unser Hund hat den Wesenstest mit Bravour bestanden (ein Golden Retriever und ein Weimaraner haben das nicht geschafft) und für den Fall, dass einer von uns auf Dienstreise ist und der andere krank wird, hat meine Freundin ebenfalls alle Auflagen erfüllt, damit sie notfalls einspringen kann. Trotzdem ist uns bewusst: wenn wir mit unserem Hund spazieren gehen, ihn ein anderer freilaufender Hund attackiert und unserer sich wehrt, sind immer wir die Dummen. Einfach nur, weil wir den Listenhund haben.

Trotz allem haben wir es nie bereut und würden auch immer wieder einen Listenhund nehmen. Man muss sich halt bewusst sein, was es alles zu beachten gibt, und man muss bereit sein, diese Einschränkungen für seinen Hund auf sich zu nehmen. Wer diese Bereitschaft nicht hat, sollte sich keinen Listenhund anschaffen.

Er liegt wieder neben mir und schnarcht. Für ihn erfülle ich gerne alle Auflagen und Italien ist auch ein tolles Urlaubsland!

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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31.10.2019: Ist das nicht ein ….?

Wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin gibt es unter den Menschen, die uns begegnen nur zwei Reaktionsmöglichkeiten:

1) Entsetzen, giftiger Blick auf mich, demonstrativ großer Bogen um uns herum

2) breites Lächeln, begeisterter Blick auf mich, Ansprache „So ein schöner Hund!“ „Der schaut aber lieb!“ oder ähnliches.

Variante 2 ist dann meist gefolgt von „Das ist doch ein, ähm …?“  dann wird gezögert und ich ergänze „Genau, das ist ein Listenhund; landläufig auch Kampfhund genannt.“ Weiter geht’s: „Und der ist so brav. Da sieht man mal wieder, das andere Ende der Leine macht den Hund aus.“ Dem kann ich nur zustimmen. Nächste Frage: „Wo haben Sie den denn her?“ Ja natürlich aus dem Tierschutz. Denn was die wenigsten wissen: in Deutschland ist es nicht erlaubt, Listenhunde aus dem Ausland zu holen. Oder von Privat. Oder von vorgeblichen Züchtern (das Züchten von Listenhunden ist hier nämlich verboten.) Es ist nur eine Möglichkeit erlaubt: alle behördlichen Auflagen zu erfüllen (Führungszeugnis, Sachkundenachweis, Haftpflichtversicherung, Vermieterbescheinigung) um die Halteerlaubnis zu bekommen und einen Listenhund aus dem Tierschutz holen zu dürfen. Alles andere ist illegal, und der Hund wird sofort eingezogen wenn es herauskommt. Rückgabe ausgeschlossen. Dann sitzt das Tier oft bis an sein Lebensende im Zwinger, was für diese meist ausgesprochen verschmusten und menschenbezogenen Hunde sehr schwer zu ertragen ist.

Aber durch die genannten Auflagen (und einige mehr, die im Alltag zu befolgen sind) sind Listenhunde nun mal schwer vermittelbar. Bestes Beispiel ist unser Cäsar, der sogar mit seiner Gassigängerin den Wesenstest bestanden hat und damit in Düsseldorf nur den normalen Hundesteuersatz zahlen müsste.

Auch mein Hund hat, nachdem er offensichtlich erst misshandelt und dann ausgesetzt wurde, einige Jahre im Tierheim verbracht. Bis er das Glück hatte, Menschen zu finden die ihm ungeachtet der Auflagen und der nicht unerheblichen Macken, die er aus seinen ersten schlechten Erfahrungen mitbrachte, ein Zuhause geben wollten. Er war nicht unser erster Listenhund und er wird nicht unser letzter sein.  Nicht weil er „so ein schöner Hund“ ist, oder „so lieb schaut“ sondern weil er es nicht verdient hat, durch die Ungerechtigkeit dieses Hundegesetzes, das sämtliche wissenschaftlichen Belege zum Aggressionsverhalten von Hunden ignoriert, zu einem Leben hinter Gittern verdammt zu sein.

Er liegt gerade neben mir, wie immer ganz nah um zu spüren, dass ich da bin. Er schnarcht. Ich bin froh, dass ich ihn habe.

 von Winnie Bürger

Mitglied des Vorstands

 

 

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24.10.2019: TiNa macht Schule in der Förderschule Düsseldorf

Die Tage hatten meine Kollegin Natascha Karvang und ich zum ersten Mal zwei Doppelstunden in einer Förderschule (6.&7.Klasse) Was eine neue Erfahrung!

Kinder mit Lern- bzw. Konzentrationsschwächen, Migrationshintergrund, dementsprechend schlechten Sprachkenntnissen, Flüchtlingskinder mit Traumata, Kinder aus schwierigen Verhältnissen und Verhaltensauffälligkeiten, die im Alter von 13 Jahren nicht richtig lesen und schreiben können, für uns eine absolute Herausforderung. Und wir hatten auch noch ein Konzept zum Thema Nutztiere mit Stationsarbeit im Gepäck, die Methode, die den Schülern größte Eigenmotivation und Lernwille abverlangt.

Beide Klassen waren zu Anfang sehr aufgedreht und es war ein sehr schwieriger Einstieg. Als dann der erste Schüler, der weder auf uns, noch seine Lehrerin hörte, rausgeschickt wurde, hatten wir innerlich damit abgeschlossen und dachten, das wird heute nichts. Doch langsam wendete sich das Blatt…

Die drei Stationen waren Schwein, Huhn und Kuh und es ging um Unterschiede in der konventionellen und der Bio-Haltung. Die Lehrerin und wir teilten uns auf.

Die Kinder haben nach Anfangsschwierigkeiten überraschenderweise gut mitgemacht. Zwar haben wir umdisponiert, viel vorgelesen und die Kinder anleiten müssen, aber es klappte! Nach unserer Nachfrage, wie es gefallen habe, hieß es zwar im teilnahmslosen, lässigsten Ton kurz und knapp „cool“, aber immerhin! Damit haben wir am Anfang der Stunde nicht gerechnet. „Und was habt Ihr heute gelernt, was Ihr vorher nicht wusstet?“ „Ähhm, Schweine sind gar nicht dreckig, so!“ Und wo überall Schwein drin ist, konnten sie auch kaum glauben.

Auch wenn diese neue Erfahrung für uns sehr anstrengend war, denke ich im Nachhinein, dass gerade solche Kinder unsere Aufmerksamkeit verdient haben! Sie haben andere, große Probleme in ihrem Leben und trotzdem zeigten sie Empathie und waren bestürzt über das Leben der meisten konventionell gehaltenen Nutztiere. Vielleicht nehmen sie diese Gedanken mit nach Hause, wenn sie das nächste Mal den Kühlschrank öffnen und Milch oder Eier nehmen. Bei Licht betrachtet kann man sagen: Das macht Sinn. Ein schöner Erfolg.

von Yvonne Rieser

Yvonne Rieser
Tierschutzlehrerin Tina macht Schule

 

 

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17.10.2019 Neues am Donnerstag - heute mal am Freitag!

In dieser Woche können Sie "Neues am Donnerstag" ausnahmsweise erst am Freitag lesen. Dies hat einfach damit zu tun, dass im alltäglichen Tierschutz- und Tierheimbetrieb zwar alles bis ins feinste geplant werden kann, dann aber doch kurzfristig - manchmal reicht nur ein Telefonanruf - über den Haufen geworfen werden muss. 

In diesem Fall ist die verantwortliche Betreuerin dieser beliebten Rubrik im wohlverdienten Urlaub, und die ernannte Vertretung kurzfristig erkrankt. Der einen Kollegin wünschen wir einen erholsamen Urlaub, der anderen eine gute und schnelle Besserung.

Im Tierheimalltag sind wir täglich mit diesem Phänomen konfrontiert. Hier muss der Ablauf einer ganzen Abteilung, manchmal sogar des gesamten Tierheimbetriebs, von jetzt auf gleich über den Haufen geworfen werden.

Allein in den letzten sieben Tagen stand unser Mitarbeiter-Team mehr als einmal vor der Situation innerhalb kürzester Zeit für die Unterbringung einer großen Anzahl von Tieren zu sorgen. Zuerst mit einer Sicherstellung von insgesamt 15 Hunden - 13 davon erst knapp 14 Tage alt, die dazugehörende Mutter, nach einer notwendigen Behandlung in der Tierklinik mit diversen Medikamenten versorgt die ihren Welpen Schaden zufügen könnten, nicht mehr in der Lage sich um ihren Nachwuchs selbst zu kümmern. Also wurden die Babys erst einmal direkt im Tierheim mit Aufzuchtsmilch versorgt, und dann auf sechs Mitarbeiter verteilt... - im "normalen" Arbeitsalltag eine echte Herausforderung, wie wir in den kommenden Tagen jeden Morgen sehen konnten. Auf dem gesamten Gelände waren in den ersten Tagen "Zombie-Tierpfleger" zu beobachten, die vom erholsamen Schlaf nun nur noch im Stehen träumen konnten. Inzwischen hat sich alles eingespielt und die Welpen wachsen und gedeihen.

Samstag haben wir dann von einem anderen Tierschutzverein aus der Eifel fast 40 Kanarien- und Kleinvögel aus einem Sterbefall übernommen. Auch hier mussten unsere Vogelpfleger innerhalb von zwei Stunden schnell eine geeignete Voliere freiräumen und vorbereiten.

In dieser Woche waren dann unsere Kleintierpflegerinnen gefordert. Es meldete sich eine Frau mit einer abenteuerlichen Geschichte von 23 ausgesetzten Kaninchen in einem Pappkarton. Die Story um den Fund der, teilweise wenige Stunden alten, Kaninchen wurde immer seltsamer. Aus taktischen Gründen haben wir zuerst alle Tiere aufgenommen und erstversorgt. Dann haben wir die "Finderin" noch mal in die Mangel genommen und unsere Bedenken an der Geschichte vorgetragen. Unter Tränen gab sie dann zu, dass es sich bei den Tieren um ihre eigenen handelt. Die Haltung eines unkastrierten Pärchens Kaninchen war ihr einfach - im wahrsten Sinne des Wortes - über den Kopf gewachsen! 

So, nun warten wir mal ab, wer uns heute den Tagesablauf durcheinander bringt, aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist das das "Salz in der Suppe" des Tierheim-Tierpflegers...! 

 

von Timo Franzen

Timo Franzen
Tierheimleiter

 

 

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10.10.2019 Welthundetag 2019

Am 10.Oktober ist Welthundetag. Wenn man das so liest klingt es erst mal als wäre die Welt für alle Hunde gleich. Aber das ist sie natürlich nicht!

 

Da gibt es bekanntlich Länder wie Rumänien, Russland, Polen, Griechenland und die Türkei, aber auch unsere beliebten Urlaubsziele Spanien und Italien in denen z.T. massenhaft Hunde herrenlos durch die Straßen streunen. Ausgesetzt, weil sie zu alt, krank, nicht mehr zur Jagd einsetzbar oder einfach lästig sind. Ihr Schicksal: vergiftet oder von Hundefängern in „Tierheime“ mit unsäglichen Haltungsbedingungen gebracht, um dort oft bereits nach wenigen Wochen eingeschläfert zu werden. Oder bis an ihr Lebensende dort eingepfercht zu sein, bei Wind und Regen, zweistelligen Minustemperaturen im Winter oder sommerlichen 38 Grad, ohne warme Decken, ohne Schatten, ohne Wald und Wiesen, ohne Liebe.

 

Wie anders sieht es doch bei uns aus. Da werden Mäntelchen gekauft, manche sogar mit Mützchen d’ran, Halsbänder mit schmückenden Glitzersteinchen, teuerstes Feinschmecker-Futter und mindestens zehn verschiedene Spielzeuge. Das ist nett, aber dem Hund völlig egal.

 

Nicht egal ist ihm dagegen, wenn seine Menschen ihn viele Stunden lang alleine lassen, weil sie ihn zwar angeschafft haben (Er war ja soooo süß!) aber eigentlich gar keine Zeit für ihn haben, oder keine Lust auf Kino, Party, Theater-, Restaurant- oder Museumsbesuche zu verzichten.

 

Nicht egal ist ihm, wenn er im Gegenteil aus demselben Grund überall hin mitgeschleppt wird, ob ihm die Situation (z.B. auf Weihnachtsmarkt oder Kirmes) nun Angst macht oder nicht.

 

Nicht egal ist ihm, wenn er nicht die für ihn passenden Spaziergänge bekommt. Sei es, dass er immer nur dieselbe langweilige Strecke um den Häuserblock geführt wird oder dass er im Gegenteil neben dem Rad herrennen muss, ohne schnüffeln oder mal pausieren zu dürfen.

 

Nicht egal ist ihm, wenn er mit unpassender Nahrung (von Pralinen über Kekse bis hin zum Leberwurst-Bütterchen) vollgestopft immer dicker wird, bis er kaum noch Luft bekommt und ihm die Gelenke durch das Übergewicht permanent Schmerzen bereiten.

 

Nicht egal ist ihm, wenn seine Menschen nur an sich denken und nicht auf seine Grundbedürfnisse eingehen: Wasser, Futter, ein angenehm temperiertes Körbchen in einer ungestörten Ecke, angemessene Bewegung und vor allem viel Zeit mit seinen Menschen und viel Liebe.

Und all dies sein Leben lang. Denn das ist leider auch in unserem Land bei weitem nicht selbstverständlich: dass man seinem Hund auch noch zur Seite steht, wenn er alt und/oder krank wird. Wenn er inkontinent, dement oder unbeweglich wird, wenn er Tierarztkosten verursacht, seine Haare verliert, sein Augenlicht schwindet…

 

Aber Liebe zeigt sich nicht im Leberwurst-Bütterchen. Liebe zeigt sich im Für-einander-da-sein in jeder Lebenslage. Liebe zeigt sich, wenn man die eigenen Wünsche und Bedürfnisse dem geliebten Wesen zuliebe zurückstellt.

Wenn er dann nicht mehr da ist und man ihn bitter beweint, dann kann man immer noch nachholen, was man vorher eine Zeit lang nicht machen konnte. Das hat er verdient, denn er liebt UNS ohne Wenn und Aber. Ob wir schön oder hässlich, klug oder dumm, fit oder faul, krank oder gesund, reich oder arm sind. Auch wenn wir seine Bedürfnisse nicht erfüllen wird er nur still darunter leiden, aber uns trotzdem lieben.

 

Ihnen und Ihrem Hund einen schönen Welthundetag – jeden Tag Ihres gemeinsamen Lebens!

 

von Winnie Bürger

Mitglied des Vorstands

 

 

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02.10.2019: Wildes Kolumbien

Das Jahr verging im Flug und es wurde Zeit für Urlaub. Unschlüssig, wohin es gehen soll, führte mich mein Fernweh schließlich nach Kolumbien. In ein Land voller Gegensätze, rauer Wildnis mit Wüsten, Gebirge, Regenwäldern, Tausenden Kilometern Küste und zwei Ozeanen. Ohne jegliche Erwartungen trat ich die Reise an und ich wurde mehr als überrascht.

Kolumbianer entdecken seit dem Regierungswechsel ihr eigenes Land neu, strahlen unheimliche Lebensfreude aus und heißen Touristen willkommen. Das Schwellenland Kolumbien hat dennoch mit allgegenwärtiger Armut zu kämpfen.

Als Europäer an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt, fällt einem die Armut gerade in ländlichen Regionen sehr auf. Umso überraschter war ich, als mir dann sogar in kleinen Bergdörfern etliche Schilder begegneten, die auf unsere Umwelt aufmerksam machten. „Plastikmüll tötet Tiere“, „Achtet auf unsere Umwelt.“ oder „Spart Wasser!“ prangte auf den nicht asphaltierten Straßen. Nie hätte ich gedacht, dass ein Land, das selbst noch große Probleme hat, sich um die Probleme der Umwelt schert.

Auch das Leben der Straßenhunde überraschte mich. Natürlich gibt es sie und das fast überall. Allerdings habe ich selten einen abgemagerten Hund gesehen und in allen Restaurants standen Näpfe und überall sah ich Kolumbianer, die die Hunde fütterten und streichelten. Das Bild europäischer Straßenhunde sieht da oft trauriger aus…

Womit ich auch nicht rechnete war, in einem Land, welches der drittgrößte Kaffeeexporteur weltweit ist, keinen gescheiten Kaffee zu bekommen. Kaffee hat dort schlichtweg keine Kultur. Die besten Kaffeebohnen werden in Industrieländer exportiert. Genau wie der Bambus. Und Mangos. Mangos gab es übrigens keine, weil schlichtweg keine Saison war. Sehr ungewohnt für den europäischen, verwöhnten Gaumen, der doch eigentlich immer alles kriegen kann, was er will und wann er will. Im Anbaugebiet von Kaffee und Mangos bekam ich beides nicht (der Kaffee, den es zu kaufen gibt, hat den Namen Kaffee nicht verdient), aber Tausende Kilometer entfernt auf einem anderen Kontinent, Anbaugebiet von Äpfeln und Kartoffeln, hatte ich an 6 Tagen die Woche Zugang zu allem. Und da fing ich an, Wut zu empfinden. Wäre Europa eine Person, sie wäre mir äußerst unsympathisch.

Selbst vor dem Meer macht der Einfluss „reicher“ Nationen nicht Halt: Ein paar Tage hielt ich mich in einem Naturschutzgebiet an der Karibikküste auf und begleitete eine Tauchschule, die neben den Tauchgängen für Touristen den Plastikmüll aus dem Meer fischt, sich um Korallenschutz kümmert und den invasiven Feuerfisch bekämpft (und den Touristen serviert). Der Feuerfisch bedroht ganze Korallenriffe, da er frisst, was er kriegen kann und keine natürlichen Feinde hat. Raten Sie mal, wie der dorthin kam. Ursprünglich lebt er im Indopazifik und wurde als Aquarienfisch nach Amerika gebracht, wo er sehr wahrscheinlich ausgesetzt wurde und nun Küstenteile der USA, Karibik und den Golf von Mexiko bedroht. Wieder einmal ein Problem, das ein Schwellenland wie Kolumbien lösen muss, obwohl es eine Industrienation mit dem Wunsch nach exotischen Haustieren verursacht hat.

Immer schmerzlicher wurde mir bewusst, was es heißt, in einem reichen Land zu leben. Wir leben im Überfluss, können fast täglich bis 22 Uhr an Mangos kommen, wenn uns danach ist, können uns Haustiere kaufen, die wir danach wieder loswerden und wir produzieren so viel Müll, dass er in andere, ärmere Länder exportiert wird. Deutschland ist Spitzenreiter für Packungsmüll! Im Übrigen belegen wir den 2. Platz im Papierimport weltweit. Nach den USA. Und die Papierfarmen in Südamerika lassen Regenwälder schwinden. Genau wie für Futtersoja für die deutschen Rinder.

Nachhaltig beeindruckt vom wilden Kolumbien und etwas schwermütig kehrte ich zurück nach Hause. Hut ab vor einem Land, das selbst viele Probleme hat, sich wie viele andere Länder Südamerikas für die Industrienationen prostituiert, auf vieles verzichtet, was ihnen gehören sollte und trotzdem auf seine Umwelt achtet und uns mit offenen Armen empfängt.

von Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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26.09.2019: Nach dem Fest, ist vor dem Fest.

Jeder kennt die Termine, die immer am gleichen Datum stattfinden.  Geburtstage, Weihnachten, Hochzeitstag, … . Das ganze Jahr hat man Zeit um alles zu erledigen oder zu planen.  Nach den Feiertagen nimmt man sich vor, nächstes Jahr bin ich besser vorbereitet. Das passiert mir nicht nochmal, alles immer auf den letzten Drücker. Ich werde planen, vorbereiten, besorgen. Schließlich habe ich ja Zeit. Aber urplötzlich ist der Zeitpunkt und der Moment da. Es kommt einem so vor als wäre die Zeit dahin gerast.  Wie ein Marathonläufer ist das Jahr an einem vorbeigerannt. Man hat es gar nicht so mitbekommen. Steht der Zeitpunkt kurz bevor tauchen die alten Muster wieder auf und der Stresspegel steigt.

„Ich habe ja noch gar keine Weihnachtsgeschenke.  Noch 2 Tage. Ich muss schnell was besorgen!“

„Oh je, der Geburtstag! Ich muss noch Kuchen backen und die Kerzen. Die habe ich total vergessen. Wo ist das Geschenkpapier?“

Was das mit uns zu tun hat? Noch 2 Tage, dann steigt, wie jedes Jahr, unser Tierheimfest. Dieses Jahr haben wir noch früher angefangen alles zu planen.  Trotzdem fühlt es sich an als wäre die Zeit gerast. Was in den 2 Tagen noch zu erledigen ist, lässt die Schweißperlen auf die Stirn treten. Haben wir etwas vergessen? Was muss noch erledigt werden? Schaffen wir alles rechtzeitig? Ist jeder eingeteilt?

Wenn am Samstag alles vorbei ist, werden wir wieder denken:“ Hat alles gut geklappt. Nur nächstes Jahr werden wir versuchen nicht mehr so einen Stress zu haben!“

The same procedure as every year – eigentlich. Wenn nicht doch so wenig Zeit wäre.

Das ganze Team vom Tierschutzverein hofft nun auf gutes Wetter, gut gelaunte Gäste und auf ein schönes Fest. Sehen wir uns am Samstag?

Von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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19.09.2019: Chirurgische Kastration – ein Beobachtungsbericht

Vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit, mir eine chirurgische Kastration anzusehen. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb wurde die Vollnarkose unter Ketamin/Azaperon mit der Vollnarkose unter Isofluran verglichen. Bekanntlich ist Isofluran ein Treibhausgas – also umweltschädlich –, birgt Gefahren für die Ferkel und hat auch zum Teil erhebliche Nebenwirkungen für den Anwender. Deshalb sind die Tierärzteorganisationen einhellig gegen Isofluran und einige Tierärzte weigern sich, diese Narkoseform anzuwenden.   

Alle Nachteile ignorierend will Frau Klöckner die Isofluran-Narkose durch die Landwirte selbst erlauben und hat eine entsprechende Verordnung vorgelegt, die der Bundesrat demnächst genehmigen soll.

Gefahr für die Anwender besteht dabei durch das Einatmen des Gases, das beim Narkotisieren der Ferkel unweigerlich austritt sowie von ihnen in der nachfolgenden Aufwachphase abgeatmet wird. In diesem Zeitraum sollen sich beispielsweise schwangere Frauen nicht im Stall aufhalten, da eine Schädigung des Ungeborenen nicht ausgeschlossen werden kann…

Tierärzte, die mehrere Tiere nacheinander narkotisiert haben, klagen über Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit. Langfristig drohen ihnen bei häufiger Exposition sogar Leberschäden.

Die Hersteller der Narkosegeräte arbeiten daher an einer Verbesserung der Narkosemasken, in die der kleine Schweinerüssel gesteckt wird. Das ist nicht einfach, denn auch Ferkel sind nicht alle genau gleich gebaut, und bei schmalem Rüssel kann seitlich Gas entweichen.

Frau Klöckner kümmert das nicht: „Narkosegeräte, die bereits vor Inkrafttreten dieser Verordnung verwendet worden sind, dürfen weiter verwendet werden, auch wenn sie nicht den Anforderungen nach § 5 Absatz 2 Nummer 6 entsprechen.“ heißt es in der Verordnung. Ja klar, sie selbst betrifft es ja nicht!

Von der Tortur für die Ferkel ganz abgesehen: die werden mit maximal 7 Tagen von Mutter und Geschwistern getrennt um von einem mehr oder weniger geduldigen (Zeit ist Geld!) Landwirt in das Narkosegerät gesteckt zu werden. Das heißt, in eine metallene Vorrichtung, bei der der Rüssel in den Trichter eingeführt, der Bauch mit einem Bügel fixiert, das Schweinchen dann in der Vorrichtung auf den Rücken gedreht, seine Hinterbeine nach vorne geklappt und mit einem weiteren Bügel festgehalten werden. Während vorne das Gas in den Rüssel strömt wird das Tierchen langsam betäubt. Der Landwirt prüft die Betäubung und wenn er der Ansicht ist, dass diese tief genug ist, setzt er sein Skalpell an den Hoden an. Ein Schnitt rechts, Hoden herausdrücken, hochziehen, Samenleiter abtrennen, dann dasselbe am linken Hoden. Auf die Schnitte wird ein Desinfektionsspray gesprüht, das Ferkel aus dem Gerät befreit und für die Aufwachphase in eine separate Box gelegt. Je nach Ausführung können zwei, drei oder vier Ferkel gleichzeitig betäubt werden.

Was für ein Stress für die Tiere! Sie strampeln und quieken, wehren sich heftig gegen das Einlegen ins Narkosegerät, rutschen dem ungeübteren Landwirt fast aus den Händen oder zerren an dessen Nerven. Denn dieses Verfahren kostet ihn ohnehin rund 4 Minuten mehr Zeit als die betäubungslose Kastration, wenn sich das Ferkel sträubt kann es auch noch länger dauern. Bei hundert Ferkeln sind das dann schon rd. 6 ½ Stunden Mehraufwand, die der Landwirt eigentlich für andere Arbeiten benötigen würde. Es fragt sich, wie lange er da die Nerven hat, seine Ferkel ruhig und geduldig in das Gerät einzuspannen.

Nachdem wir dieses Verfahren bei vier Ferkeln ansehen konnten, kamen vier weitere, vorab per Injektionsnarkose mit Ketamin/Azaperon betäubte Ferkel an die Reihe. Da sie bereits narkotisiert waren, gestaltete sich das Einlegen in das Gerät deutlich einfacher. Es wurde auch nur dafür benutzt, die Tiere einzuspannen, damit die Kastration selbst leichter durchzuführen ist – eine zusätzliche Isofluran-Betäubung war natürlich nicht notwendig.

Leider setzt Ketamin die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herab, wodurch die Schnitte heftiger bluten; außerdem ist die Aufwachzeit sehr lang. Zwischen vier und sechs Stunden brauchen die Ferkel bis sie wieder sicher auf den Beinen stehen und zur Mutter zurück können. Eine lange Zeit, die sie nicht gesäugt werden, was bei Ferkel und Sau zu teils erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann.

Neben all diesen Nachteilen hatten wir „Zuschauer“ auch das deutliche Gefühl, dass bei mindestens zwei Tieren jeder Methode die Betäubung noch nicht ausreichend tief war.

Sei es, dass ein Beinchen bei Berührung noch zuckte oder das ganze Ferkel noch leichte Abwehrbewegung zeigte – nicht nur ich hatte den Eindruck, dass man besser noch einige Minuten länger bis zum Eingriff hätte warten sollen.

Und man stellt sich die Frage: wenn schon bei einer Vorführung die Zeit bis zum Eintritt einer sicheren Betäubungstiefe knapp ist, wie wird es dann in der Praxis erst sein?

Nach wie vor: die einzig tierschutzgerechte, schnelle und kostengünstige Methode ist die Impfung.

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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05.09.2019 Die grüne Lunge stirbt

Seit Wochen wüten schlimme Waldbrände am Amazonas. Dass es dort regelmäßig brennt, ist nichts Neues. Dass es derartige Ausmaße angenommen hat, schon. Und dass die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien mit #PrayForAmazonas immens ist, auch. Blöd nur, dass die eigentlichen Feuerteufel wir Verbraucher sind…

Alle 3 Sekunden wird ein Wald von der Größe eines Fußballfeldes dem Erdboden gleich gemacht. Die meiste Fläche davon in den Tropen rund um den Äquator, 76.000 Quadratkilometer pro Jahr. Teure Tropenhölzer werden abgeholzt und verkauft. Dann wird Feuer gelegt und gebranntrodet, um Platz für Soja-und Ölpalmenplantagen, Holzfarmen für Papier und Rinderfarmen zu schaffen. Richtig gelesen, es wird aktiv Feuer gelegt. Und zwar für uns. Da das angebaute Soja in Südamerika hauptsächlich Futtersoja für die Massentierhaltungen der Fleischindustrie in Europa und den USA ist, weil Anbaugebiete fehlen, landet sogar in dem Trog des deutschen Rindes Soja aus Südamerika. Wegen des hohen Fleischkonsums steigt die Nachfrage und die Massentierhaltung frisst dem Tropenwald buchstäblich die Bäume weg. Auch Palmöl ist eine beliebte und billige Zutat diverser Konsumgüter. Ebenso nicht unwesentlich an der Abholzung beteiligt, ist der Papierwahn in deutschen Büros. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Papierimporteur weltweit! Außerdem zerstören wir riesige Kohlendioxidspeicher. Ihre Abholzung macht 15-20% der Treibhausgasemissionen aus und ist damit schädlicher, als der gesamte Verkehr mit seinen Flugzeugen, Schiffen und Autos zusammen. Zeitgleich werden durch das Brandroden potentielle Heilmittel zerstört, bevor sie überhaupt entdeckt werden, denn der Regenwald gilt als größte "Apotheke" der Natur. Ganz zu schweigen von der Vielzahl an Tierarten, die ausgerottet werden, bevor wir sie überhaupt kannten.

Wird weiter gerodet und verbrannt wie bisher, gehören 90% der Tier- und Pflanzenwelt Ende des Jahrhunderts der Vergangenheit an. Wir brennen unsere Sauerstofflieferanten nieder und  nehmen uns buchstäblich den Atem.

Was können wir tun?

Der WWF empfiehlt, auf exotische Hölzer zu verzichten, auf das FSC Siegel, das nachhaltigere Produktionen verspricht, zu achten und weniger Fleisch zu essen. Produkte ohne Palmöl zu kaufen, erhöht die Nachfrage und steigert die Präsenz von Alternativen auf dem Markt. Auch das ein oder andere Blatt nicht auszudrucken, weniger Küchenrolle zu benutzen und auf Recyclingpapier zurückzugreifen, hilft am Ende des Tages dabei, den Planeten nachhaltiger zu bewirtschaften. Ein Blick über den eigenen Tellerrand kann so viel entscheiden...Es müsste also statt #PrayForAmazonas eher #LiveForAmazonas heißen, oder?

von Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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29.08.2019: Nie wieder Fleisch aus Amerika

Lieber Herr Bolsonaro, liebe Regenwald- Brandstifter. Wir haben euch einiges zu verdanken. Nämlich neue Erkenntnisse. Haben wir Naivlinge doch bisher geglaubt, menschliche Dummheit, Gier und Brutalität in aller Breite zu kennen, dürfen wir dank Euch neu lernen:

Schlimmer geht immer!

Während in Europa alle streiten, wie man den Klimawandel bekämpft, was man tun und lassen sollte, um Schritt für Schritt unsere Erde zu retten, kommt aus Amerika, momentan speziell aus Brasilien die Nachricht: der Regenwald brennt! Man benötigt Land um Rinder zu züchten. Damit man dann Europa mit billigem Fleisch überschwemmt. Basta!

Wir versuchen zwar hierzulande, mit Erfolg, den Fleischkonsum einzudämmen und zwar Tier- und Klimaschonend, aber was soll´s. Ihr wisst es eben besser.

Um jede Plastiktüte wird bei uns ein Bohei gemacht, die Jugend wehrt sich, von Angst vor der großen Katastrophe getrieben. Und was macht Ihr?

 Mit nicht zu überbietender Dummheit, Gier und Brutalität sägt Ihr an dem Ast auf dem Ihr alle sitzt. So blöd ist übrigens keine Ameise. Genug ist genug. Ich hoffe inständig, dass jeder Europäer sich lieber die Hand abhacken lässt, als euer schmutziges Fleisch zu kaufen.

 

Auf den zukünftigen Wüsten am Amazonas seid Ihr dann die einzigen Rindviecher, die dort herumlaufen.

Monika Piasetzky

Vorsitzende

 

 

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22.08.2019: Wo soll das hinführen?

Mal wieder brennt mir ein Thema auf den Nägeln, wo ich nicht so genau weiß, wo die Reise hingeht, respektive wo sie enden soll und wird. Es geht um die Fütterung von Wildtieren in unseren heimischen Parks. Ein Thema, das in den letzten Wochen sehr hochgekocht ist, was ich auch ein Stückweit nachvollziehen kann. Der Hitzewelle und die damit einhergehende lange Trockenheitsphase hat den Tieren die Nahrungsgrundlage knapp und immer knapper werden lassen. Betroffen hiervon waren nicht nur die Wasservögel, sondern auch die anderen Parkbewohner, wie Kaninchen. Genau um diese soll es  im Weiteren gehen.

Wildkaninchen fressen so gut wie alles, was pflanzlich ist, im Winter sogar Baumrinde. Ihre Hauptnahrungsquelle sind Gräser, Kräuter und Knospen. Diese müssen nicht einmal frisch und grün sein, sondern sind auch in getrockneter Form als Nahrungsquelle absolut ausreichend. Ja, auch das wurde knapp, sehr knapp sogar, und über Unterstützung in Form von getrockneten Saaten, Kräutern und Heu hätten sich die Kaninchen an mancher Stelle gefreut. In meiner unmittelbaren Nachbarschaft, im Ständehauspark und auch am Landtag war selbst dies nicht nötig, es gab noch genug zu fressen. Doch auch hier wurde Futter verstreut: Salat, Möhren, Kohlrabi, sogar Getreidecräcker aus dem Zoohandel habe ich gefunden. Das ist nicht nur nicht artgerecht, es ist schlichtweg gefährlich für die Tiere und kann zu schmerzhaften und tödlichen Koliken führen. Der Magen-Darmtrakt von Kaninchen ist extremst  empfindlich und anfällig für Aufgasungen. Nicht artgerechtes Futter ist der Hautgrund dafür. Für mich ein klarer Fall von gut gemeint ist nicht gut gemacht, ganz im Gegenteil!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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15.08.2019: Schwein Ohne Pein & Umweltschutz

Bekanntlich engagiert sich unser Projekt „Schwein ohne Pein“ dafür, dass das betäubungslose Kastrieren der männlichen Ferkel baldmöglichst ein Ende findet und durch eine unblutige Methode, nämlich die Impfung gegen Ebergeruch, ersetzt wird.

Das ist Tierschutz in seiner reinsten Form – aber was hat das mit Umwelt- oder gar Klimaschutz zu tun? Mehr als man glaubt!

  • Von den vier möglichen Alternativen: Vollnarkose mit Isofluran, lokale Betäubung mit Lidocain, Ebermast oder Impfung, ist Isofluran ein klimaschädliches Treibhausgas und Lidocain eine (auch zum Strecken von Kokain genutzte) Chemikalie, die sich über Abwasser auch in Fischen und Krebstieren einlagert und gemäß dem Fachjournal Environment International damit ein nicht unerhebliches Umweltproblem darstellt.
  • Während die unkastrierten Eber der Ebermast futtern was das Zeug hält, haben die geimpften Tiere einen geringeren Appetit und fressen etwa 10 % weniger. Dies wiederum bedeutet, sie produzieren auch etwa 10 % weniger umweltschädliche Gülle UND es muss weniger Futter für sie angebaut werden, die Anbauflächen könnten also menschlicher Nahrung zu Gute kommen.

Vergangene Woche wurde in allen Medien der aktuelle Sonderbericht des Weltklimarates IPCC publiziert. In der Süddeutsche Zeitung z.B. konnte man am Freitag, 09.08.2019 in drei verschiedenen Artikeln folgende Sätze lesen:

 

  • „Weltweit stehen Böden, Wälder und Feuchtgebiete vor allem durch die Nahrungsmittelproduktion unter enormem Druck. (…) Das macht Angst. Und es macht wütend auf die Menschen, die es so weit haben kommen lassen (…), noch immer „Ja, aber…“ sagen, wenn es um Klimaschutz geht.“ (…) Die darin enthaltene Bestandsaufnahme zum Zustand des Planeten ist katastrophal und eine Mahnung an die Weltbevölkerung, die Politik und die Wirtschaft. (…) Um die Klimakrise halbwegs glimpflich zu überstehen, wäre jedoch gemeinsames, umsichtiges und vor allem schnelles Handeln notwendig. (…) Konsum müsste stark zurückgefahren werden, Fleischverzicht ist da noch eine kleinere Hürde.“ (Bilanz der Zerstörung, Hanno Charisius)

 

  • „Und schließlich sollten die Menschen sich anders ernähren. „Ohne eine Änderung zu einer gesünderen und ressourcenschonenden Ernährungsweise, die weit weniger tierische Lebensmittel beinhaltet, gibt es kaum eine Chance, den Klimawandel ausreichend zu begrenzen.“ sagt Marco Springmann von der Universität Oxford (…) Der Bericht zeigt, wie eng alles mit allem zusammenhängt. Klimaschutz, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung lassen sich nicht getrennt betrachten.“ (Das verflixte System Erde, Marlene Weiss)

 

  • „Wir brauchen mehr Ökolandbau“ sagt Umweltministerin Svenja Schulze. (…) „Durch die Abholzung von Wäldern, die Ausbreitung des Anbaus von Futterpflanzen sowie die Emissionen aus der Massentierhaltung wird der Klimanotstand weiter verschärft.“ sagte Christoph Thies, Waldexperte von Greenpeace. (…) „Wenn schnell gehandelt würde, gäbe es schon Möglichkeiten.“ sagte Almut Arneth, IPCC-Autorin und Ökologin am Karlsruher Institute of Technology. So könnten Waldschutz oder eine nachhaltigere Landwirtschaft viele Probleme rasch lindern, heißt es im Bericht.“ (Weltklimarat fordert Agrarwende, Michael Bauchmüller und Marlene Weiss)

Natürlich, gemessen an den umwelt- und klimaschädlichen Auswirkungen von Autos, Flugzeugen, Schiffen, Plastikmüll, Pestiziden etc. ist das, was man durch eine annähernd flächendeckenden Eber-Impfung einsparen könnte nur ein kleiner Teil der Lösung. Aber immerhin: bei jährlich 26 Millionen kastrierten Eberferkeln summiert sich auch das. Wir sollten langsam einmal verstehen, dass „Ach, das ist sooo groß, was kann ich denn da schon tun?“ keine Ausrede mehr ist. Das hat Greta Thunberg bewiesen. Nur wenn jeder tut, was er kann – und das möglichst schnell – kann Schlimmeres verhütet werden. Dazu gehören unter anderem entsprechende Maßnahmen in der Landwirtschaft, aber auch, dass die Verbraucher endlich verstehen: weniger Fleisch und dafür mit besserer Qualität ist nicht nur für ihre Gesundheit ein Gewinn, sondern auch für Klima und Umwelt.

Jammern über Hitze, Dürre, sintflutartige Regenfälle, Überschwemmungen, Insektensterben und Abholzungen  bringt uns nicht weiter. Aber Millionen kleiner Maßnahmen, von jedem Einzelnen vorgenommen, machen in der Summe ein großes Ganzes aus.

Fangen wir doch morgen beim Fleisch- und Wurstkauf damit an.

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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08.08.2019: Haustier mit Garantie???

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wollen Sich einen Hund anschaffen. Was ist wichtig. Farbe, Rasse Alter, Eigenschaften, Talente, lebhaft oder ruhig, lustiger oder ernster Geselle, treuer Freund oder Spielkamerad, oder noch etwas anderes?

Entscheidet der Verstand oder der Bauch?  Haben Sie ein Bild im Kopf oder entscheidet im wahrsten Sinne des Wortes der „Augenblick“?

Eigentlich ganz schön schwierige Fragen.

Und dann schaut manch Einer ins Internet. Da wird alles angeboten, was das Herz begehrt. Oder man besucht einen Markt in Belgien, Polen oder sonst wo. Oder man sucht einen Züchter auf. Oder man geht in ein Tierheim.

Also der Reihe nach.

Im Internet einen Hund anzubieten, setzt voraus, dass der Besitzer eine Ware anbietet, mit der er nicht wirklich was am Hut hat. Er nimmt in Kauf, dass der neue Besitzer keine Ahnung hat, worauf er sich einlässt. Ist das Tier einmal gekauft („ein Schnäppchen“), hat man es „an der Backe“. Krank und /oder verhaltensgestört? Nicht doch, der Kleine war putzmunter. Also erst mal zum Tierarzt. Dann wird es meist richtig teuer (hoffentlich) Wenn sich herausstellt, die Angaben über Impfung, liebevolle Aufzucht, (dass ich nicht lache) oder was sonst noch alles versprochen wurde, sind höchst zweifelhaft. Im schlimmsten Fall entspricht das Tier irgendwie nicht den Wünschen und wird weiter gegeben, entsorgt. Für die, die es noch nicht wissen: es handelt sich um Lebewesen, die leiden und fühlen können!

Solchen „Hundefreunden“  bescheinige ich  nicht nur eine  gehörige Portion Blödheit, weil alles Genannte schon seit langer Zeit bekannt ist, sondern auch einen  eklatanten Mangel an Verantwortungsbewusstsein und  fehlenden Respekt vor den Tieren.

Das Gleiche gilt für die Leute, die sich einen Hund vom professionellen Vermehren besorgen. Auch so ein Schnäppchen. Das Schlimme daran ist auch, keiner dieser Verbraucher denkt an die Elterntiere,  an deren Ausbeutung und lebenslanges Leid. Einfach mal den Verstand einschalten. Oder vielleicht sogar das Herz sprechen lassen. Und dann: Finger weg!

 

Es gibt bereits genug Hunde auf der Welt, man braucht sie nicht zu züchten. Damit sind wir beim dritten Punkt. Natürlich gibt es Züchter, die sich Mühe geben und nicht unseriös sind.

Reinrassigkeit ist hier das Kriterium. Wer`s braucht. Der Hund als Statussymbol.

Man kann es sich schließlich leisten.

Aus all den genannten Kategorien werden aber leider viele, ob teuer oder nicht, irgendwann abgegeben, aus den verschiedensten Gründen. Manchmal, das muss man fairerweise sagen, schlägt auch einfach das Schicksal zu. Sie landen dann, wenn sie Glück haben, in einem gut geführten Tierheim.

Natürlich kann ich hier nur stellvertretend vom Tierheim Düsseldorf sprechen, aber ich behaupte, vielen von den Hunden, die sich bei uns befinden, geht es so gut wie niemals vorher in ihrem Leben.

Das hat natürlich Ursachen. Zunächst wird die Gesundheit, im Rahmen der Möglichkeiten, und das körperliche Wohlbefinden sichergestellt. Wir haben eigene Tierärztinnen, erfahrene professionelle Pfleger, eine Hundetrainerin und ein Heer von Gassigehern. Alle zusammen sorgen dafür, dass bei uns im Tierheim keine “armen Hunde sitzen“, sondern wunderbare Tiere, um die man sich liebevoll kümmert, die unseren Besuchern und Interessenten gefallen. Nun kommt das Wichtigste. Enge Zusammenarbeit der einzelnen Betreuer, angestellt und ehrenamtlich, helfen dabei, jedes Tier, so gut es geht, kennen zu lernen. Durch viele Fragen und Gespräche findet man meistens heraus, wer zu wem passt. Grundregeln des guten Hundebenehmens werden natürlich auch vermittelt.

Nur so kann es gehen.  Wenn sich dann Hund und Herrchen/Frauchen gefunden haben, ist unsere Aufgabe noch nicht beendet. Wir halten in jedem Falle den Kontakt, prüfen die Situation  und wenn Probleme auftreten, helfen wir natürlich. Sollte es im Ausnahmefall doch nicht funktionieren, nehmen wir das Tier zurück, denn es gibt immer eine neue Chance für beide Seiten.

Weil das bei uns so gut klappt, können wir uns auch erlauben Tiere aus dem Ausland zu holen, ihr Leben  zu retten und lebenswert zu gestalten. Wir sind immer wieder begeistert von ihnen. Das ist Tierschutz. Und das macht Freude. Es ist nicht die Welt ein Tier zu retten, doch für das Tier bedeutet es die ganze Welt.

Es gibt sie also, die Haustiere mit Garantie. Bei uns im Tierheim. Wir müssen aber vorher viel investieren. Liebe, Geduld, Arbeit und viel fachliche Kenntnisse. Das machen wir aber nicht, um Geld zu verdienen. Im Gegenteil, das kostet. Das machen wir für die Tiere, die sind es uns wert. Aber  auch dafür, dass die Menschen glücklich werden mit ihrem treuesten Freund.

Monika Piasetzky

 

 

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01.08.2019 Von Stroh im Haar und Kuh-Sabber

Bis es dunkel wurde, draußen sein, die Nase in den Matsch graben, auf Bäume klettern oder stundenlang im Stall im Stroh spielen, das sind Kindheitserinnerungen, von denen meine Generation (30+) noch erzählt. Vor allem die Sommerferien waren der Startschuss für das Freiheitsgefühl, das uns Heranwachsende schweben ließ. Und unsere Eltern ließen uns gewähren…

Für Schulen bieten wir mit dem Projekt TiNa (Tier- und Naturschutz im Unterricht) auch in den Ferien Ausflüge an. Da viele Eltern berufstätig sind und kein Arbeitgeber einen 6-wöchigen Urlaub genehmigt, sind es also die Schulen, die jedes Jahr wieder  nach Ausflugszielen und Ferienprogrammen suchen.  Ein paar Schulen entdeckten unsere Ausflugsangebote zu unseren Partnerhöfen: ein Pferdeschutzhof in Düsseldorf, ein Kuh-Gnadenhof in Wegberg. Da wir ein Bildungsangebot sind, wird Wissen natürlich auch in den Ferien vermittelt, allerdings sehr spielerisch und mit ganz viel Spaß. Gestern war einer dieser Ausflugstage. Eine unserer „Stammkunden“-Schulen besuchte uns bei Erika&friends, dem Gnadenhof in Wegberg. Unser „Programm“ war Erikas Heusuche, bei der die kleinen Bauernhofdetektive nach Kuh Erikas gestohlenem Heu fahnden sollten. In einer kleinen Rallye galt es, unterschiedliche Rätsel zu lösen, den Hof kennenzulernen und im Sand nach Hinweisen zu graben. Als das Heu schließlich an der großen Kuhwiese, ganz zufällig neben großen Schatzkisten mit allerlei Geschenken, gefunden wurde, durften die Kinder die 50 neugierigen Kühe füttern. Eine kollektive Zurückhaltung herrschte und oft fielen die Worte „Iihhhh, die sabbern ja…“ Viele Kinder wichen zurück, sobald der große Kuhkopf der kleinen Hand mit der Möhre näher kam. Für die meisten war es das erste Mal mit den Tieren, die uns Milch liefern. Nach einer Mittagspause in der Scheune, bei der uns nistende Schwalbenfamilien Gesellschaft leisteten, konnten die Kinder an der Kuh-Station mehr über Milch lernen. Altersgerecht vermittelten wir, wo die Milch her kommt, worin sie überall enthalten ist, wie die meisten Milchkühe leben müssen und wie wir ihnen helfen können. Neben „Wir können ihnen leckeres Futter geben“ und „Wir können ihren Stall sauber machen, dann freuen sie sich!“ fielen auch Sätze wie „Wir können solchen Gnadenhöfen mit Geld oder Futter helfen“ und „Wie wärs, wenn wir einfach weniger Milch kaufen würden?“. Mit verbundenen Augen konnten die Kinder dann Alternativen wie Hafermilch oder vegane Schokolade probieren und waren total begeistert, wie gut Verzicht schmecken kann.

„Und was machen wir jetzt?“ hieß es dann.

Dann gaben wir den Startschuss für ein bisschen Freiheitsgefühl. Heutzutage müssen die Kinder so viel leisten. Nach der Schule, werden Hausaufgaben gemacht, im Sportverein trainiert, Gesangs- oder Klavierunterricht genommen und nach dem Abendessen wird geschlafen. Das gilt natürlich nicht pauschal für alle Familien, es ist aber ein unverkennbarer Trend, von dem uns auch die Betreuer erzählen.

„Jetzt dürft ihr frei sein, spielen und die Tiere füttern, wenn ihr wollt.“ Große Kinderaugen sahen einem entgegen und völlig verblüfft liefen die ersten Kinder los. Als wir dann noch sagten, dass sie sogar auf den alten Mähdrescher dürfen, und das ungläubige „wirklich??“ bejahten, wich der Zweifel dem puren Glück. Alles was dann passierte, war wie in einem Kinderbuch. Zwischen gackernden Hühnern, die frei umher liefen, fuhren stolze Kinder mit Schubkarren und Autos beladen mit Leckerlies und Stroh. Lachend spielten sie im Sand, fanden brütende Hühner, fütterten die Kaninchen und zählten die Katzen. Die Jungs auf dem Mähdrescher waren stolz wie Oskar, die Mädels bei den Pferden hatten alle schon ihr Lieblingspferd.  Jetzt waren sie tatsächlich Bauernhofdetektive.

Am schönsten war es, die Kinder zu beobachten, die die Kühe fütterten. Jetzt sah es nämlich anders aus: Ausnahmslos hingen sie den Tieren regelrecht am Hals, ließen sich abschlecken, kraulten sie am Kopf und besonders den Bullen Gabriel erklärten sie zu ihrem neuen besten Freund. Sie gingen auf Entdeckertour und das sah man ihnen an: Stroh in den Haaren, sandige Hände, Kuhsabber auf dem Arm, die Möhre in der Hand und ein breites Grinsen im Gesicht. Ein bisschen schienen sie zu schweben…

von Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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25.07.2019: Kasematten oder Rimini….

Es ist nicht zu übersehen: Es ist Sommer! Wie jedes Jahr stellt sich die Frage, bleibt man zuhause und genießt da schöne Wetter am heimischen Rhein oder zieht es einen doch in die Ferne. Es locken, Sonne, Strand und Meer. Man möchte entspannen, Probleme möglichst ausblenden und einfach eine schöne Zeit im Kreise seiner Lieben verbringen.

Also geht es ab in den Flieger, schließlich sind viele Sonnenziele innerhalb von nur wenigen Stunden zu erreichen. Kaum am Urlaubsziel angekommen, wird die Gegend erkundet und oftmals ist es dann schon soweit…Versteckt an Müllcontainern, oder auch offen sichtbar in der Hotelanlage und der Strandpromenade fallen einem, mehr oder weniger gepflegte, herrenlose Katzen oder auch Hunde auf.  Auch gibt es, in manchen Gegenden, regelrechte Märkte, auf denen Hunde- oder Katzenwelpen an Touristen verkauft werden.

Das Mitleid ist geweckt

Verständlicherweise wächst bei Tierfreunden nun das Bedürfnis, diesen Tieren zu helfen.

Jedoch kann sich diese Hilfe in zwei komplett unterschiedliche Richtungen entwickeln. Bei beiden Optionen steht die vermeintliche Hilfe für die Tiere im Vordergrund. Doch gut gemeint ist oftmals nicht gut gemacht!

Nehmen wir als Beispiel das kleine, vielleicht 6 Wochen alte, mit seiner Mutter und seinen Geschwistern an der Promenade lebende, hübsche rot-weiße Kätzchen:

Dies wird nun über den Zeitraum des Urlaubs, im Schnitt also über 14 Tage, jeden Tag gefüttert. Bald schon tagt der Familienrat und es ist klar, das Kätzchen muss mit nach Deutschland! Ein Transportbehältnis wird organisiert und im Überschwang der Gefühle macht man sich überhaupt keine Gedanken über etwaige Papiere oder Einreisebestimmungen. Kurz wird zwar über das Schicksal der Mutter und den Geschwistern nachgedacht, aber…man kann sie schließlich nicht alle retten und überhaupt, man will doch nur etwas Gutes tun.

Böse Überraschung am Flughafen

Am Heimatflughafen angekommen, glücklich, dass der Neuzugang den Flug vermeidlich gut überstanden hat folgt, bei der Frage der Zollbeamten, nach dem Impfpass und den Papieren die große Überraschung. Nein, so etwas hat man nicht! Als das Kätzchen dann vom Amtsveterinär beschlagnahmt und in das örtliche Tierheim gebracht wird gibt es, nicht nur bei den Kindern, bittere Tränen. Am nächsten Tag dann, nach Rücksprache mit dem Veterinäramt und dem Tierheim, wird langsam klar, dass die Angelegenheit nicht mal eben so aus der Welt geschafft werden kann. Eine mehrwöchige Quarantäne, Untersuchungen und Impfungen stehen an. Das alles wird einiges an Geld kosten. Nein, so hatte man sich das nicht vorgestellt und vor diesem Hintergrund möchte man das Kätzchen dann doch eigentlich gar nicht mehr haben. Es wird an das Tierheim abgetreten, sollen die sich doch darum weiter kümmern.

Während dessen kämpfen die Mutter, die schon bei der nächsten Rolligkeit wieder gedeckt werden wird und sich dabei unter Umständen mit einer tödlichen Infektionskrankheit anstecken wird und die übrigen zurückgelassenen Geschwister an der Promenade um ihr überleben!

Hilfe vor Ort

Wie jedoch sähe eine sinnvolle Alternative aus? Also alles noch einmal auf Anfang. Die Familie, von der wir hier sprechen sieht also bei ihrem ersten Spaziergang die Katzenfamilie und beschließt: Hier müssen wir helfen!

Auf Nachfrage an der Hotelrezeption erhält man die Adresse einer Tierschutzorganisation vor Ort und nimmt Kontakt zu dieser auf.  Dann geht alles ganz schnell. Die Katzenmutter darf mit ihren Welpen in eine Pflegestelle umziehen. Dort werden alle medizinisch versorgt. Die Welpen werden geimpft, entwurmt und erhalten ihre Microchip-Kennzeichnung, das Muttertier wird kastriert. Da die Umgebung, in der sie ihre Jungen zur Welt gebracht hat grundsätzlich auch nicht so ungeeignet ist für eine Katze, kann sie sogar, nach der Kastration,  dort wieder ausgesetzt werden.

Happy End

Unsere Urlaubsfamilie, längst wieder in der Heimat angekommen,  hilft finanziell durch eine großzügige Spende an die Organisation vor Ort, um die Versorgung sicher zu stellen. Das kleine rot-weiße Kätzchen ist ihnen natürlich nicht aus dem Kopf gegangen und soll, nach wie vor, bei ihnen ein neues Zuhause finden. Nachdem man sich gründlich informiert hat, dass so ein kleines Kätzchen auf keinen Fall alleine gehalten werden soll, darf auch ein Geschwisterchen mit nach Deutschland fliegen. Nach ein paar Wochen, in denen man in regelmäßigem Kontakt stand und daher weiß, dass mittlerweile alle Welpen ein gutes neues Zuhause gefunden haben, ist es so weit. Ein Flugpate ist gefunden, der Flug angemeldet und die Familie wartet am Flughafen gespannt auf ihre neuen Mitbewohner. Die Zollbeamten kontrollieren die Papiere, es ist nichts zu beanstanden!

Wieder fließen Tränen, aber dieses Mal sind es Freudentränen. Nicht zuletzt mit dem Wissen, nicht nur einem einzelnen Tier, sondern nachhaltig geholfen zu haben. Genauso sollte es sein und dann ist die Hilfe nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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18.07.2019: Bewahre das Kind in Dir

Im Rahmen unseres Kinder-und Jugendtierschutzprojektes gebe ich viele Führungen durch unser Tierheim. Vor allem vor und in den Ferien kommen viele interessierte Schulen und Kindergruppen, um sich das Tierheim anzusehen. Häufig informiere ich mich vorher bei den Tierpflegern, um von einzelnen Schicksalen oder auch Happy ends erzählen zu können, da ich nur für die Führungen vor Ort bin. Glücklicherweise sehe ich häufig neue Fellnasen und wenige, die ich immer wieder antreffe, was bedeutet, dass gut vermittelt wird. Bevor wir den Rundgang starten, erarbeite ich mit den Kindern zusammen, wozu es ein Tierheim gibt und was es für Gründe gibt, Tiere nicht mehr haben zu wollen.

 Leider erkenne ich nach fast 3 Jahren nämlich eine deutliche Tendenz in den Sommermonaten… Gerade Kleintiere, wie Meerschweinchen oder Kaninchen, sind zu dieser Zeit so zahlreich vertreten, dass der Platz kaum reicht, sie unterzubringen. Die Mehrheit von ihnen wurde ausgesetzt. In einem Karton an einer Bushaltestelle. Oder im Park. Oder direkt vor dem Tierheim. Wenn ich den Kindern davon erzähle, dass gerade in den Sommerferien ganz viele Tiere herzlos (und verbotenerweise) ausgesetzt werden, blicke ich in ratlose, teils wütende Gesichter. Völlige Verständnislosigkeit guckt mir entgegen und ich muss erstmal das Aussetzen an sich erklären. Die Kinder tun sich schwer damit, sich vorzustellen, dass es Menschen gibt, die so etwas tun. Wenn sie dann die einzelnen Tiere kennenlernen und feststellen, wie süß das Kaninchen ist, dessen man sich einfach feige entledigt hat, folgt auf die Sprachlosigkeit die Wut. Was sie dann äußern, was sie mit dem herzlosen Menschen tun würden, behalte ich mal für mich. Und die Tatsache, dass offensichtlich der Urlaub wichtiger als das Tier ist, kommt ebenfalls nicht gut an. „Ich würde zu Hause bleiben, wenn sich keiner um mein Haustier kümmern kann“, kommt dann beispielsweise.

Oft habe ich mich gefragt, wann der Mensch im Laufe seines Lebens diese Unschuld verliert. Diese Selbstverständlichkeit, mit anderen Wesen gut umzugehen und gar nicht auf die Idee zu kommen, ein Tier auszusetzen. Wie viele dieser Kinder, die heute wütend reagieren, werden morgen selbst mal zu rücksichtslosen Erwachsenen? So abzustumpfen und eine Gleichgültigkeit zu entwickeln, gehört das zum Erwachsen sein? Ich bin froh, dass wir mit unserem Projekt die naturgegebene Sensibilität fördern und das Abstumpfen vielleicht etwas hinauszögern und vielleicht sogar gänzlich verhindern. Da gewinnt der Satz „Bewahre das Kind in Dir!“ doch noch mehr an Bedeutung.

Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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11.07.2019: Attraktion Kirmes-Vierbeiner möchten gerne draußen bleiben…

Bunt, voll und laut, das sind wohl die Attribute, die einem als allererstes in den Sinn kommen, wenn man an die Düsseldorfer Rheinkirmes denkt. Vielleicht waren ja auch Sie einer der Besucher, der die Größte Kirmes am Rhein letztes Jahr besucht hat, und bei wunderbarem Wetter über die Rheinwiesen geschlendert ist.  Auch in diesem Jahr werden wieder Millionen an Besuchern erwartet und getreu dem Motto „Höher, schneller, weiter!“ warten neue Attraktionen und Fahrgeschäfte auf die, die sich trauen.

So schön die Szenerie für uns Menschen ist, so beängstigend ist sie aber für unsere Hunde. Sie müssen sich in einer Menschenmenge bewegen, in der sie nichts als Beine sehen. Sie wissen nicht woher der Krach kommt und laufen ständig Gefahr getreten zu werden. Trotzdem sieht man immer wieder Besucher, die meinen ihren Vierbeiner mitbringen zu müssen. Dafür haben wir als Tierschutzverein so überhaupt kein  Verständnis und bitten darum, sollte der Hund diese drei oder vier Stunden die ein Kirmesbesuch dauert, nicht alleine zu Hause bleiben können, ihn doch besser bei Freunden oder Verwandten unterzubringen. So ist es stressfrei für alle Beteiligten.

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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04.07.2019: Tragen Sie Pelz bei 35°?

War das heiß in der vergangenen Woche! Kaum auszuhalten! Also hat Mensch sich luftig angezogen, ist zum Eis essen (vielleicht sogar im Schatten) gegangen oder hat im Freibad das kühle Wasser genossen. Ja, wir Menschen haben die Wahl, wie wir mit der Hitze umgehen wollen. Unsere Tiere leider nicht. Sie tragen auch bei 35° einen Pelzmantel und sind darauf angewiesen, dass wir ihnen einen drohenden Hitzschlag ersparen.

Hunde schwitzen bekanntlich ausschließlich über die Pfoten und die Zunge. Dabei hilft Hecheln und kühles Wasser, die Pfoten kann man aber nur dadurch herunterkühlen, dass der Hund über Wiesen läuft, idealerweise in einen Bach hineingeht oder ähnliches. Das Gehen über heißen Asphalt oder heißen Sandstrand verhindert nicht nur, dass er über die Pfoten abkühlen kann, es führt auch nach wenigen Metern zu entsetzlichen Brandblasen! Probieren Sie es ruhig einmal aus und stellen sich bei praller Sonne barfuß auf den Bürgersteig…

Bei Temperaturen von 25° und mehr sollte kein Hund neben dem Fahrrad (auf dem Herrchen flott vom Fahrtwind gekühlt sitzt) herlaufen müssen.

Besonders die „Plattnasen“, also Mops & Co, leiden bei Hitze extrem unter Atemnot und ertragen höchstens kurze Spaziergänge. Auch alte und/oder herzkranke Hunde sind sehr hitzeempfindlich. Feuchte Handtücher, Kühlhalsbänder etc. erleichtern ihnen das Leben enorm.

Spaziergänge sollte man für alle Hunde am besten in die frühen Morgenstunden verlegen und dann den Rest des Tages nur kurz mit ihnen gehen. Hyperaktive Hunde, die sogar bei hohen Temperaturen noch Action benötigen um ausgeglichen zu sein, kann man wunderbar mit Denkspielchen (Schnüffelbrett etc.) beschäftigen, ohne dass sie sich körperlich verausgaben müssen.

Dass man den Hund niemals – wirklich niemals! – bei Sonne im Auto warten lässt, egal ob man im Schatten geparkt hat oder vorher die Klimaanlage an war oder man meint, in nur 5 Minuten wieder zurück zu sein, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. (Siehe hierzu auch unsere Donnerstagskolumne vom 14.06.2018.)

Aber auch im Garten, am Strand oder wo sonst er sich längere Zeit aufhält, muss er die Möglichkeit haben sich in den Schatten zurückziehen und irgendwo kühles Wasser trinken zu können.

Das schattige Plätzchen mit Wassernapf benötigen natürlich auch Kaninchen, Meerschwein­chen usw. in Freilaufgehegen und auch der Kanarienvogel überlebt mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit, wenn sein Käfig nicht in die pralle Sonne gehängt wird.

Dann noch draußen eine Schale mit Wasser und einer „Ausstiegshilfe“ (z.B. hölzerner Kochlöffel) für Insekten und Wildtiere aufgestellt, und Sie haben alles richtig gemacht.

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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27.06.2019: Nachruf auf einen Tierheimhund….

Es ist sieben Jahre her. Der Hund hieß GANOVE und der Name war Programm. Er war als „gefährlich“ eingestuft, also Maulkorb lebenslang. Border Collie-Mix, groß, schwarz mit weiß und ein schönes Gesicht.  Ich war sofort verliebt. Leider konnte ich ihn nicht zu mir nehmen, er hätte meine drei Katzen wahrscheinlich sofort gefressen. Und nicht nur die…

Wir fanden aber auch bei aller Bemühung keine zu ihm passenden Leute. Wir wissen natürlich nie genau was so ein Tier in der Zeit bevor es zu uns kam erlebt hat. Seiner Prägung nach konnte es bei Gano leider nicht viel Gutes gewesen sein. Er hatte mit Mensch und Tier so gut wie abgeschlossen. Seine Pflegerin, Claudia Jansen konnte an ihn heran, sonst aber niemand.

Dann fing  Annette Grisorio als Hundetrainerin bei uns an. Ihr ging es genau wie mir.  Sofort in ihn verliebt, nahm sie ihn unter ihre Fittiche. Sie konnte ihn auch nicht mit nach Hause nehmen kümmerte sich aber jeden Tag im Tierheim um ihn und schenkte ihm so viel Liebe und Aufmerksamkeit, gepaart mit fachlicher Kompetenz, dass aus dem unsicheren und gefährlichen Hund ein großer Schatz wurde. Er durfte an allem teilnehmen, Spaziergängen in der Gruppe, Hundeschule sowie Spiel und Spaß wann immer sich die Gelegenheit bot. Er gehörte einfach  dazu, das Tierheim war sein Zuhause und er wurde sehr geliebt. Ich glaube und hoffe, er war glücklich.

Heute Morgen  musste er von uns gehen. Im Alter von vierzehn Jahren. Wir trauern so sehr um ihn und er wird seinen Stammplatz in unseren Herzen  niemals verlassen. Für Annette Grisorio und mich war er „unser Hund“.  Und es war ein schönes Leben im Tierheim.

Monika Piasetzky

 

 

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19.06.2019: Was ist nur in Deutschland los?

Die Jugend protestiert gegen den Klimawandel. Überall ist Mikroplastik Thema. Neue Energiequellen werden gesucht. Es wird viel über dem Wandel auf der Erde diskutiert.

Und was passiert? Unsere Landwirtschaftsministerin kuschelt mit den Konzernen und behäbige Richter verbieten NICHT das Schreddern von männlichen Küken Da kann man nur noch Kopfschütteln. Ja, man kann komplett auf Tierische Produkte verzichten, gar kein Thema. Aber für diejenigen, die es nicht möchten werden keine konventionellen Lösungen geboten. Das ist für so ein fortschrittliches Land wie Deutschland untragbar.

Es gibt Betriebe, die es schon vormachen und das ohne Technik und Forschung in Anspruch zu nehmen. Sie ziehen die männlichen Küken einfach mit groß in der Biohaltung. Die gelegten Eier kosten nur 1-5Cent mehr. Das finanziert die Aufzucht der männlichen Küken. Warum muss es immer Technik sein? Warum immer so aufwendig? Wann hört diese Geiz ist Geil Manier auf? Warum müssen immer die Schwachen darunter leiden? Wie viel Rückschritt in Deutschland muss man noch ertragen? Wer beim Anblick der Bilder von dem Umgang dieser Kreaturen nicht schlecht wird, hat seine Empathie, der Natur gegenüber, verloren! Da hilft auch das Demonstrieren an den vielen Freitagen auch nicht weiter. Wir können zum Mond fliegen aber diesen Frevel bekommen wir nicht hin! Entwicklungsland Deutschland!

Ich hoffe den Richtern bleibt das Frühstücksei im Halse stecken! Karma is a bitch!!

Von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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13.06.2019: Wundertüte Mischling

Wer kennt sie nicht die Sprüche der Mitmenschen: „ Mischlinge sind doch eh immer am gesündesten“  „Mein Mischling ist damals fast 20 Jahre alt geworden und war nie krank“

Mythos oder Wahrheit? Ist ein Mischling  per se klüger, einfacher zu erziehen und vor allen Dingen gesünder als ein Rassehund oder ist er nicht einfach das Ergebnis zweier Rassen, die jede für sich genommen, genauso krank und/oder schwierig im Handling sein können wie der daraus resultierende Mix?

Was ist mit den Mischlingen, die sich heutzutage nicht mehr Mischling nennen lassen wollen, die regelrecht für den Markt produziert werden und die tolle, extra kreierte Namen bekommen um sie besser verkaufen zu können und die landläufig als Designer-Dogs bezeichnet werden?

Meiner Meinung nach liegt die Wahrheit, wie fast immer, irgendwo in der Mitte.

Davon ausschließen möchte ich jedoch die oben erwähnten  Designer-Dogs, die nicht innerhalb der strengen Reglementierungen seriöser Zuchtverbänden gezüchtet werden und für einen unverhältnismäßig hohen Kaufpreis „an den Mann „ gebracht werden.

Waren diese Hunde früher einfach beispielsweise Mops/Beagle Mischlinge haben sie heutzutage einen kreativen Namen und firmieren unter dem Begriff „Puggle“ und sind angeblich ideale Familienhunde. Wären dies nicht auch ein Mops oder aber ein Beagle für sich genommen, unter der Voraussetzung, dass man sich über die entsprechenden Rassemerkmale informiert hat? Was ist wenn sich nach ein paar Monaten herausstellt, dass der ach so unkomplizierte Welpe einen, wie es sich für den Beagle im Regelfall gehört, ausgeprägten Jagdtrieb entwickelt und die Kinder eben nicht mehr mit ihm ohne Leine ausgelassen über Feld und Wiese toben kann, weil er nämlich bei der ersten Wildsichtung auf und davon ist?

Ähnliches gilt genauso für dem Labradoodle ; Labrabearded, Westipoo, Cockerpoo oder wie sie alles heißen. Muss man wirklich bei der Masse an Hunden, die ein neues Zuhause suchen, noch zusätzlich neue Rassen erfinden? Ich finde nicht!

 Warum nicht einfach im nächstgelegenen Tierheim vorstellig werden und dort seinen Mischling finden?  Oftmals gibt der Phänotyp Aufschluss, oder aber zumindest eine Idee darüber, welche Rassen beteiligt waren und welche Ansprüche der jeweilige Hund an seine neuen Menschen hat.

Generell kann man aus meiner Erfahrung heraus nicht immer sagen, dass Mischlinge gesünder sind als reinrassige Hunde. Eine Garantie gibt es nie, dafür sind und bleiben es einfach Lebewesen. Krankgezüchtete Hunde werden, mit großer Wahrscheinlichkeit, kranke Welpen hervorbringen, unabhängig davon, ob reinrassig oder als Mischling gezüchtet.

Jeder, der sich einen Hund anschafft, sollte sich, unabhängig von Reinrassigkeit oder nicht, darüber im Klaren sein, dass er für einen langen Zeitraum Verantwortung für ein Tier übernimmt, dass zu 100 % auf seinen Menschen angewiesen ist.

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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06.06.2019: Ein Wochenende in Bayern

Der Tierschutzverein schickte mich vom 24.05-.26.05.2019 zur Fortbildung nach Neubiberg im Landkreis München. Dort bietet der Deutsche Tierschutzbund, für Tierheime und ihre Mitarbeiter einige Kurse, in ihrem Tierschutzzentrum an.  Ich sollte mich zur Tierschutzberaterin weiterbilden.

Am Freitag, den 24.05.2019 fuhr ich, morgens, Richtung Süden.  Natürlich nicht ohne einen Hund im Gepäck. Ich entschied mich, dass ich meinen Jungspund Guinness mitnehme.

 Vielleicht erinnert ihr euch noch an den Golden Retriever, der mit dem Zoll, im Alter von 6 Wochen aus der Türkei zu uns kam, nach der Quarantäne wieder abgeholt wurde und 14 Tage später in einem Tierheim in Belgien saß.  (Neues am Donnerstag 29.11.2018)

Für Guinness war es die erste lange Autofahrt, genauso wie für mich. So eine lange Strecke war ich auch noch nie alleine gefahren.  Wir brauchten auch lange. 7 Stunden durch Staus und natürlich Guinness- Pausen. Endlich angekommen, erkundeten wir beide die Gegend. Guinness traf die ersten Hunde. Nach so einer langen Fahrt genau das richtige.  Auf dem Weg etwas Essbares für mich zu suchen kamen wir wieder am Hotel vorbei.  Guinness wusste sofort, wo wir wohnen. Er war gerade mal 5 Minuten dort. Ich war sehr erstaunt. Zur späten Stunde lagen wir beide im Zimmer total Ko von dem Tag. Guinness auf seiner Decke, ich unter meiner. Ins Bett wollte er nicht.

Am nächsten Morgen ging es früh los. Beim Frühstück benahm sich Guinness vorbildlich. Kein betteln, keine Unruhe. Danach ging es zum Tierschutzzentrum.  Dort angekommen, zeigte ich ihm alles. Den Raum wo wir nun den Tag verbringen würden. Das Seminar ging los. Ich war aufgeregter als der Hund.  Für Guinness war es eine völlig neue Situation. Ein Raum mit 20 Menschen, an einem fremden Ort. Ich lernte fleißig, der Hund schlief. Nach dem Seminar war ich so stolz auf meinen jungen Burschen. Er war den Tag über, nicht einmal unruhig. Der Abend gehörte aber dann nur dem Hund. Der Sonntag lief genauso ab. Ich lernte, Guinness schlief. Die Rückfahrt war weniger anstrengend, da keine wirklichen Staus gab.

Ich darf mich jetzt Tierschutzberaterin nennen. Das Seminar war sehr interessant, ich habe viel gelernt und kann es hoffentlich auch bald anwenden.  Ich würde immer wieder meinen Guinness mitnehmen. So ganz alleine die Abende verbringen macht eh keinen Spaß. Denn wie ich immer sage: „Spazieren gehen ohne Hund kann man machen, ist aber sinnlos.

Von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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29.05.2019: Wahlversprechen 2019

Nun ist sie gelaufen, die Europawahl, und nicht nur die Grünen haben erstaunlich zugelegt, auch die Tierschutzpartei hat künftig zwei statt nur einen Sitz im Europaparlament.

Man sieht also, dass dem Bürger/Verbraucher/Wähler der Tier- und Naturschutz doch zunehmend am Herzen liegt. Leider prallen Wunsch und Realität dennoch häufig aufeinander:

bei Umfragen, ob man bereit sei, mehr für’s Fleisch auszugeben, wenn damit ein deutlich besseres Leben der Schlachttiere gewährleistet sei, sagen die meisten Verbraucher „Aber ja!“.

Trotzdem kommen sie eine Viertelstunde später aus dem Supermarkt und haben Billigfleisch eingekauft. Warum? Keine Ahnung – schließlich müsste doch inzwischen jeder wissen, dass Billigfleisch und Tierleid in direktem Zusammenhang stehen.

Auch im Naturschutz sieht es nicht viel besser aus. Gerade hier in Düsseldorf (besonders in den stylischen Vierteln) sind minimalistische Kies“gärten“ zunehmend anzutreffen. Schöne, weiße Kieselsteine, ein Bäumchen in der Mitte, so sieht der „Garten“ der Schickeria aus. Obwohl sich auch diese Leute über das Aussterben von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und damit auch vieler Vogelarten aufregen. Warum? Keine Ahnung – schließlich müsste doch inzwischen jeder wissen, dass Insekten nicht von Kies leben können und ihr Sterben sowie das Aussterben vieler Vögel nur durch bunte, blühende Wiesen aufgehalten werden kann.

Wie wird es wohl bei den Parteien sein? Dass eine Tierschutzpartei hauptsächlich den Tierschutz auf dem Programm hat, dürfte stimmen. Aber auch die Grünen haben vor der Wahl viel von Umwelt-, Klima- und Artenschutz, Stärkung der kleinen ökologisch orientierten Bauern, deutlich verbessertem Schutz der Tiere bei Tiertransporten, Massentierhaltung, Tierversuchen etc. gesprochen.

Wieviel davon werden sie wohl tatsächlich in Angriff nehmen?   

Hoffentlich alles. Egal, wie sehr Lobbyisten aufschreien, profitgierige Konzerne Druck machen und Verbraucher aus dummer „Geiz-ist-geil-Mentalität“ handeln.

Auf die etablierten Parteien dürfen wir in Sachen Tier- und Naturschutz bekanntlich nicht zählen. Warten wir also voller Hoffnung ab, ob von alternativer Seite aus mehr in dieser Hinsicht getan wird. Man darf gespannt sein.

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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23.05.2019: Im Tierheim gibt es Tiere

Der geneigte Leser unserer wöchentlichen Donnerstags-Kolumne reibt sich jetzt vielleicht ungläubig die Augen. Ja was denn auch sonst, er IST doch auch schließlich ein Tierheim. Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel und vielleicht auch noch die ein oder andere Schildkröte. Das ist es was den meisten in den Sinn kommt, wenn er an ein Tierheim denkt. Natürlich ist das auch bei uns nicht anders. Nicht mehr gewollte Haustiere sind unser Alltag. Schicksale, die einen schlimm, die anderen weniger schlimm. Sie alle haben es sich nicht ausgesucht, bei uns zu sein.

Diejenigen aber, von denen hier die Rede sein soll, haben dies jedoch. Wir sind nämlich seit geraumer Zeit nicht mehr nur ein Zuhause auf Zeit für die befellten oder befiederten Hausgenossen, nein, wir haben Zuzügler. Zuzügler, die sich bewusst dafür entschieden haben, bei uns einzuziehen. Wir haben es ihnen aber auch nett gemacht. Alles neu & schick, in freundlichen Farben und modern. Da konnten sie nicht nein sagen! Wovon ich rede? Na von unseren Insekten natürlich, denen wir mit unserem Biotop eine tolle Lebensgrundlage geschaffen haben. Dort und an unserem Teich schwirrt es wie wild. Bienen, Hummeln, Libellen, Schmetterlingsraupen und viele verschiedene Käferarten bevölkern es mittlerweile. Nur die Fledermäuse zieren sich noch ein bisschen und unsere tollen Fledermaus-Behausungen stehen (noch) leer.

Also, wenn Sie demnächst welche in der Abenddämmerung entdecken sollten, sagen Sie ihnen gerne, im Tierheim ist ein Zimmer frei!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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16.05.2019: Warum soll man eigentlich noch was tun?

Uns Bürgern wird immer und immer wieder gesagt, dass wir uns bemühen sollen: Klimafreundlich(er) leben, Plastik vermeiden, Mehrweg- statt Einweg, Bio, naturnahe Gärten anstatt Tennisplatz-Atmosphäre, Fairtrade usw.usf…Also bemühen wir uns. Die einen mehr, die anderen weniger. Jedem ist wohl mittlerweile klar, dass es so mit unserer Welt nicht weitergehen kann. Bekannterweise ist es nicht mehr nur 5vor12.

Ein Thema, welches in den letzten Jahren dabei auch immer mehr in den Fokus gerückt ist, sind Bienen- und Hummelfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten. Ich finde das super, beschränken sich meine Kenntnisse über alles Grüne doch eher auf Rose, Tulpe oder Nelke. Mittlerweile kann ich im Gartencenter einkaufen und auf den kleinen Schildchen (dabei fällt mir gerade auf, warum sind die eigentlich noch aus Plastik? Da könnte man doch auch mal was dran tun) lesen, ob das jeweilige Blümchen denn auch Bienen- und Hummelfreundlich ist. Eine super Sache! Es ist aber auch einfach toll anzuschauen, wie die kleinen Insekten dann emsig beschäftigt sind, zu bestäuben und Nahrung zu sammeln. Dazu noch die passende Trinkmöglichkeit für die kleinen Flieger, und im Garten oder auf dem Balkon kann der Sommer  guten Gewissens kommen.

Eigentlich überhaupt und so…Dann aber schlägt man die Zeitung auf, oder bekommt Meldungen im Netz angezeigt, in denen die eigenen Bemühungen ad absurdum geführt werden. Da sind im April mal eben so vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das dem Landwirtschaftsministerium von Julia Klöckner untersteht, die beiden Neonicotinoide Carnadine und Acetamiprid per Notfallzulassung genehmigt worden. Insektizide, die nicht nur die sogenannten Schädlinge schädigen, sondern alles was da kreucht und fleucht. Der Witz an der Sache ist, nachdem z.B. bei Zuckerrüben gesetzlich verboten ist das Saatgut zu behandeln, besprüht man jetzt halt einfach die ganze Pflanze. Das ist einfach nur grotesk!

Und ich? Ich sitze auf meinem kleinen Balkon, schau den Bienen und Hummeln zu, und frage mich wieder einmal, in welcher Welt ich hier überhaupt lebe…

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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09.05.2019: Quo vadis Wolf?

Ich habe lange überlegt, ob ich meine Gedanken zu dem Thema überhaupt in Worte fassen soll. Ein, wie ich finde sehr schwieriges Thema, in dem auf allen Seiten die Emotionen hoch kochen, sobald man nur das Wort „Wolf“ in den Mund nimmt.  Es polarisiert und eine sachliche Diskussion scheint fast aussichtslos.

Da sind die, die den Zuzug der Wölfe feiern, positiv sehen und sich über jedes neue Tier freuen, welches wieder ansässig wird. Die, zumindest in Teilen, von den Landwirten, Wanderschäfern und Privathaltern verlangen, dass deren Tiere nachts eingestallt werden, bzw. wolfssicher eingezäunt und/oder bewacht werden. Die, wenn es dann doch zu Rissen kommt, auf entsprechende Ausgleichszahlungen verweisen, die doch gezahlt werden, wenn eindeutig geklärt ist, dass es sich um einen Wolf gehandelt hat. Hohn in den Augen derer, die an ihren Tieren hängen und sie artgerecht halten möchten.

Auf der anderen Seite stehen eben diese Tierhalter, die, auch wieder in Teilen, am liebsten jeden Wolf direkt abschießen möchten, der irgendwo die Nase aus dem Wald hält. Die sagen, wir waren mit unseren Tieren zuerst da und weichen keinen Millimeter von unseren eingeschlagenen Wegen ab.

Dann gibt es da noch die, die sagen, der Wolf bedroht mein Kind, meinen Hund, meinen Hamster und unken, dass es nicht mehr lange dauert, bis der erste Mensch von einem Wolf getötet wird. Das dies zwar selbst im 19ten Jahrhundert, als Wolf und Mensch noch viel enger zusammen leben mussten, nicht an der Tagesordnung war (außer vielleicht in heute nicht mehr zu erwartenden Notzeiten), wird da komplett ausgeblendet.

Zu guter Letzt die Jäger, die ihren Wildbestand bedroht sehen, und die, wiederrum in Teilen, keine Konkurrenz in ihrem Revier dulden wollen.

Was ist denn nun richtig, was ist falsch? Eben dadurch, dass so viele Emotionen im Spiel sind, scheint es nur schwarz oder weiß zu geben. Ist es nicht, wie bei fast allem so, dass dass ein gesunder Mittelweg das Maß aller Dinge sein sollte?

Wenn alle Seiten einmal einen Schritt zurücktreten würden und ohne direkt polemisch zu werden der anderen Seite zuhören würden; man hätte die Hoffnung einen Konsens zu finden! Utopisch? Vielleicht! Aber eines ist auf jeden Fall Fakt: Es von Vornehinein zu lassen, macht es auf keinen Fall besser. 

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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02.05.2019: BMEL oder Die erschreckende Ignoranz eines Bundesministeriums

Nun hat man sich ja daran gewöhnt, dass das Ministeramt nicht von besonders dafür befähigten Personen bekleidet wird. Man muss beispielsweise kein Jurastudium haben um Justizminister zu sein, nicht „gedient“ haben um Verteidigungsminister zu werden usw. Trotzdem machen manche Ministerinnen und Minister ihren Job recht gut, weil sie sich ausführlich mit der Materie befassen.

Was allerdings im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft derzeit vor sich geht ist erschreckend: dilettantisch, dumm und sogar gefährlich für Mensch, Tier und Umwelt.

Noch immer laboriert das Ministerium bekanntlich am Thema der betäubungslosen Ferkelkastration herum. Aber statt dass sich dort einmal jemand hinsetzt und sich umfassend in die Materie einarbeitet, holt man sich ein paar Infos von Lobbyträgern und bastelt sich daraus eine Verordnung, die so offensichtlich ohne Hintergrundwissen und sogar ohne ein Minimum an Denkarbeit entstanden ist, dass sich Frau Klöckner schämen müsste. Sogar ihre Landesminister haben kürzlich auf der Agrarministerkonferenz den geplanten Maßnahmen vehement widersprochen und deren Unsinnigkeit unterstrichen.

Frau Klöckner plant, dass die zu kastrierenden Ferkel künftig eine Vollnarkose mit dem Narkosemittel Isofluran bekommen. Als Tierfreund könnte man nun sagen „Wunderbar! Dann ist das Tier betäubt und spürt von der Kastration nichts mehr.“ Als gut informierter Tierfreund kann man aber nur den Kopf schütteln. Denn:

  • Die Landwirte selbst sollen die Betäubung durchführen dürfen. Nach einer 6stündigen (!) Schulung. Bisher sind Vollnarkosen aus mehreren guten Gründen (Gesundheitsprüfung, Narkosezwischen­fälle, Nachkontrolle etc.) den Tierärzten vorbehalten; immerhin sind beim standardisierten Isofluran-Verfahren rd. 20% der Ferkel nicht ausreichend betäubt.
  • Isofluran wirkt nicht schmerzlindernd, es muss also etwa 20 Minuten vor der Kastration zusätzlich ein Schmerzmittel gegeben werden. Dadurch wird jedes Ferkel zweimal hochgenommen, was den Stress (und damit das Risiko eines Narkosezwischenfalls) noch erhöht.
  • Während der Landwirt eine betäubungslose Kastration in etwa 30 Sekunden vornehmen kann, benötigt er für die Vollnarkose mit vorheriger Schmerzmittelgabe i.D. 5 Minuten. Bei einem mittelgroßen Stall mit 300 Kastrationen pro Monat würde das für den Bauern eine Mehrarbeit von 27 bis 34 Tagen im Jahr nur für die Kastration bedeuten. Praktikable Lösung sieht anders aus!
  • Isofluran darf nur im Freien oder in „trockenen, sauberen, leicht zu reinigenden“ Räumen mit besten Belüftungsanlagen angewendet werden, denn die Nebenwirkungen für den Anwender (Bauer, Tierarzt) sind erheblich: Krebs, Leberschäden, Kreislauf-Probleme, Atemdepression, Delirium sowie mutmaßlich Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und Erhöhung des Alzheimer-Risikos. Der Hersteller selbst warnt, dass schwangere oder stillende Frauen keinen Kontakt zu dem Mittel haben dürfen und sogar die Operations- und Aufwachräume (Stall!) der Tiere nicht betreten sollen.
  • Isofluran ist ein Treibgas. Bei flächendeckender Anwendung sind erhebliche Auswirkungen auf die Ozonschicht vorprogrammiert.

Falls Sie, liebe Leserin und lieber Leser, noch nicht so ganz im Thema sind: wir sprechen hier nicht von ein paar hundert oder tausend Ferkeln, die kastriert werden. Wir sprechen von 24,2 Millionen (!) pro Jahr. Täglich über 6.630 Narkosen. 6.630 Gefahren für Anwender und Tiere – jeden Tag. Unverständlich und erschreckend, dass ein Ministerium mit diesem enormen Gefährdungspotential nicht sorgsamer und verantwortungsbewusster umgeht.

Von den Steuergeldern mal ganz abgesehen: Frau Klöckner will 38 Millionen Fördergelder für diese Maßnahme ausgeben! Warum sie diese Summe nicht für ungefährliche, flächendeckend praktikable und tierschutzgerechte Methoden (die es nachweislich gibt!) vorsieht, weiß wohl nur sie selbst.

Oder weiß sie nicht mal das…?

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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25.04.2019: So geht Ostern!

Auf dem Partnerhof Gut Rodeberg ging es für insgesamt 54 Schulkinder rund ums Ei. Nach einem lustigen „TV-Spot“ über den überforderten Osterhasen Otto und der Frage, wo denn die Eier herkommen, ging es in 3 Stationen quer über den Hof. Bei der Hühner-Station lernten die Kinder die Unterschiede der Boden-, Freiland- und Bio-Eier kennen, lösten Rätsel im Sortierspiel und färbten Eier mit natürlichen Zutaten, wie z.B. Rotkohl und Kurkuma (Ja, das funktioniert!). Für Station 2 ging es in den Wald auf die spannende Suche nach Wildvogelnestern. Nach einigen Klettereinheiten wurden die Eier bestimmt und es ging zurück zum Hof. Dort wartete die Tier-Station mit der Frage, wo denn die Wolle herkommt und wie Ziegenkäse vs. veganer Käse schmeckt.

Dann ging es auf Tuchfühlung mit unseren Ziegen, Schafen, Ponys und Pferd Ticitomba. Nachdem die Kinder noch fleißig ausmisteten und fütterten, erhielten die stolzen Nachwuchstierschützer eine Präsenttasche von TiNa und damit ging der Ostertag auf Gut Rodeberg zu Ende.

Für uns war das Programm ein voller Erfolg und dass die Kinder gar nicht mehr gehen wollten, werten wir mal als Lob.

Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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18.04.2019: Welchen Weg kann man gehen?

Im Rahmen unserer Recherchen für das Projekt „Schwein ohne Pein“ haben wir an einem Freitagmorgen einen Biobauernhof in der Nähe von Düsseldorf besucht.

Es ging uns darum, zu beurteilen, ob und wie wir Bio-Schweinehaltung befürworten und evtl. unterstützen können und wollen. Meine Kollegin Winnie Bürger und ich sind beide Veganer und tun uns schwer mit dem Gedanken an die Tötung eines Tieres, aber es hilft alles nicht, wir müssen schließlich etwas für die jetzt lebenden Tiere, im vorliegenden Fall, Schweine tun.

Man arbeitet in einem geschlossenen Kreislauf. Das bedeutet, die Tiere werden auf dem Hof geboren und sterben auch dort.

Die junge, sehr nette Bäuerin führte uns zunächst in einen großen Stall mit Auslauf und vielen verschiedenen Buchten, in dem die trächtigen Sauen untergebracht waren, die hier auf die Geburt ihrer Ferkel warteten. Die Tiere hatten Namen und waren der jungen Frau einzeln, auch von ihrer jeweiligen Wesensart, sehr vertraut. Sie hatten zudem einen Auslauf und konnten sich frei bewegen. Sauber waren sie auch und die Luft im Raum war gut. Also, erst mal Daumen hoch.

Dann sahen wir die Ferkelzimmer. Dort befanden sich die Mütter mit ihren Neugeborenen. Die Sau konnte sich frei bewegen, die Kleinen auch, lagen aber dicht zusammengekuschelt unter einer Wärmelampe. Auch hier für die Mutter ein Auslauf. Auch hier gute Luft.

In der nächsten Abteilung lebten Mütter mit ihren Kindern in einem großen offenen Stall mit Auslauf. Da war richtig was los. Die kleinen, inzwischen vier Wochen alt, tobten und spielten miteinander, hatten einen Fußball und alle waren guter Dinge.

Wir erfuhren, die Kinder blieben 7-8 Wochen bei ihren Müttern, wurden dann getrennt, was für ein bis zwei Tage bei Müttern und Kindern natürlich Trennungsschmerz bedeutete. Insgesamt blieben die Tiere ca. 8-9 Monate auf dem Hof und werden dann dort auch vom Bauern selbst geschlachtet.

Man erklärte uns glaubhaft, dass hierbei mit größter Sorgfalt darauf geachtet wird, dass die Tiere, mit Strom betäubt, vom eigentlichen Schlachtvorgang nichts mitbekommen.

Wir waren uns, trotz Bauchschmerzen wegen der Tötung, einig, dies ist eine gute Art mit Tieren umzugehen. Man tötet sie zwar, schenkt ihnen aber vorher ein lebenswertes und würdevolles Leben. Dieser Respekt sollte allen sogenannten Nutztieren zuteilwerden und darum werden wir mit aller Leidenschaft weiter kämpfen.

Wir haben gesehen was ein guter Wille bewirken kann.

Monika Piasetzky

 

 

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11.04.2019: Wer hätte das gedacht?

Es gibt seit einiger Zeit in allen Supermärkten und Discountern ein großes Angebot von Eiern aus verschiedensten haltungsformen. Vom Käfig-Ei, Kl. 3 zum kleinen Preis bis hin zum Bio-Ei , für das der Verbraucher einen guten Preis zahlt. Soweit so gut. Bis zum Donnerstag letzter Woche dachte auch ich, die Sache ist geregelt, der Verbraucher kann wählen, was ihm der Schutz der Hennen wert ist und entsprechend einkaufen. Dann sah ich im 3-SAT eine Sendung über die Massentierhaltung bei Bio- Eiern.

Ich traute meinen Augen nicht. Große Grünflächen mit Ställen darauf für mehrere tausend Tiere.  Die Ausschlupflöcher, die den Tieren ermöglichen sollten, den Stall bei Bedarf zu verlassen, waren mit elektrischen Drähten gesichert, so dass sicherlich kein Huhn von seinem Recht auf Freilauf Gebrauch machen konnte. Die Tiere sahen jämmerlich krank aus, kahle Stellen am ganzen Körper, Hautentzündungen und schlechter Allgemeinzustand.  Dazwischen immer wieder tote Tiere. Wie bei der alten Käfighaltung.

Wie bitte? Schon wieder Betrug, schon wieder eine Verbrauchertäuschung?

Bald glaubt man gar nichts mehr.  Oder doch? Bei einer anderen Sendung wurde ein Legebetrieb mit ca. 100 TSD Hühnern gezeigt. Und zwar mit Käfighaltung, Bodenhaltung und Freilandhaltung. Sehr sauber, die Tiere sahen alle gesund und gut aus. In allen drei Haltungen, Ställen mit jeweils über 30TSD Hühnern.  Was lernen wir daraus? Nicht nur die Politik und die herrschenden Gesetzt sind am allem schuld, sondern auch, was man daraus macht. Kompliment an den Unternehmer . Geht doch!

Monika Piasetzky

 

 

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04.04.2019: Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund

Gestern ist mir und meinem Hund Connar beim Spaziergang ein niedliches kleines schwarzes Etwas entgegen gekommen. Welpen sind ja meist sehr niedlich und dieses Exemplar war schon extrem süß. Circa 12 Wochen alt, lockig und wie geschrieben pechschwarz. Am anderen Ende der Leine die stolze Besitzerin, die ihren Zwerg fröhlich auf meinen Hund zu hüpfen lies. Leinenkontakt ist ja so gar nicht meins, aber gut bei Welpen ist es mir meist egal, nicht zuletzt da ich weiß, dass Connar echt nett ist zu so Minis. Blöd nur für den Welpen, wenn es der nächste entgegen kommende Hund nicht ist, aber…nicht mein Zirkus, nicht meine Affen (Danke dabei noch einmal an meine Freundin Stephi für den Spruch!).

Auf meine Frage hin, was er/sie/es denn mal werden wolle, kam die Antwort, das ist ein Goldendoodle, genauer gesagt ein Mittel Golden-Doodle! Kurze Unterhaltung zwischen mir und der Besitzerin. Welpi hüpfte in der Zwischenzeit lustig an, um und auf dem immer noch sehr geduldigen  Connar rum, ohne das die Besitzerin schaut, geschweige denn in irgendeiner Form eingreift, aber nun gut Zirkus, Affen und so.

Nach ein paar Minuten schaute mich mein Hund dann aber doch an nach dem Motto: Es reicht, tu es bitte weg und so verabschiedete ich mich vom Hüpf-Welpen und seiner Besitzerin, und jeder ging seines Weges.

Beim weiteren Spaziergang muss ich dann aber über die Rassebezeichnung nachdenken. Mittel-Golden-Doodle. Gib dem Kind einen super-duper Namen und aus einem Retriever-Pudel Mix wird ein vermeintlicher Rassehund. Genau wie aus dem Cocker-Pudel Mischling ein Cockerpoo wird, oder aus dem Schnauzer-Pudel Mix ein Schnoodel und und und. Seit einigen Jahren gibt es immer mehr dieser Mischlinge, die für richtig richtig teuer Geld verkauft werden. Ja es wird gedoodelt, geschnoodelt und gepoot auf Teufel komm raus.  Am besten nicht haarend, Allergiker geeignet, freundlich durch Geburt, selbsterziehend etc.pp.

Fehlt nur noch kommt schon stubenrein auf die Welt! DAS wäre doch überhaupt die Idee schlechthin und bestimmt eine Marktlücke. Ich gucke mir meinen Rüden so an, und beginne über die passende Rassebezeichnung nachzudenken. Da geht doch was!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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28.03.2019: Ich habe es auch lange nicht verstanden!

Eines der Themen welches, zu Recht, seit geraumer Zeit fast täglich in der Presse zu finden ist, ist das Thema Plastik. Plastik im Alltag in all seinen Facetten. Sei es im Hinblick auf Umverpackungen oder Einweg-Gegenständen. Die EU hat nun beschlossen, dass Einmalprodukte aus Plastik ab 2021 verboten sind. Eine gute Entscheidung, nicht zuletzt auch nach den Bildern, die letzte Woche durch die Presse gingen. Vor den Philippinen wurde ein toter Schnabelwal gefunden, in dessen Magen Meeresbiologen eine große Menge Plastik fanden. Unvorstellbare 40 Kilo waren es letzten Endes. 40 Kilo totbringender Müll im Magen eines Tieres. Ein junger Wal, der einfach nur erwachsenen werden wollte, und der durch uns Menschen elendig verendet ist.

Vielleicht mag einer jetzt sagen, was habe ich mit den Philippinen zu tun? Die sind doch so weit weg, und ob ich jetzt hier einen Einwegteller mehr oder weniger verwende macht doch am Ende des Tages eh keinen Unterschied. Doch macht es, weil, wenn jeder so denkt ändert sie nie irgendetwas. Jahrzehnte lang habe auch ich mir keine Gedanken darüber gemacht, wie schädlich und vor allen Dingen wie unendlich lang haltbar der Plastikmüll ist, den jeder einzelne von uns tagtäglich produziert. Ich wusste es schlichtweg nicht. Jetzt ist sprichwörtlich das Kind in den Brunnen gefallen, und man kann nur noch versuchen zu retten, was vermutlich kaum mehr zu retten ist. Die Hände in den Schoß zu legen, wäre nichts desto trotz fatal, und würde und wird uns von den Folge-Generationen zu Recht um die Ohren gehauen werden. Wir alle können und müssen etwas tun…jetzt…heute und jeden Tag! Nicht anzufangen ist die Garantie dafür, dass sich nie etwas ändert!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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21.03.2018: Frühlingsgefühle

Am 01.März hat der Schutz von Jungtieren und trächtigen Tieren offiziell begonnen. Brut- und Setzzeit nennt das der Gesetzgeber und verbietet bis 30.September u.a.

  • das Schneiden von Hecken und Bäumen, da sich darin Nester mit Küken oder Gelegen befinden können (lediglich ein paar kleine, außenliegende Äste darf man entfernen)
  • das Freilaufen von Hunden insbesondere in Wäldern und auf Geländen, die möglicherweise von Rehen oder Wildkaninchen zum Verstecken ihres Nachwuchses genutzt werden oder an Teichen und Seen, wo Wasservögel ihre Brut großziehen
  • Spaziergänge – mit oder ohne Hund – abseits gekennzeichneter Spazierwege

Dem Querfeldein-Wanderer sowie dem Hundebesitzer gefällt das natürlich nicht; seinem Hund vermutlich ebenso wenig, aber dennoch ist diese Rücksichtnahme sinnvoll, nicht nur weil Strafen im vierstelligen Bereich drohen.

 

  • Werden brütende Vögel aufgeschreckt verlassen sie panisch ihr Nest, das Gelege kühlt aus und die Küken sterben in ihren Eiern.
  • Werden Rehkitz, Wildkaninchen oder andere Jungtiere von einem Hund beschnuppert (von dessen erwachendem Jagdtrieb wollen wir hier jetzt einmal gar nicht reden) haftet ihnen ein fremder Geruch an und die zurückkehrenden Eltern verstoßen ihr Kind – ein Todesurteil für den Nachwuchs.
  • Das gilt auch für Jungtiere, die vermeintlich verlassen im hohen Gras einer ungemähten Wiese gefunden werden: vermutlich ist ihre Mutter nur kurz abwesend. Wenn der tierliebe Finder die Jungtiere aber berührt, wird deren Mutter sich ganz sicher völlig von ihnen abwenden.

Daher:

Wenn Sie Jungtiere auffinden, entfernen Sie sich ruhig und möglichst weit und beobachten Sie über einen längeren Zeitraum, ob ein Elterntier zurückkehrt. Erst wenn Sie ganz sicher sind, dass kein Elterntier mehr kommt rufen Sie den Tierschutzverein resp. das Tierheim an und lassen sich dort die Nummer des zuständigen Jagdpächters, der Wildtierauffangstation oder der Tierrettung geben. Die kümmern sich dann fachgerecht um die verlassenen Jungtiere.

Auch wenn Ihr Hund noch so freundlich ist, bitte denken Sie daran: er ist ein Beutegreifer und es ist niemals auszuschließen, dass sein Jagdinstinkt durch fliehendes Wild geweckt wird. Halten Sie ihn deshalb an der Leine! Für unvorhersehbare Ereignisse üben Sie rechtzeitig mit ihm, dass er allen Verlockungen widerstehen und zuverlässig zu Ihnen zurückkommen lernt.

Sie schützen damit nicht nur die Wildtiere, sondern auch Ihren Hund, denn in den Fällen, wo ein freilaufender Hund ein Wildtier stellt, darf ihn jeder Jäger abschießen.

Da ist das An-der-Leine-gehen doch eindeutig das kleinere Übel!

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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14.03.2019: Die, die immer da sind!

Was hat das am vergangenen Sonntag in Düsseldorf gestürmt. Auch einige Tage später sind noch nicht alle  Schäden behoben. Als ich Sonntagabend von Solingen aus nach Düsseldorf gefahren bin, habe ich mehrfach Feuerwehr-Einsätze gesehen. Umgefallene Bäume und herabgefallene Dachziegel, dies alles musste auf Seite geräumt werden, damit niemandem etwas passieren konnte.

Für mich ein Anlass einmal über unsere, fast tägliche, Zusammenarbeit mit der Feuerwehr nachzudenken. Die ist nämlich super. Nicht nur die Zusammenarbeit sondern auch die Feuerwehr. So fährt sie verletzte Wildtiere im Stadtgebiet und ist auch sonst immer da, wenn wir sie brauchen. Man nimmt das immer so als selbstverständlich hin, und sagt viel zu selten Danke!

Also liebe Feuerwehr Düsseldorf: 1000 Dank, dass es euch gibt und ihr uns und damit den Tieren in Düsseldorf immer so schnell und unkompliziert helft!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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07.03.2019: Damit es nicht ausartet!

Der deutsche Tierschutzbund veröffentlichte kürzlich die Auswertung von Daten sogenannter Animal Hoarding Fälle. Hierbei sammeln Menschen so viele Tiere, dass sie völlig den Überblick verlieren und die Tiere nicht mehr versorgen können. Kranke Tiere werden kaum behandelt, sie vermehren sich unkontrolliert und ein artgerechtes Leben ist ihnen nicht mehr möglich. Häufig leiden sie unter unhygienischen Zuständen, Mangelernährung und Parasiten.

Wird ein solcher Fall aufgedeckt, werden die Tiere beschlagnahmt und in die örtlichen Tierheime gebracht. So eine plötzliche Flut an Tieren, die alle medizinisch versorgt werden müssen, ist für jedes Tierheim ein enormer Aufwand. Dokumentiert werden Animal-Hoarding Fälle seit 2012 und seitdem sind mindestens 17 055 Tiere Opfer dieser Sammelleidenschaft gewesen. Im Durchschnitt wurden 76 Tiere gehalten, allen voran waren es Katzen. Aber auch Hunde, Kaninchen und andere Kleintiere müssen immer wieder unter der falsch verstandenen Tierliebe leiden. Auch wenn Animal Hoarding eine Ausnahme in der Haustierhaltung bleibt (43% der Haushalte in Deutschland haben Haustiere!), gibt es häufig Missverständnisse zwischen Tier und Mensch.

Wir möchten mit TiNa macht Schule schon bei den Kleinsten von uns anfangen und zeigen, wie artgerechte Haltung geht und dass es sich lohnt, ins Tierheim zu gehen. Mit unserem Haustierunterricht packen wir zukünftige Probleme an der Wurzel und hoffen, dass es so weniger traurige Tiere und mehr zufriedene Halter gibt.

Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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28.02.2019: Karneval-Für alle schöne Tage?

Im Gegensatz zu Köln hat Düsseldorf schon etwas getan. Im Rosenmontagszug dürfen in der Landeshauptstadt keine Kutschen mehr fahren. Im einem Bericht der Aktuellen Stunde ( heißt es 40 Pferde in Düsseldorf. 400 in Köln. Das ist ein Unterschied! Ich bleibe aber bei meiner Meinung, dass es in Düsseldorf 40 zu viel sind. Unsere Stadt hätte die Möglichkeit gehabt endlich aus diesem Karnevalsschatten zu treten. Denn seien wir ehrlich, natürlich ist der Düsseldorfer Zug schöner und bissiger. Einfach bunter. Denn Köln kann nichts anderes als nur Tradition.

Ich bin aber auch der Meinung, dass durch die untrainierten Pferde aus Reitställen, die nur damit Geld verdienen wollen ohne sich wirklich zu kümmern nichts in Zügen zu suchen haben. Diese Reitställe pflegen noch nicht mal das Zubehör wie Trensen und Sättel. Das ist für mich ein Zeichen, dass denen alles egal ist. Da sollte man an das Arbeiten mit den Pferden nicht denken. Ein gut trainiertes Pferd kann so Tumulte durchaus ertragen. Wenn aber alles stimmt. Gute Reiter, die sich natürlich auch kümmern müssen und sich nicht nur eine Reitstunde lang im Kreis durch eine Reithalle bewegen, damit sie ihren Nachweis für Rosenmontag bekommen sondern mit dem Tier, was sie reiten sollen arbeiten. Das würde den Reitställen mit Pferdeverleih Arbeit abnehmen. Absolutes Alkoholverbot für die Reiter! Ganz wichtig. Oft genug mitbekommen, macht mich wütend.

Hundebesitzer müssen Prüfungen ablegen damit sie Kinder und Senioren in Schulen und Altenheimen besuchen dürfen. Warum werden die Pferde nicht geprüft? Polizeipferde werden das auch. Die halten sogar Fussballfans aus. Es gäbe so viele Lösungen für beide Seiten. Den Traditionalisten und den Tierschützern.

Im Beitrag waren ja zwei Meinungen zu hören. Beide Seiten nur leider mit verdammt schlechten Beispielen. Dem Kölner sollte bewusst sein, dass Trecker und Bagagewagen keinen Fluchtinstinkt haben, da es Dinge sind und keine Lebewesen! Dem Tierarzt und Tierschützer sei gesagt, dass der Anschlag in Nizza durch Terror und Gewalt zustande kam. Das kann man über Rosenmontag nicht sagen. Keiner würde absichtlich mit einer Kutsche in eine Menschenmenge fahren.

Tiere sind und bleiben Lebewesen, die gut trainiert es durchaus können. Aber leider ist die Realität anders. Ungepflegte Pferde die im Alltag nur monoton in Reithallen im Kreis laufen 4-5 mal am Tag und sonst nur

In Boxen stehen. Weil sie fürs Geld verdienen da sind, sollen funktionieren bei lauter Musik, Menschenmassen, Traktoren und Wagen. Dazu kommt eine Umgebung die sie nicht kennen und Zubehör schlecht sitzt und Schmerzen verursacht. Das kann nicht gut gehen! Wer Pferde kennt der weiß wie lange es dauert um ihr Vertrauen unter dem Sattel zu bekommen.

Fassen wir zusammen:

-Reiter und Pferdebesitzer in die Verantwortung nehmen.

-Prüfungen von Pferd und Reiter verlangen

- Alkoholverbot auf dem Pferd

Und zuletzt : Training ,Training, Training. Ohne verbohrtes „das haben wir immer so gemacht Denken“!

Von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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21.02.2019: Was das Meer mit uns macht…

Ich war letzte Woche im Urlaub. Kanaren, eine Woche segeln. Meer und noch mehr Meer! Für mich ist dieses Gefühl mit nichts zu vergleichen. Die Weite des Ozeans, die mir immer wieder vor Augen führt, wie klein und unbedeutend wir doch sind, gemessen am großen Ganzen. Wenn dann auch noch, wie geschehen, Wale unseren Weg kreuzen, eine Meeres-Schildkröte aus dem Wasser schaut, und Delphine mit dem Kiel unseres Bootes spielen, dann wird man still. Zumindest erging es der Crew und mir so.

Was spielen wir Menschen uns doch auf, als Herrscher und Bezwinger dieses Planeten. Wir benehmen uns, als ob wir noch eine Reserve-Erde in petto hätten.

Sei es im Tier- oder auch Naturschutz, jeder zeigt mit dem Finger auf andere und Aussagen wie, man müsste, man sollte, sind an der Tagesordnung. Was maßen wir uns eigentlich an? Wenn doch jeder nur ein bisschen tun würde, die Erde wäre ein besserer Platz.

Wer das nicht versteht, und meint weiter andere für seinen höchstpersönlichen „Fingerabdruck“ auf unserem Planeten verantwortlich zu machen, dem empfehle ich ganz dringend Tage am und auf Meer. Die Prioritäten werden neu gesetzt. Versprochen!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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14.02.2019: Anspruch zwischen Traum und Wirklichkeit!

Was mir in letzter Zeit auffällt, in meinem Arbeitsalltag, ist die Anspruchshaltung der Menschen. Sie entscheiden sich für ein Tier, wofür sie Verantwortung übernehmen. Wird dieses Tier aber krank, wird der Vierbeiner behandelt wie ein Auto.
Es wird quasi auf eine Gewährleistung hingewiesen, die das Tierheim zu erfüllen hat. Das Pflichtbewusstsein endet wenn es um's Geld geht. Gerade wenn das Tier aus dem Tierheim ist.
Da erlebt der Mitarbeiter kuriose Dinge. Es gibt Leute, die tatsächlich um eine "Garantie-Verlängerung feilschen. Hallo, wir reden von Tieren nicht von Fernsehern oder Autos, wo übrigens für eine Garantieverlängerung noch mehr Geld verlangt wird. Wir reden über Lebewesen. Jeder möchte es lieb haben aber die komplette Verantwortung dann doch bitte nicht. Klar, wird ein Tier krank kann es teuer werden. Aber dessen muss ich mir bewusst sein, sobald ich mich für ein Tier entscheide. Es gibt Krankheiten die auch der beste Tierarzt nicht vorher erkennen kann. Aber ein Tierheim muss das können. Einigen ist die angebotene Hilfe dann auch nicht genug. Sobald Dr. Google diagnostiziert hat, wird jeder vorhandene Joker ausgespielt. Presse, Anwälte werden genannt wenn nicht geholfen werden kann. Da spielt es auch keine Rolle wenn Vereinbarungen, von Seiten des Tierhalters nicht eingehalten wurden.
Ich persönlich verstehe das nicht. Ein Tier zu halten, heißt doch nicht nur Futter, Wasser , und Aufmerksamkeit. Ich muss mich um alles kümmern. Es geht nicht einfach nur lieb haben. Deswegen reagiere ich sehr allergisch auf Kommentare die Tierheime in öffentlichen Netzwerken oft zu lesen bekommen: " Ich würde Katze,Hund sofort nehmen" oder " Bitte kann das Tier jemand nehmen. Ich möchte ihm das Tierheim ersparen." Auch schön ist ein Komnentar:" Ich kann es retten".
Wovor denn retten? Vor Fürsorge ? Aber wie ist es denn mit der eigenen Fürsorge? Was ist wenn ein Tier krank wird? Wer kommt denn dafür auf? Rennt ihr auch ins Autohaus wenn was mit dem Gefährt nicht stimmt, dieses aber nicht in der Garantie enthalten ist und droht mit Anwalt und Presse? Oder macht ihr das bei einem Handy oder Fernseher? Ich glaube kaum. Warum aber bei einem Tier, das lebt, und wo kein Schlauch, Chip oder Display kaputt geht. Sondern das Leben vorschreibt was passiert. Ein Tier kann erkranken genauso wie ein Mensch. Von jetzt auf gleich ohne dass ein Arzt es vorhersehen kann. Es gibt eben bei Tieren keine Bewertung auf Google ob gutes oder schlechtes Tier, wo viel in der Technik nicht stimmt. Der Rassehund kann genauso krank werden wie ein Mischling, eine Rassekatze genauso wie eine Hauskatze. Dessen muss ich mir bewusst sein. Eine Couch , ein warmes Plätzchen und lecker Futter reicht nicht. Und einfach nur lieb haben macht vor Erkrankung nicht halt. Wir leben nicht mehr im Zeitalter der Glaskugel. Es gibt Ereignisse die lassen sich nicht vorher sehen!

Von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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07.02.2019: Jagdreisen – Das Elend für die Trophäen

Ende Januar bis Anfang Februar fand wieder eine große Messe rund um die Tierjagd im Ruhrgebiet statt. Mit im Gepäck nicht nur zahlreiche Waffen, Hundevorstellungen und sonstiges Zubehör, sondern sogar eine ganze Halle für Jagdreisen innerhalb und außerhalb Europas.

Während die Jagd in Deutschland als notwendiges Übel zum Umweltschutz verteidigt wird, dürfte das bei Jagdreisen schwieriger werden. Wer glaubt schon, dass Russland dringend Unterstützung bei der Bärenjagd benötigt oder diverse afrikanische Länder unbedingt Hilfe bei der Dezimierung in Freiheit vom Aussterben bedrohter Löwen brauchen?

Jagdreisen sind Reisen, die meist die Unterbringung im gewählten Jagdgebiet, Jagdbegleitung durch Fährtensucher, Berufsjäger usw., Führungen und Verpflegung bieten. Zusätzlich können Zusatzabschüsse, Munition, Ausflüge, alkoholische Getränke und Aufbereitung der Trophäen gebucht werden. Manche Unternehmen unterstützen auch beim Erhalt der CITES-Papiere[1], welche Regeln welche Tiere oder Tierbestandteile nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen transportiert und gehandelt werden dürfen. Von der Taubenjagd in Argentinien, über die Bärenjagd in Sibirien oder die Gamsjagd in Österreich, bis hin zur Löwenjagd in Südafrika, ist alles zu haben.

Eine Unterkategorie im Bereich der Jagdreisen, bildet das so genannte „canned hunting“ (übersetzt etwa „Dosenjagd“). Dabei werden Tiere in abgegrenzten Gehegen gejagt, um den Jagderfolg garantieren zu können. Bisweilen sind die Tiere Handaufzuchten, werden angefüttert oder medikamentös ruhiggestellt[2]. Unter dem Deckmantel des Tier- und Umweltschutzes werden die Tiere, zum Beispiel Löwen, gezüchtet und dem begeisterten Tourismus als niedliche Tierbabys präsentiert. Einmal zu groß und gefährlich geworden, wandern die Tiere in die Jagdgehege.

Eine Löwenjagd in Namibia oder Südafrika ist für einen jungen Löwen von zwei bis drei Jahren schon für 8.000 Euro zu haben. Ältere Löwen zu jagen ist etwas teurer. Ab vier Jahren, sind es dann 12.000 Euro. Mit Arten- oder Tierschutz hat das nichts zu tun.

 

Bisweilen wird vorgebracht, dass Jagdreisende ganz selbstlos die Wirtschaft im Jagdgebiet unterstützen wollten. Doch dazu müssten sie die Tiere nicht mit dem Gewehr abschießen, sondern könnten das mit einer hochwertigen Kamera ganz unblutig und mit wesentlich schöneren Trophäen erledigen. Dabei besteht auch nicht die Gefahr, sich mit einer Zoonose zu infizieren oder für den Export artengeschützter Tiere bestraft zu werden.

 

[1]https://de.wikipedia.org/wiki/Washingtoner_Artenschutz%C3%BCbereinkommen

[2]https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/wildtiere/grausame-loewenindustrie



von Hella Carmago

 

 

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31.01.2019: Die Rheinische Post vom 29.01.2019, Seite A3

Ich lese die Überschrift “Die Jagd wird weiblich. Na toll. Das Foto einer hübschen Tierärztin, Gewehr im Anschlag soll jetzt überzeugen, wie entspannend die Jagd in der schönen Natur ist.

Autor ist Herr Onkelbach, selbst Jäger, hatte schon immer den Hang dazu, in seinen Artikeln Tiere, z.B. Tauben zu diskriminieren.

Hier nutzt er die Gelegenheit kräftig die Werbetrommel für die Jagd zu rühren, natürlich auch für die aktuelle Messe in Dortmund.

Die WZ vom gleichen Tag stößt natürlich in dasselbe Horn. Beide Zeitungen vermelden einen Anstieg der Hobbyjäger weiblichen Geschlechts. Man kann lesen, wie entspannend die Natur doch ist und wie schön. Am schönsten ist es, den Braten für die Familie gleich zu schießen und das Bewusstsein zu haben, das ist mal eine gesunde Ernährung. So richtig bio!

Mir wird übel. Ich frage mich, wie übersättigt müssen diese Typen sein. Entspannung geht nur noch mit Gewalt an Tieren? Gerade von den Frauen bin ich enttäuscht. Was machen diese gelangweilten Tussen  aus unserer Welt, wenn sie selbst kein Mitgefühl  und keinen Respekt vor dem Leben haben.

Nein, die meisten von uns wollen keine seelische Eiszeit. Die meisten von uns fühlen keine Mordlust beim Anblick eines Wildtiers. Ja, Ihr Jäger solltet euch schämen, alle, Männer und Frauen. Es ist und bleibt feiger Meuchelmord  mit Waffen gegen Unbewaffnete. Leid und Elend für Millionen Tiere.

Das finde nicht nur ich, das finden lt. Umfrage ca. 80% der Bürger in diesem Land.

Monika Piasetzky

 

 

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24.01.2019: Downtown-Düsseldorf

Das Büro des Tierschutzvereins Düsseldorf liegt im 5. Stockwerk inmitten von Düsseldorf. Ein Blick aus dem Bürofenster offenbart ein Spektakel, das man vom Erdboden oft gar nicht mitbekommt, wenn man nicht gerade im richtigen Moment zum Himmel hoch schaut: ein großer Greifvogel wird von zwei oder mehr Rabenvögeln angegriffen. Diese Attacken sind allerdings weder ungewöhnlich noch selten. Zum einen gibt es zwischen Rabenvögeln und Greifvögeln oft Revierstreitigkeiten und des Weiteren geht es auch um Nahrungskonkurrenz, da auch die Rabenvögel gerne mal ein Stück vom Beutetier ab haben wollen. Beim Opfer der Rabenvogelattacke handelt es sich oft um den Mäusebussard. Dieser nimmt sogar meist schon vor einem einzigen Rabenvogel Reißaus, da dieser ja erfahrungsgemäß seine Kumpels rufen könnte. Der Bussard hat nur gegen einen verletzten oder kranken Rabenvogel eine Chance. Die "Düsseldorfer Erklärung gegen illegale Greifvogelverfolgung", die u.a. das Umweltministerium in NRW, die nordrhein-westfälische Ornithologengesellschaft, BUND und NABU NRW Ende August 2005 unterschrieben haben, scheint die Rabenvögel nicht sonderlich zu interessieren.

Aber das ist noch lange nicht der einzige Kleinkrieg der Lüfte. Die Halsbandsittiche sind den meisten Düsseldorfern schon bekannt. Besonders bei den Anwohnern der Königsallee sind die grünen Papageien mit dem roten Schnabel aufgrund ihrer Hinterlassenschaften nicht sehr beliebt. Bei den Vögeln handelt es sich um Nachkommen der „Käfig- und Zooflüchtlinge“, die ursprünglich aus Indien kommen und schon in den 1960er Jahren erstmals in freier Natur bei uns gesichtet wurden. Um die Populationen einzudämmen, will man es mit Nistkästen und Sitzhilfen für Wander- und Turmfalken probieren, denn für sie steht der Halsbandsittich mitunter auf der Speisekarte. Momentan scheint die Lage aber  nicht allzu ernst zu sein, da es durch die Sittiche noch nicht zur Verdrängung von heimischen Arten, wie Dohlen und Staren gekommen ist, die ebenfalls Baumhöhlen als Nistplätze bevorzugen. Da die Sittichpopulation auch durch Marder und Habichte reduziert wird, ist es vielleicht wie immer das Beste, wenn der Mensch sich nicht allzu sehr einmischt.

 von Anita Kreuzer

Anita Kreuzer
Tierschutzlehrerin

 

 

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17.01.2019: Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso?

Ich glaube so ziemlich jeder Bundesbürger kennt die Firma Haribo. Egal ob Lakritze, Gummibärchen oder Saure Gurken, fast jeder hatte schon einmal das ein oder andere Produkt im Einkaufswagen. Abends beim Fernsehgucken wird dann nach Herzenslust genascht. Wirklich nach Herzenslust? Dass die Süßigkeiten aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht das Wahre sind, dürfte jedem klar sein. Aber die wenigsten von uns dürften sich die Inhaltsangabe einmal genauer angeschaut haben. So ist in den meisten Produkte Gelatine enthalten. Ja genau, das was die besondere, leicht gummiartige Konsistenz ermöglicht. Zwar gibt es auch hier mittlerweile vegetarische Alternativen, aber im Regelfall stammt die Gelatine bei Haribo vom Schwein. Wer jetzt Gelatine-Herstellung googelt wird vermutlich das erste Mal schlucken. Das Ganze kann man sich jetzt schönreden, dass die Schweine hier in Deutschland ja wenigstens betäubt werden, bevor sie geschlachtet werden.

Gräbt man jetzt aber mal weiter bei Haribo, so kommt man in den FAQ auf die Frage, gibt es Haribo auch in Halal? Die Antwort darauf lautet JA! Schaut man nun weiter, so stellt man fest, dass diese Produkte nicht in Deutschland, sondern in der Türkei produziert werden. Zu bestellen sind sie über einige deutsche Großhändler oder auch über Amazon. In der Produktbeschreibung steht nun klipp und klar: „Sind Fleisch oder Erzeugnisse vom Tier enthalten, so stammen diese von einem nach islamischen Vorschriften geschlachteten Tier.“ Was bedeutet das nun konkret? Die verwendetet Gelatine kommt nicht vom Schwein sondern vom Rind.  Nun gut mag so manch einer denken, dann halt vom Rind. Wer aber mal die islamischen Vorschriften googelt, dem vergeht alles. Die Rinder werden nämlich nicht betäubt, sondern es wird ihnen einfach mal eben so, die Halsschlagader durchgeschnitten. Grausam? Ja! Widerlich? Ja! Rückschrittlich? Ja!

Dies alles unter dem Namen Haribo, einer Firma, deren Firmengründung sich nächstes Jahr zum 100mal jährt.

Ich kann da nur sagen, PFUI Haribo!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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10.01.2019: Napoleon oder, so ist das!?

Auf unserer Jugendtierschutzseite Tina Macht Schule schreibt unsere Tierschutzlehrerin Natascha Karvang fast täglich kleine und große informative Geschichten für Kinder und natürlich auch für interessierte Erwachsene.

Gerade heute eine Anekdote zum Thema Schwein. So ist es in Frankreich gesetzlich verboten ein Schwein Napoleon zu nennen. Beim ersten lesen nur eine kleine Rand-Notiz, die einen kurz schmunzeln lässt. Aber wie wäre es, wenn man den Gedanken einmal weiter schweifen lassen würde. Das steht also bei unseren Nachbarn unter Strafe. Wie hoch diese ausfallen kann, kann ich leider nicht sagen, aber grundsätzlich wird eine Geldstrafe wohl möglich sein. Ob es in Deutschland ähnlich seltsam anmutende Gesetze zum Thema Namensgebung bei Schweinen gibt, kann ich nicht sagen. Was ich aber sagen kann, und da schließt sich dann wieder der Kreis zur Donnerstags-Kolumne von letzter Woche ist, dass es nach wie vor gesetzlich erlaubt ist, ein Ferkel betäubungslos zu kastrieren. Ganz ohne Strafe, im Gegenteil es wurde ja gerade für zwei weitere Jahre erlaubt. Unfassbar, mag man sagen? Ja das ist es….Deswegen bleiben wir auch an dem Thema dran und kämpfen dafür, dass diese Barbarei ein Ende hat. Die Planungen dazu laufen auf Hochtouren und es wird ein großes, ein wirklich großes Projekt werden.

Was wäre es schön, wenn man nur über die Namensgebung von Schweinen reden und schreiben könnte.

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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03.01.2019: Wir geben niemals auf………….

Vor einem Jahr haben wir mit unserer Donnerstags-Rubrik begonnen.

Einige unserer Mitarbeiter und Ehrenamtler haben sich an dieser Stelle regelmäßig über aktuelle sowie grundsätzliche Tierschutzthemen geäußert. Das soll so weiter gehen.

Das neue Jahr 2019 hat uns, bedingt durch Maßnahmen unserer nicht gerade tierfreundlich gestimmten Landesregierung, einige Probleme, die bereits der Vergangenheit zugeordnet wurden, neu beschert.

Mit anderen Worten: der ohnehin nicht gerade wirksame Tierschutz wurde auf nahezu Null heruntergefahren. Das betrifft vornehmlich die Jagd, die Landwirtschaft, das plötzlich nicht mehr notwendige Verbandsklagerecht.

Was nun? Wir sind herausgefordert den Menschen mit einem Anteil politischer Macht in diesem Land klar zu machen, Tierquälerei ist nicht verhandelbar und schon gar nicht als Geschenk fürs vermeintlich eigene Klientel einzusetzen.

Das wird nicht einfach, aber wie kann es anders sein, haben wir uns natürlich bereits einige Gedanken gemacht. Es gibt zur allgemeinen Lage passend, die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration für die nächsten zwei Jahre. Per Gesetz von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Es stimmt zwar manch einen Wähler bedenklich (wer vertritt mich da eigentlich?)

Aber das müssen wir zunächst mal so hinnehmen.

Das Problem selbst nehmen wir aber in die eigene Hand und versuchen unser Bestes, den Tierkindern dennoch zu helfen. Wie? Mit der Bewegung „Herz und Verstand“.

Infos dazu und wie Sie mitmachen können, ab nächste Woche auf dieser Seite.

Auf ein erfolgreiches Jahr 2019

Herzlichst Ihre

Monika Piasetzky

 

 

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27.12.2018: Das war’s! – War es das ?

Die letzte Donnerstag-Kolumne in diesem Jahr. Lange hin und her überlegt, was denn jetzt wohl das Thema sein könnte. Möglichkeiten gibt es viele und es kommt halt darauf an, wie man, wie ich, auf das Jahr 2018 zurückblicken möchte.

Ich könnte sagen, es war kein gutes Jahr: Noch immer gibt es Millionen von Versuchstieren, noch immer werden Tiere in der Massentierhaltung für billiges Fleisch eingepfercht und, ganz aktuell, werden Ferkel für weiter zwei Jahre betäubungslos kastriert. Dazu noch die vielen zu Herzen gehenden Geschichten aus unserem Tierheim. Ausgesetzte, abgegebene, nicht mehr gewollte Tiere. Jeden Tag aufs Neue die gleichen Gründe, von A wie Allergie bis Z wie Zeitmangel. Nur die Gesichter ändern sich und den einen tut es mehr leid als den anderen. Die, die oft vollkommen unbeteiligt wirken, wenn sie vor unserem Tresen stehen und ein Tier, ohne mit der Wimper zu zucken abgeben, welches sie unter Umständen mehr als ein Jahrzehnt begleitet hat.

Ich könnte aber auch sagen, es war ein gutes Jahr: Noch nie sind mir kurz vor Silvester so viele Meldungen unter gekommen von Menschen, die für die Tiere auf Feuerwerk verzichten wollen. Selbst einige Geschäfte ziehen mit und verkaufen keine Raketen und Co mehr. Viele Menschen gehen bewusster durch die Straßen, sehen nicht weg, wenn sie verletzte oder geschwächte Wildtiere sehen, melden tierquälerische Zustände, engagieren sich und machen den Mund auf, um zu protestieren.  In unserem Tierheim gibt es in diesem Jahr so viele viele wunderbare Happy-End Geschichten, über die wir auf unserer Homepage berichten. Tiere, die zum Teil nach einigen Jahren endlich gut vermitteltet werden konnten, und ein Zuhause gefunden haben. Viele viele Sach- und Geldspenden haben uns erreicht, was uns zeigt, dass wir mit unserer transparenten Vereinspolitik auf dem richtigen Weg sind. Unser Jungendtierschutzprojekt, was so toll eingeschlagen ist. Wissbegierige Kinder, die das Tierheim und die Partnerhöfe besucht haben und zu denen unsere Tierschutzlehrerinnen in die Schulen gegangen sind. Kinder von denen wir mit großer Gewissheit sagen können, dass sie zukünftig noch bewusster mit ihren Mitgeschöpfen umgehen werden.

Die vielen Grausamkeiten wären wohl ohne diesen Ausgleich kaum zu ertragen.

War es nun ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Entscheiden Sie!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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20.12.2018: Leckeres Tierleid auf dem Tisch!

Was gibt es bei Ihnen zu Weihnachten? Eine von fast einer halben Million Gänsen, die jährlich nur an Weihnachten ihr Leben lassen müssen? Oder Ente? Pute? Fleischfondue? Würstchen? Am Fest des Friedens und der Freude wird noch mehr Fleisch und Fisch gegessen als an anderen Tagen. Das bedeutet für die Tiere: noch mehr Qual, Leid und Tod. Aber wen stört’s? Hauptsache, es schmeckt!

Aber vielleicht möchten Sie gerne feiern, ohne dass Tiere dafür leiden müssen, wissen nur nicht wie? Da haben wir was: unser leckeres, tierleidfreies Weihnachtsmenü!

Vorspeise: Feldsalat mit Champignons, Walnüssen und knusprigen Croutons

Feldsalat gut waschen und mit einem Küchentuch trocken tupfen. Pro Person ca. eine Scheibe Toastbrot (oder ein halbes Brötchen vom Vortag) in kleine Würfel schneiden. In einer Pfanne in wenig Öl anrösten, bis die Würfel knusprig sind. Während des Röstens mit Kräutersalz und Knoblauchpulver würzen.

Feldsalat und in dünne Scheiben geschnittene Champignons mit einer Vinaigrette aus Olivenöl, Balsamico-Essig, einem kleinen Schuss Himbeeressig, Salz, Pfeffer und etwas Knoblauchpulver anmachen. Auf Desserttellern anrichten, mit halben Walnüssen garnieren und mit den Croutons bestreuen.

2.Gang: Tomatensuppe mit Aprikosen

Eine gewürfelte Zwiebel und eine kleingehackte Knoblauchzehe mit etwas Öl glasig dünsten. Mit einer Dose (für 2 Personen) Tomatenstücke und einer kleinen Tasse Wasser ablöschen. Mit Salz, Pfeffer, einem Spritzer Chili-Ketchup, einer Prise Zucker und etwas Thymian (frisch oder getrocknet) nach Geschmack würzen. Etwa zehn Minuten kochen lassen. Tomatenstücke mit einer Gabel oder mit dem Pürierstab zerkleinern, damit die Suppe eine sämige Konsistenz bekommt. Aprikosenhälften abtropfen lassen, etwas klein schneiden und mit ein paar Esslöffeln des Aprikosensaftes in die Suppe geben. Nach Geschmack einen Schuss Portwein zufügen. Einige Minuten erhitzen, dann Suppe auf die Teller/Suppentassen verteilen. Mit einem Klecks steif geschlagener Sojasahne (oder Soja-Naturjoghurt) und ein paar Blättchen Basilikum garnieren.

Hauptspeise: Sahnig-würziges Soja-Pilz-Ragout mit Rosmarinkartoffeln und Prinzessbohnen.

Soja-Würfel (etwa 150 g für 4 Personen) in kochender, stark gewürzter Gemüsebrühe mit einem Schuss Sojasoße etwa 10 Minuten kochen. Weitere 10 min ziehen lassen, abgießen und in einem Sieb abtropfen lassen. Die abgekühlten Würfel in einem Küchenhandtuch gut auspressen, bis sie ziemlich trocken sind. Mit etwa 4 Esslöffeln Öl in einer tiefen Pfanne gut anbraten. Mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver würzen und knusprig werden lassen.

Kartoffeln gut abschrubben und halbieren. Mit der Schnittfläche nach unten auf Backpapier im vorgeheizten Backofen bei etwa 200 Grad ca. eine halbe Stunde garen. Herausnehmen, umdrehen, Schnittfläche mit etwas Öl bepinseln, mit Salz, Knoblauchpulver und Rosmarin bestreuen und weitere 5 bis 10 Minuten in den Backofen geben.

Zwei bis drei Paprikaschoten (gelb, rot) in Streifen schneiden, Champignons vierteln, alles in wenig Öl mit zwei bis drei gewürfelten Zwiebeln glasig dünsten, mit einer Dose stückiger Tomaten und reichlich Gemüsebrühe ablöschen. Mit Salz, Paprikapulver, Knoblauchpulver, Sojasoße, einer Prise Zucker und ein bis zwei Esslöffeln Chili-Ketchup gut würzen.

Alles einkochen lassen, zwischendurch mit Gemüsebrühe auffüllen, sämig rühren und ggf. nachwürzen. Nach Geschmack Thymian zugeben und zum Abmildern der Schärfe etwas flüssige Sojasahne zufügen.

Die geputzten Prinzessbohnen in einer Pfanne mit wenig Öl und einer kleinen gehackten Zwiebel glasig dünsten, mit etwas Wasser ablöschen und garen lassen. Mit Salz und Thymian oder Estragon würzen. Mandelblättchen in etwas Margarine leicht rösten.

Wenn die Bohnen gar sind, mit den Mandelblättchen bestreuen und mit den Kartoffeln und dem Ragout anrichten.

Statt Kartoffeln können Sie natürlich auch Nudeln oder Reis, statt der Bohnen auch anderes Gemüse nehmen – einfach das, was Ihnen schmeckt!

Dessert: Flambierter Bratapfel mit Vanillecreme

Pro Person einen mittelgroßen mürben Apfel (Boskop, Welland) waschen, Kerngehäuse so herausbohren, dass der Apfel unten noch geschlossen ist. In das entstandene Loch ein kleines Stück Marzipan, ein paar gehackte Mandelstücke, Rosinen oder gehackte Feigen/Datteln füllen. Mit etwas Amaretto begießen. Ein kleines Stückchen Margarine darauflegen, weitere kleine Stücke rund um die Öffnung auf den Apfel geben. Mit Zucker bestreuen. In eine gefettete Auflaufform setzen, eine halbe kleine Tasse Wasser oder Apfelsaft und etwas Zucker in die Form geben und alles bei 180 - 200 Grad in den vorgeheizten Backofen schieben. Etwa 20 min braten lassen bis die Äpfel schrumpelig sind und sich die Schale stellenweise vom Fruchtfleisch löst. Auf kleinen Tellern mit fertigem Soja-Vanillepudding anrichten, einen kleinen Schuss Rum auf die Äpfel geben und rasch flambieren.

(Für Kinder natürlich alles ohne Alkohol!)

Klingt doch gut, oder? Die Zutaten sind in jedem Supermarkt erhältlich, das Menü ist leicht gemacht, kalorienarm, gesund und löst weder Sodbrennen noch Magendrücken aus.

Aber das Wichtigste: kein einziges Tier muss für dieses leckere Festmenü sterben

In diesem Sinne: wir wünschen frohe Weihnachten – für Mensch und Tier!

Übrigens: noch mehr leckere Rezepte ohne Tierleid finden Sie in unserem Kochbuch

„In aller Munde“ (für 10 € im Tierheim erhältlich).

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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13.12.2018: Tiere unter dem Weihnachtsbaum

Ich kenne kaum ein Kind, das sich nicht irgendwann ein Tier wünscht, und oft hat es nach einiger Zeit seine Eltern „überzeugt“ – sehr gerne dann auch kurz vor Weihnachten. So landen nicht nur allerlei Kleintiere unter den Weihnachtsbäumen, sondern leider auch in den ersten Wochen und Monaten des neuen Jahres im Tierheim. Abgegeben oder ausgesetzt, weil man es sich ja doch irgendwie anders vorgestellt hatte ….

Viele Tierheime und seriöse Züchter sind daher dazu übergegangen, kurz vor Weihnachten keine Tiere zu vermitteln, aber das löst natürlich das Problem nicht wirklich. Wer im Tierheim kein Tier bekommt schaut halt im Internet nach. Bei ebay-Kleinanzeigen und anderen Portalen ist die Auswahl groß, und Fragen werden keine gestellt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich dort hunderte unseriöser Vermehrer tummeln, denen es nur um’s schnelle Geld geht, besonders für Hund und Katze. Papiere sind gefälscht, Impfungen hat es in Wirklichkeit nie gegeben, dafür aber übelste Unterbringungsbedingungen und kranke Welpen, die viel zu früh von der Mutter weggenommen wurden und neben horrenden Tierarztkosten auch Verhaltensstörungen entwickeln, wenn sie überhaupt alt genug dafür werden.

Nicht zu vergessen die unzähligen „Englischen Bulldoggen“, die sich nach ein paar Monaten überdeutlich als Staffordshire Terrier oder andere Vertreter einer gelisteten Rasse entpuppen und daher mit erhöhter Steuer und vielen, vielen Auflagen belegt sind.

Ganz gleich um welche Tierart es sich handelt: Tiere sind Lebewesen, die auf uns angewiesen sind und mit denen man entsprechend fürsorglich und verantwortungsbewusst umzugehen hat – und zwar nicht nur an Weihnachten, sondern ein ganzes, mitunter sehr langes Tierleben lang. Deshalb stellen Sie sich bitte vorher ein paar Fragen:

  1. Ist die ganze Familie bereit, sich um das Tier zu kümmern? Sind alle bereit, das Tier artgerecht und seinen Bedürfnissen entsprechend zu halten? Oder wird sich nur eine/r darum kümmern? Was geschieht dann mit dem Tier, wenn der/die Hauptperson selbst einmal krank wird oder aus anderen Gründen ausfällt?
  1. Können wir dem Tier gerecht werden? Haben wir genug Zeit, uns um das Tier zu kümmern, es seinen Bedürfnissen entsprechend zu beschäftigen und auszulasten? Oder wollen wir dieses Tier nur haben, weil es so süß aussieht, uns so leidtut oder uns ein besonderes Image gibt? Geht es uns nur um uns, oder geht es um dieses Tier?
  1. Haben wir noch Kinderwunsch? Können und wollen wir uns noch um das Tier kümmern, wenn neuer Nachwuchs da ist? Haben wir dann noch genug Zeit für unser Tier? Und sind wir bereit uns frühzeitig fachmännische Hilfe zu suchen, damit das Tier nicht eifersüchtig auf den Nachwuchs reagiert oder sich wehren muss, weil es von diesem drangsaliert wird?
  1. Sind wir bereit, für unser Tier Einschränkungen (finanziell und die Freizeit, den Urlaub, die Karriere oder Wohnungssituation betreffend) hinzunehmen? Würden wir die Traumwohnung ausschlagen, weil dort keine Tiere erlaubt sind? Würden wir auf den Traumjob verzichten, weil unser Tier dann viele Stunden alleine bleiben müsste? Würden wir klaglos hinnehmen, dass sich überall in der Wohnung Tierhaare und Pfotenabdrücke finden, das Auto nach Hund riecht und die Wellensittiche den ganzen Tag nervige Pfeif- und Quietschgeräusche von sich geben? Wären wir bereit, auf uns „wichtige“ Dinge zu verzichten um stattdessen von diesem Geld teure Tierarztkosten zu bezahlen?
  1. Sind wir bereit, diese Einschränkungen ein ganzes Tierleben lang hinzunehmen? Immerhin können Hund und Katze durchaus fünfzehn bis zwanzig Jahre alt werden, Schildkröten und Papageien noch älter.
  1. Werden wir uns auch noch um unser Tier kümmern, wenn es alt und/oder krank ist? Wenn es dement, inkontinent, taub, blind, wackelig auf den Beinen ist oder an einer chronischen Krankheit wie Epilepsie, Diabetes, Allergien oder Nierenschwäche leidet? Werden wir es dann noch lieben, klaglos die Exkremente wegwischen (auch mitten in der Nacht), zehnmal am Tag mit ihm raus gehen und uns nicht mit ihm schämen, wenn es sein Fell oder die Federn verliert und nicht mehr so hübsch wie am Anfang aussieht?

Schwarzmalerei? Nein! Alles das sind Gründe, weshalb Tiere ausgesetzt und abgeschoben werden. Weil man nur den eigenen Wunsch und die eigenen Wunschvorstellungen vor Augen hatte, aber nicht das Verantwortungsbewusstsein, auch Opfer dafür zu bringen.

Bitte, überlegen Sie gut, wenn ein Tier unter dem Weihnachtsbaum liegen soll. Wenn Sie nicht sicher sind: fragen Sie im Tierheim oder bei einem Tierarzt, worauf bei dem jeweiligen Wunschtier zu achten ist. Aber wenn Sie alle Fragen positiv beantworten können und schließlich tatsächlich ein geliebtes Tier unter dem Weihnachtsbaum liegt, dann wünsche ich Ihnen das Schönste was es gibt: eine liebevolle, lebenslange Gemeinschaft mit Ihrem Tier.

Happy Christmas!

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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06.12.2018: Für den guten Zweck?

Der Arbeitsalltag im Tierheim hat viele Facetten. Tiere gehen in ein neues Zuhause, Tiere werden aus verschiedenen Gründen abgegeben und natürlich wollen Einige den Tieren etwas Gutes tun und spenden die unterschiedlichen Dinge. Futter, Decken, Handtücher und alles was Tiere gebrauchen können. Aber nicht alles möchten wir für unsere Tiere. Für viele sieht es dann so aus, als hätte das Tierheim keine Spenden nötig.

"Warum möchten sie denn keine Matratzen, Kissen oder Bettwäsche? Das ist doch alles noch zu gebrauchen." - werden die Mitarbeiter oft gefragt. Das mag sein, aber nicht jeder Hund oder die ein oder andere Katze kennt das schlafen im Bett. Sie sind auch nicht immer Familienanschluss gewöhnt und vor allem, sie sind oft alleine. Da kommt es vor, dass alles was im Zwinger liegt zerfetzt wird. Werden diese Fetzen auch noch gefressen kann dieses nicht nur teure Arztkosten verursachen, sondern auch zum Tod des Tieres führen.

Dieser Umstand wird von den Mitarbeitern auch bei Anfragen erklärt. Trotzdem trifft man oft auf Unverständnis.

Bekommt der eigene Vierbeiner ein neues Halsband oder Hundekorb weil der alte Schlafplatz nicht mehr so schön ist oder das Halsband nicht mehr passt, wird oft an die armen Tiere im Tierheim gedacht. Einige Sachen können auch gebraucht werden und wir freuen uns. Aber vieles macht einfach nur unsere Mülltonnen voll. Wie so manches Hundekissen. Kaputt, geflickt und dreckig wird es abgegeben. Warum soll ein Tierheimhund, der eh nicht privilegiert ist, in so einem Kissen liegen wenn es für den eigenen Hund nicht mehr reicht? Das verstehe ich nicht. Der Tierheimhund ist doch kein Hund zweiter Klasse! Zumal im Tierheim stark auf Hygiene geachtet werden muss, da der Krankheitsdruck viel höher ist als bei den Tieren die in einem Zuhause wohnen. Von den Kommentaren der Besucher, die im Zwinger so Schlafplätze sehen, möchte ich gar nicht anfangen.

 Halsbänder werden mit kompletten alten Haaren des eigenen Hundes abgeben. Warum? Ich würde meinen eigenen Hunden sowas nie anziehen. Warum sollen das denn die Tiere im Tierheim anziehen? Zerkaute Bälle, Taue, usw reicht ja für die Hunde im Zwinger. Findet der eigene Vierbeiner aber sowas beim Spaziergang dann bekommt er es sofort abgenommen, Herrchen und Frauchen ekeln sich und die Angst vor Krankheiten entsteht. Warum reicht es aber für den Tierheimhund? Es kommt auch vor das in Spendensäcken Tischdecken enthalten sind. Da tritt bei mir wieder Unverständnis ein. Was soll ein Tier mit Stickerei und Rüschen anfangen? Sogar Jeanshosen und Oberteile finden die Mitarbeiter. Stofftiere mit Plastikaugen, Schränke und sogar Tischkicker werden angeboten. Das macht dann oft sprachlos.

Warum? Ganz einfach: Würde ein Tierheim seinen Tieren alle diese Spenden anbieten würde sofort der Shitstorm losgehen, da das alles nicht tiergerecht ist und den Mitarbeitern die gute Pflege und Unterbringung egal sei. Das Tierheim wäre dreckig und ungepflegt. Die Tiere in keinem guten Zustand sein.

Diese Vorwürfe würden entstehen wenn wir alle diese Spenden verwenden würden. Gut, dass wir dieses nicht tun. Würden die Mitarbeiter aber immer den Mund aufmachen und direkt sagen: So was dreckiges und kaputtes nehmen wir nicht, wären alle wieder unfreundlich. Wie zu lesen ist, entsteht eine Endlosschleife. Egal was ein Tierheim macht es ist in vielen Augen schlecht. Die einzigen die es freut ist die Müllabfuhr, wenn das Tierheim wieder eine extra Leerung der Mülltonnen bestellen muss, weil für Katzenstreu und Co kein Platz mehr ist. Das verursacht extra Kosten. Geld was eigentlich den Tieren zu Gute kommen soll.

Jedes Tier und jeder Mitarbeiter freut sich wenn viele spenden. Vieles hilft echt weiter. Es muss auch nicht mehr neu sein aber es sollte doch so erhalten sein, dass man es seinem eigenen Tier bedenkenlos anbieten würde.

Liebe Grüße von einer Tierheimmitarbeiterin, die oft nein sagen muss.

Von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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29.11.2018: Ein Wechselbad der Gefühle

Wer für den Tierschutz tätig ist, erlebt oft unschöne Geschichten. Manchmal gibt es auch rührende und schöne Momente. Die Geschichte von dem Golden Retriever Guinness gleicht einen Krimi.

Anfang August klingelte, im Tierheim, das Telefon. Der Zoll am Flughafen meldete einen Hund, der wegen fehlender Papiere und unzureichender Impfungen eingezogen wurde, und sollte in Quarantäne. Im Tierheim angekommen, schauten wir einem verknautschten kleinen Hundekopf entgegen. Laut seiner Papiere sollte das kleine Bündel Hund schon fünf Monate alt sein. In Wirklichkeit war er gerade mal fünf-sechs Wochen auf der Welt. Viel zu früh von seiner Mutter weg musste der kleine Kerl einen weiten Flug antreten. Nun saß er da und verstand die Welt nicht mehr. Mein Herz war erschüttert. So ein Baby kann doch nicht jetzt alleine im Zwinger sitzen und darauf warten, dass die Quarantäne vorbei ist.

Ich konnte nicht anders und nahm mich des Hundes an. Täglich war ich bei ihm, päppelte ihn und zeigte erstmal, dass Hundefutter gegessen werden kann. Oft war ich bis spät in der Nacht im Tierheim. Er bedeutete mir immer mehr. Wir bildeten ein Team. Da er keinen Namen besaß taufte ich ihn Guinness. Er torkelte am Anfang stark mit seinen Hinterbeinen, das erinnerte mich an einen Abend mit dem ein oder anderen Irischen Bier zu viel.

Die Zeit zog ins Land. Ich fing an mit Guinness das kleine Einmaleins der Hundeschule zu trainieren. Er zeigte sich gelehrig und hatte Spaß an der Arbeit. Ich war voller Zuversicht, dass seine eigentlichen Halter ihn nicht abholen würden, da sie sich die ganze Zeit nie gemeldet hatten. Am 26.10.2018, ich hatte an dem Tag frei, kam der Anruf. Guinness kann zu seinen Haltern zurück. Sie kämen ihn abholen. Mir stand das Herz still. Der kleine Bub muss zurück. Sein zukünftiges Zuhause sollte in Belgien sein. Eine Woche stand mir noch zur Verfügung um mich langsam darauf vorzubereiten. Der Tag kam. Am 03.11.2018, ich hatte wieder frei, stand ich im Tierheim und wartete ob er wirklich abgeholt werden würde. Er wurde. Er ging mit der Familie vom Hof. Mir liefen die Tränen.

Ich hatte mich vor Datum X schon im Internet kundig getan, ob es in der Gegend Tierheime gibt und wie Kleinanzeigenportale in Belgien heißen. 2 Wochen zogen ins Land. Oft dachte ich an Guinness. Gestern schaute ich zufällig auf die Tierheimseite der Stadt in Flandern. Mich traf der Schlag. Direkt auf der ersten Seite war ein Foto von Guinness. Er saß seit dem 15. 11.2018 im Tierheim. Mir schossen die Tränen in den Augen. Dort durfte er nicht bleiben. Das ganze Tierheimteam mobilisierte sich. Keine Stunde später saß ich mit dem Freund meiner Tochter (er war als Übersetzer mit) im Auto und fuhr nach Belgien. Eineinhalb Stunden später und viel Überzeugungsarbeit, denn Guinness hatte schon Interessenten, durfte er mit zurück nach Düsseldorf. Das Tierheim wollte noch nicht Mal die angefallenen Kosten vor mir erstattet haben. Sie fanden die Geschichte kurios und zugleich rührend. Als er mir übergeben wurde, schien er noch gar nicht zu wissen was passierte. Als wir das Tor zum Düsseldorfer Tierheim reinfuhren und er aussteigen durfte, wusste Guinness wo er war. Jetzt durfte er endlich mit zu mir. Er schlief seine erste Nacht, natürlich auf meiner Couch.

Ob diese ganze Geschichte, dass ich ihn auf der Tierheimseite gefunden hatte, nur Zufall war, weiß ich nicht. Was ich weiß das der gestrige Tag gezeigt hat, es lohnt sich immer für ein Tier einzusetzen und zu kämpfen.

Guinness ist das beste Beispiel was wir im Tierschutz ständig erleben. Hunde, gerade Welpen, werden unüberlegt angeschafft. Oft direkt mit aus dem Urlaub gebracht. Sie sind ja klein und süß. Wenn die Papiere nicht stimmen werden sie eingezogen. Nach drei Monaten ist aber kein Welpe mehr klein und süß. Sondern viel Arbeit. Oft sind es auch nicht immer Hunderassen, die einfach sind. Ein Jack Russell Charakter unterscheidet sich stark von einem Golden Retriever. Das wird oft nicht bedacht, die Hunde landen im Tierheim und werden zum Wanderpokal. Guinness wird dieses nie werden. Das verspreche ich!

Von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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22.11.2018: Die Krone der Schöpfung???

Meines Erachtens ist das Hauptproblem, dass sich das Gros der Menschen als weitaus wertvoller als die Tiere erachtet. Somit degradiert man das Tier zu etwas, das dem Menschen nutzen soll - sei es nun als kuscheliger Glücklichmacher, still leidendes Testobjekt, gut verwertbarer Lebensmittellieferant oder ganz profan zur Verschönerung. Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse einem Tier zuliebe einzuschränken ist für zu viele Menschen nicht nur lästig, sondern schlicht undenkbar. Nur aus diesem Grund wird Appetit (wohlgemerkt nicht Hunger!) über Tierwohl gestellt, wird die als hochwirksam angepriesene Anti-Falten-Creme von einem renommierten Konzern und nicht von einer tierversuchsfreien Marke gekauft, ist es wichtiger, den modernen Pelzkragen und die Daunenjacke zu tragen, als ein zeitloses aber tierfreundliches Kleidungsstück. Und nur aus diesem Grund wird das alt und krank gewordene Haustier mit 13 oder mehr Jahren ausgesetzt, statt ihm verantwortungsvoll und dankbar ein gutes Leben bis zum Ende zu bieten.

Der Begriff der "Verrohung" ist auch in diesem Zusammenhang hochaktuell. Denn tatsächlich bezieht sich das zunehmend rücksichtslose und oftmals sogar gewaltbereite Handeln vieler Menschen nicht nur auf Tiere, sondern ist jeden Tag auch im Umgang mit ihren Mitmenschen zu beobachten. Das ICH hat in dieser Leistungsgesellschaft einen so hohen Stellenwert bekommen, dass man weder auf andere Menschen noch auf Tiere irgendwelche Rücksicht nimmt. Bücher über das Thema "Glücklich werden" sind Bestseller, dabei fördern sie meist diese Rücksichtslosigkeit und Ich-Bezogenheit noch. Glücklich zu sein indem man ein anderes Lebewesen glücklich macht ist in den Augen vieler nur etwas für Träumer, Idealisten, Versager die es nie zu etwas bringen werden.  

So beutet die Menschheit die Tiere, die Erde und sogar andere, schwächere Menschen aus und schlägt sich dabei stolz auf die erfolgsgewohnte Schulter.

Die Bedenkenlosigkeit mit der wir die Umwelt vernichten ist eben auch typisch Mensch: kein anderes Lebewesen ist so dumm, seine eigene Lebensgrundlage zu zerstören. Auch hier siegt die Gier. Hauptsache ICH mache jetzt Profit, kann mich bereichern, kann ungehemmt konsumieren - nach mir die Sintflut. Würde ein Noah heute seine Arche bauen, wären zweifellos keine Tiere darauf, sondern ausschließlich rücksichtslose Menschen, die hemmungslos andere, schwächere weggedrängt haben. Dabei sollte man eigentlich einmal darüber nachdenken, warum dieser Noah nur seine direkte Familie und darüber hinaus jeweils ein Paar jeder Tierart auf die Arche genommen hat: weil Mensch und Tier gleich wichtig für das Weiterleben auf diesem Planeten sind. Weil sie für das Leben auf der Erde denselben Wert haben!

Diese Gleichstellung schließt aber das Benutzen der Tiere aus, ist somit unbequem, verhindert Milliardenprofite (z.B. aus Massentierhaltung) und verlangt uns Verantwortungsbewusstsein, Einschränkungen und tiefgreifende Empathie ab. Wieviel leichter ist es da doch, die Augen zu verschließen und sich nur vom eigenen Egoismus und eigenen Bedürfnissen leiten zu lassen!

Als Tierschützer könnte man verzweifeln. Man könnte resignieren. Aber man kann auch kämpfen: indem man unermüdlich auf Missstände hinweist, indem man Kindern Verantwortungsgefühl, Ethik und Nächstenliebe – auch zu Tieren - vermittelt, indem man Petitionen und Hilfsgruppen unterstützt und indem man nicht aufgibt, wenigstens das zu tun, was jeder von uns tun kann.

Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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15.11.2018: Alles kommt immer so plötzlich!

Ja, dazu gehören auch Ostern, Silvester und Weihnachten, aber davon soll hier einmal nicht die Rede sein.

Es beschleicht einen nämlich auch der Eindruck, dass dies auch für verschiedene und eigentlich vorhersehbare Lebenssituationen gilt. Das Thema Haustier steht bei vielen Familien irgendwann mal an. Die Kinder sehen im Freundes- und/oder Verwandtenkreis, dass dort ein oder mehrere Haustiere leben. Sei es Hund, Katze oder auch Kaninchen und Co.

Im besten Fall wird dann im Vorfeld vernünftig abgeklopft, ob und welches Tier passt. Das ist löblich und sollte eigentlich auch selbstverständlich sein. Natürlich erreichen uns auch immer mal wieder Anfragen, ob wir Hund, Katze oder Kleintier aufnehmen könnten, obwohl der ach so gewünschte Vierbeiner erst wenige Tage oder Wochen in der Familie lebt und es auf einmal doch nicht mehr passt. Allergie, Platz- oder Zeitmangel, sowie mangelndes Interesse sind hier die zu nennenden Hauptgründe.

Was aber immer wieder für großes Erstaunen sorgt, sind die Gründe weshalb ein Tier nach Jahren plötzlich und dann auch am besten innerhalb von Stunden im Tierheim abgegeben werden soll.

Da hat das Kind (vorhersehbar) die Schule beendet und fängt (ebenso vorhersehbar) eine Ausbildung oder ein Studium an. Der Hund kann von einem Tag auf den anderen nicht mehr Gassi geführt werden, die Katzen oder Kleintiere sind zu lange alleine. Alles weil nun sämtliche  Familienmitglieder lange außer Haus sind.

Ich verstehe es nicht! Es bedarf doch keiner großen mathematischen Kenntnisse um sich ausrechnen zu können, dass das Tier, welches angeschafft wurde als das jüngste Kind 10 Jahre alt war dann beim Ausbildungs- oder Studienbeginn maximal 8 Jahre alt ist. Tiere werden aber nun mal älter, 15- 20 Jahre sind da keine Seltenheit!

Dann ist das Geschrei groß. Leider wird aber häufig nicht im Vorfeld nach Lösungen gesucht, sondern das acht Jahre lang gehütete und gepüngelte Haustier muss weg. Ganz getreu dem Motto,: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen!“

Ich frage mich dann immer, welche Werte und Moralvorstellungen die Eltern der nachfolgenden Genration vermitteln und ob diese dann, wenn sie selbst einmal Kinder haben, auch so handeln? Wundern würde es mich jedenfalls nicht!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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08.11.2018: Ja, ich fand es auch toll….

Auch ich bin vor 40 Jahren gerne in den Zirkus gegangen und erinnere mich noch gut, wie aufgeregt ich vorher war. Die Musik, der Geruch von Zuckerwatte, Sägespänen und Tieren, diese Mischung war es, die es nur im großen Zirkuszelt gab. In der Pause dann noch schnell zur Tiershow, die exotischen Tiere „bewundern“, an denen man  gefühlt so viel näher dran war, als im Zoo.  Erinnerungen, die für mich auch immer untrennbar mit meiner Oma verbunden sind, war sie es doch, mit der ich regelmäßig unterwegs war.

Es war einfach selbstverständlich, dass man den Zirkus besucht hat und Tiere gehörten einfach dazu. Im Gegenteil, ein Zirkus ohne Tiere wäre, zumindest für mich als Kind, undenkbar gewesen.

Jetzt 40 Jahre später sehe ich das Leid der Tiere, die, eingepfercht in enge Wagen durch die Walachei gekarrt werden, um dann ihre endlosen Runden in der Manege zu drehen. Zur Schau gestellt und oft nicht länger als drei oder vier Tage am selben Ort, bevor es wieder auf die Reise geht. Darunter immer noch Elefanten, Löwen, Tiger und Co. Da fasst man sich doch an den Kopf und der gesunde Menschenverstand sollte einem sagen, dass dies niemals auch nur im Ansatz artgerecht sein kann.

Portugal hat es uns gerade diese Woche vorgemacht und sich als neuntes EU-Land gegen Wildtiere im Zirkus entschieden. Da sind also andere Länder weitaus fortschrittlicher als das ach so moderne und innovative Deutschland.

Ich frage mich, wann Deutschland endlich nachzieht, denn Zirkus geht auch ohne Tiere. Zuckerwatte, Musik und tolle Akrobatik gleichen es locker aus. Versprochen!!!

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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31.10.2018: Das wunderbare deutsche Tierschutzgesetz

Gerade eben unterhielt ich mich mit einer Kollegin über den schrecklichen Umgang der Chinesen mit den Tieren. Sie essen Hunde, heben den Schutz von Tiger und Nashorn auf um diese wieder umbringen zu dürfen, Hunde werden für die Pelzindustrie gezüchtet und geschlachtet.

Unmerklich kamen wir zum Vergleich mit unserem eigenen Land. Tierschutz in Deutschland……

Am Beispiel des Schweins fiel uns dann auf: Verdammt noch mal, hier ist es auch nicht besser, wir quälen nur andere Tiere.

Aktuelle Diskussion über die betäubungslose Ferkelkastration. Aufgepasst, die folgende Dinge passieren im ach so tierlieben Deutschland. Nein, nicht im Mittelalter, im Jahre 2018 und viele Jahre davor.

Einem männlichen Tierbaby im Alter bis zu 7 Tagen werden bei vollem Bewusstsein die Hoden abgeschnitten. Kostenersparnis ca. 5€ . Schmerzmittel werden auch nicht verabreicht, zu teuer.

Dem Tier macht das nichts aus, es ist ja noch klein!?????????????????

Einige Zeit danach werden die Hauer (lange Eckzähne) abgeschliffen, natürlich auch unbetäubt. Tut sicher auch nicht weh. Der Ringelschwanz wird vorsichtshalber abgeschnitten. Raten Sie mal. Natürlich, Kleinigkeit.

Erholen kann sich das Tier im kleinen Stall mit vielen Artgenossen auf Spaltenböden und durchgehendem Ammoniakgestank, der seine Lungen angreift.

Dann kommt die Fahrt zum Schlachthof, die viele Stunden bei Hunger, Durst und Stress überstanden werden muss.

Dann das Finale. Schwein wird mit Strom betäubt, (wenn es Glück hat), an den Haken gehängt und abgestochen.

Wenn es Pech hat und ist nicht richtig betäubt, merkt es noch, wie durch seine Beine große Haken getrieben werden und es dann im ca. 60 ° heißen Wasser ertrinkt.  Ende eines Schweinelebens.

Würdefaktor=0

Man sollte meinen, die tierlieben Deutschen würden alle weinen, und für die Rettung der Tiere kämpfen. Es bleibt alles ruhig. Ich frage mich ernsthaft: Kann es den Schweinen in China wirklich schlechter gehen?

Übrigens, die Dame, die das Ganze politisch vertritt heißt Julia Klöckner und ist  Bundeslandwirtschaftsministerin.

von Monika Piasetzky

 

 

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25.10.2018: Der Winter kommt…

und man sieht sie wieder überall: Pelzbesätze an Kapuzen und Jacken, Schuhen, Schlüsselanhängern oder Taschen. Das damit verbundene Tierleid ist enorm und die meisten Menschen möchten die Pelzindustrie gar nicht mehr unterstützen. Mittlerweile gibt es so viele schöne Alternativen und qualitativ hochwertiges Kunstfell. Oft kostet die Herstellung von Kunstpelz aber genauso viel wie für echtes Fell aus Ländern mit billigen Lohnarbeitern und der Handel hat sich daher einige Tricks einfallen lassen. Fantasienamen machen es dem Käufer schwer, die Herkunft des Fells zu erkennen. So heißt zum Beispiel „Asiatic raccoon“ das Fell oder Leder eines Hundes, hinter „Erminette“ versteckt sich die Katze oder „Swakara“ ist das Fell eines ein Tag alten Lämmchens. Und obwohl der Handel mit Hunde- und Katzenfell seit 2008 in der EU verboten ist, kommt es immer wieder zu Täuschungen. Leider kommt es auch vor, dass ein Etikett mit „Kunstpelz“ gar nicht stimmt und sich Echtpelz dahinter verbirgt.

Hier sind drei einfache Tests, die man durchführen kann, um sicher zu sein:

  1. Puste-Test: Puste einfach gegen den Pelz. Bewegen sie sich leicht und wie Haare im Wind, ist es echtes Fell. Kunstpelzhaare sind starrer und glänzen nicht so.
  2. Leder-Test: Streiche die Haare auseinander, um die Basis zu sehen. Ist es wie eine Haut, also Leder, verbirgt sich Echtpelz dahinter. Sind Textilfasern zu erkennen, ist es häufig (nicht immer!) Kunstpelz.
  3. Feuer-Test: Hier kannst Du einige Haare rauszupfen und anzünden. Verkohlen sie und stinken wie verbrannte Haare, ist es echtes Fell. Wird ein Klumpen daraus, der nach verbranntem Plastik riecht, ist es Kunstfell.
Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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18.10.2018: Wie ich zur Tierschutzlehrerin wurde

Der Deutsche Tierschutzbund ist der größte Tierschutzverein Europas. Er bietet einmal jährlich eine Ausbildung zum Tierschutzlehrer/zur Tierschutzlehrerin an.  Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt, trotzdem bewerben sich jährlich über 60 Interessenten.  Von daher war ich sehr glücklich, dass ich diese begehrte Ausbildung zum April diesen Jahres, dank meiner Chefin Frau Piasetzky und Projektleiterin Frau Karvang, antreten durfte. Seit 1,5 Jahren bin ich im Jugendtierschutzprojekt des Tierschutzvereins beschäftigt und diese Ausbildung zur Tierschutzlehrerin sollte mir noch mehr Methoden für meine Arbeit ermöglichen. Ich ging also ohne wirkliche Erwartungen an das erste Wochenende ran und nahm mir nur vor, mich nicht zum Vegetarier oder womöglich Veganer umkrempeln zu lassen.

Die Ausbildung findet in Neubiberg (München) in der Akademie für Tierschutz an 5 Modulen im Jahr statt. Ein Modul beginnt immer Freitags und endet Sonntags.  Zugegeben ist es recht anstrengend, aber es hat sich gelohnt.  Dem Deutschen Tierschutzbund ist es gelungen, eine sehr lehrreiche und lohnende Ausbildung zu etablieren, und das äußerst professionell und nicht belehrend. Es werden in jedem Modul verschiedene Themen durchgearbeitet, jedes Modul entspricht einem eigenen Thema.  Von Haustieren, über Wildtiere bis hin zu Tieren in der Landwirtschaft. Es wird u.a.  gelehrt, wie ein Unterrichtskonzept für Schüler ausgearbeitet wird und welche Methoden altersgerecht angewendet werden können, natürlich im Focus des Tierschutzes. Ein interessanter Mix aus Seminar in der Akademie und Exkursionen zu anderen Institutionen. Am schönsten und interessantesten empfand ich den Ausflug in das Münchener Tierheim und einem  ökologischen Landbetrieb.

Ich habe unheimlich viel lernen können und  habe sehr viele nette Menschen kennen gelernt! Jetzt bin ich Tierschutzlehrerin und vieles kann ich tatsächlich in meiner Arbeit anwenden und das Schönste: es ist eine wunderschöne Aufgabe, Kindern den Natur,- und Tierschutz näher zu bringen! Denn Sie sind unsere Zukunft!  

Ach und übrigens: seit dieser Ausbildung bin ich Vegetarier.

von Yvonne Rieser

 

 

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11.10.2018: Tierschutzverbandsklage: Inzwischen in acht Bundesländern eingeführt


Als eines der ersten Bundesländer erhielt NRW im Jahre 2013 ein Gesetz zu Mitwirkungs- und Verbandsklagerechten für anerkannte Tierschutzverbände. Diese Rechte unterstützen den Tierschutz dabei, die Stimmen der Tiere hörbar zu machen und ihre Bedürfnisse auch vor Gericht zu vertreten.

Millionen Tiere leiden in der Nutztierhaltung, in Versuchslaboren, aber auch für Sport und Freizeit oder in der Heimtierhaltung. Sie selbst jedoch können ihre Interessen nicht geltend machen. Dafür braucht es Menschen, die stellvertretend für sie einstehen.
Um Menschen diese Vertretungsfunktion zu ermöglichen, erhielten vor bereits einem halben Jahrzehnt, Tierschutzorganisationen in NRW das Recht, Tierinteressen auch vor Gericht zu vertreten.

Angeknüpft wurde das Gesetz an eines, welches die Naturschutzverbände schon länger haben. Da eine Wiese oder ein Wald mit all seinen tierischen Bewohnern, selbst nicht selbst dagegen klagen können, zu einem Parkplatz zu werden, übernehmen dies die Naturschutzverbände für sie.
Weil empfindungsfähige Lebewesen wie Sauen im Kastenstand, männliche Ferkeln bei der betäubungslosen Kastration oder überzüchtete Puten in der Mastanlage leiden, sich selbst aber, genau wie Wald und Wiese, nicht vor Gerichten und anderen Behörden äußern können, übernehmen das die Tierschutzverbände in ihrem Namen.

Um das Recht zur Mitwirkung und Klage zu erhalten, muss ein Tierschutzverein zunächst von der Landesregierung anerkannt sein. Nach Gesetz haben die Verbände somit z. B. das Recht, Einsicht in  tierschutzrelevante Sachverständigengutachten zu nehmen und Stellungnahmen abzugeben, wenn diese z. B. der Verbereitung von Erlassen dienen.

Als bevölkerungsreichstes Bundesland hat NRW auch im Tierschutz eine Vorbildfunktion. In Bezug auf die Mitwirkungs- und Verbandsklagerechte ist NRW auch im Bereich des Tierschutzes Pionier. So zogen nach Einführung des Gesetzes weitere Bundesländer nach, bzw. schauen interessiert nach NRW. Inzwischen sind es acht Bundesländer, die die Tierschutzverbandsklage eingeführt haben.

von Hella Carmago

 

 

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04.10.2018: Na Hurra….Welttierschutztag am 04.10.2018

Heute ist es also soweit, der Welttierschutztag findet statt. Initiiert wurde dieser Tag vom Schriftsteller Heinrich Zimmermann und fand im Jahr 1925 erstmals statt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Fast 100 Jahre ist es her, dass dieser Tag erstmals als Aktionstag für den Tierschutz begangen wurde. Somit jährt er sich in nicht allzu weiter Zukunft bereits zum 100sten Mal. Ich finde, das ist kein Jubiläum, welches gefeiert werden sollte. Im Gegenteil, ist es nicht beschämend, dass da einmal im Jahr explizit drauf hingewiesen werden muss?

Ich bin dafür, auf einen anderen Gedenktag hinzuarbeiten. Der Tag,  an dem alle Grausamkeiten gegenüber Tieren der Vergangenheit angehören, ab dem es nur noch ein friedliches Miteinander gibt. DAS wäre doch mal ein Gedenktag, den es sich zu feiern lohnen würde und wenn dieser dann fast das 100ste Jubiläum hätte??? Wow, was für eine Welt!

Illusorisch, ich weiß, bekommen wir dieses Miteinander doch noch nicht mal unter den Menschen hin, sind Neid, Missgunst, Gedankenlosigkeit, Rassismus und Ausbeute ganz selbstverständlich an der Tagesordnung.

von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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27.09.2018: „Mama, guck mal, der Eisbär ist ja faul!“

Es ist Sommer und an den Wochenenden, im Urlaub oder den Schulferien stellt sich die Frage: Was tun? Da ist besonders für Familien mit Kindern der Zoo ein beliebtes Ausflugsziel. Für wenige Euro kann man auf kleinem Raum viele exotische Tiere sehen und das ohne extra in andere Länder fliegen und die Tiere mühsam in freier Natur suchen zu müssen. Und noch ein Vorteil: wo man in der Natur sich meist leise anpirschen muss, damit die Tiere sich nicht erschrecken und davon laufen, kann man im Zoo laut sein wie man will; die Tiere können ja nicht weg. Leider scheint das oft die Einstellung von Zoobesuchern zu sein.

Für Beobachtungen im Rahmen meiner Biologie Abschlussarbeit verbrachte ich viele Stunden im Zoo und was ich da mitbekam, war teilweise erschreckend. Besucher jeden Alters, die die Tiere anschreien oder sogar Steine und Stöcke nach ihnen werfen, damit diese sich für den gewünschten Schnappschuss zu ihnen umdrehen. In manchen  Zoos sind Gehege entsprechend klein gehalten, u.a. weil man den Besucher nicht mit versteckten Tieren frustrieren möchte. Und wenn der Eisbär bei 37° im Schatten nur platt auf seinem Felsen liegt, wird er direkt als faul oder sogar dumm beschimpft. Ich sah auch mal einen Familienvater, der seinen Kindern zeigte, wie lustig es ist, hinter den frei laufenden Tieren im Zoo herzulaufen und diese zu jagen.

Wo ist unsere Verantwortung den Tieren gegenüber geblieben? Vielleicht können wir uns daran erinnern, dass die Zootiere auch Bedürfnisse haben und leiden können und unseren Kindern ein gutes Vorbild sein, indem wir ihnen den respektvollen Umgang mit Tieren vorleben. Und bestimmt lohnt sich ein Ausflug in die Natur und in Wildparks, um die Tiere mit etwas Geduld sogar artgerecht in ihrer natürlichen Umgebung, ganz ohne Zaun und Wassergraben beobachten zu können.

Von Anita Kreuzer

Anita Kreuzer
Tierschutzlehrerin

 

 

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20.09.2018: Soviel mehr als ein paar Bäume!

Ein Wald ist Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Er ist die grüne Lunge unseres Planeten, liefert Sauerstoff zum Atmen, reinigt die Luft, stabilisiert den Boden, bindet Unmengen an CO2 und wirkt damit der Klimaerwärmung entgegen. Zudem hat der Wald eine enorme Wirkung auf den Menschen. Studien ergaben, dass Kinder, die regelmäßig im Wald spielen, sich besser konzentrieren können. Sie sind ausgeglichener und kreativer und ihre motorischen Fähigkeiten ausgeprägter. Menschen suchen und finden regelmäßig Erholung in Wäldern.

Einer dieser wertvollen Wälder ist der 12.000 Jahre alte Hambacher Forst hier in Nordrhein-Westfalen. Beziehungsweise das, was von ihm übrig ist. Denn seine Fläche schwindet…Wo 85 Quadratkilometer Wald eins lebte, klafft heute ein riesen Erdloch. Der Grund: Braunkohle.

Vielen geschützten Tierarten wie der Haselmaus oder dem Mittelspecht wurde der Lebensraum genommen. Etliche Menschen mussten für den Abbau von Braunkohle unfreiwillig ihre Dörfer am Waldrand verlassen. Dabei ist Braunkohle einer der größten Klimakiller unserer Zeit. Bei der Verbrennung werden neben CO2 außerdem gesundheitsschädliche Stoffe wie Schwermetalle und Feinstaub ausgestoßen. Gefährliche Luftverschmutzung ist die Folge. Der Weltklimarat fordert einen Kohleausstieg, um der Klimaerwärmung die Stirn zu bieten.

Dennoch fördert kein Land der Welt so große Mengen Braunkohle wie Deutschland. Und im Oktober möchte der Energiekonzern RWE die Hälfte des noch bestehenden Hambacher Forstes roden, um weiter nach Kohle zu graben. 150 Menschen widersetzen sich dem Großkonzern und seiner Profitgier. In Baumhäusern harren sie aus und wollen verhindern, dass die Bäume fallen. Sie erhalten große Zustimmung aus der Bevölkerung und der Umweltverband BUND zog gegen den Stromriesen vor Gericht. RWE behauptet, dass die Rodung nötig sei, um eine Energieversorgung zu gewährleisten. Nach Recherchen des BUND´s und der Deutschen Welle darf daran aber gezweifelt werden. Reserven gebe es genug und das Licht in NRW würde selbst in den nächsten 3 Jahren nicht einfach ausgehen. Ein Urteil in diesem Prozess bleibt abzuwarten. Bislang konnte nur ein Aufschub der Rodung erreicht werden. Statt Wälder stehen zu lassen und  andere Energien, wie Wind- oder Sonnenenergie, zu fördern, wird unsere grüne Lunge also abgeholzt.

Die Landesregierung unterstützt dies auch noch, ignoriert jedes Klimaziel des Pariser Abkommens und treibt den Abbau der umwelt- und gesundheitsschädlichen Kohle voran. Trotz enormer Proteste lässt die schwarz-gelbe Regierung in NRW den Energieriesen gewähren und schiebt einen absurden Grund für die vor kurzem angeordnete Räumung des Waldes durch einen der größten Polizeieinsätze vor: Die Baumhäuser würden den geltenden Brandschutzbestimmungen nicht entsprechen und für ihre Bewohner sei „Gefahr im Verzug für Leib und Leben.“ Umso absurder ist dies, da die Bundesregierung eine Kohlekommission eingesetzt hat, die zum Ende des Jahres ein generelles Urteil zur Kohleverbrennung fällen wird. Denn Deutschland wird die gesteckten Klimaziele bis 2020 in keinem Fall erreichen. Und wenn diese Kommission nicht auf den Kopf gefallen ist, wird das den Vorschlag zum Kohleausstieg bedeuten. Die Bundesumweltministerin, alle Kohlegegner und die Mehrheit aller Normalsterblichen fordern zumindest das Abwarten auf eben dieses Urteil, bevor aus dem restlichen Hambacher Forst ein weiteres nacktes Erdloch wird. Die Verteidigung von „Hambi“ ist längst zu einem Symbol einer zukunftsorientierten Gesellschaft im Kampf gegen rücksichtslose Profitgier geworden. Schade, dass diese Geier in der Wirtschaft und Politik immer noch nicht verstanden haben, dass es hier um die Zukunft des Planeten und jedes Einzelnen geht. Denn Wälder bedeuten Leben. Und zwar nicht nur für die, die in ihm wohnen.

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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13.09.2018: Der schönste Tag im Leben?

Wer kennt nicht den Brauch, bei einer Hochzeit weiße Tauben in den Himmel aufsteigen zu lassen, als Zeichen für Treue, Frieden und ewige Liebe. Als Glücksbringer sollen sie dem Brautpaar eine lange, harmonische und glückliche Ehe versprechen. Leider machen sich jedoch die wenigsten Brautpaare und Hochzeitsgäste darüber Gedanken, was dann weiter mit den Tieren passiert. Fragt man nach, so hört man immer wieder, „Wieso, die fliegen doch einfach wieder nach Hause!“.

Ja, das stimmt insofern als das die Tauben an einem für sie fremden Ort freigelassen werden und dann ihren Weg zurück in den Heimatschlag finden sollen. Mit welchen Gefahren sich die Tiere hierbei auseinander setzen müssen, darüber wird nicht nachgedacht. Viele Tauben werden unterwegs ein Opfer von Greifvögeln, sind sie doch durch ihre weiße Gefieder-Farbe als markanter Punkt im Himmel weithin sichtbar. 
Andere geraten in schlechtes Wetter Auf ihren Flügen zum Heimatschlag sind die Tiere großen Gefahren durch Greifvögel oder Orientierungsverlust ausgesetzt. Oft werden orientierungslose, verletzte  und oftmals auch ausgehungerte weiße Tauben aufgefunden, welche ihren Weg zum Heimatschlag nicht mehr finden konnten. Im besten Fall können sie im Tierheim aufgepäppelt und in ein gutes neues Zuhause vermittelt werden, im schlimmsten Fall jedoch sind sie so schwach und/oder schwer verletzt, dass sie nur noch erlöst werden können.

Oftmals ist auch nicht bekannt, dass die Tiere sich nur deswegen auf den beschwerlichen Weg nach Hause machen, weil sie bewusst vom Partner oder ihrem Nest getrennt werden. Tauben leben nämlich  in lebenslanger Monogamie, daher bedeutet die Trennung immensen Stress für sie.

Tauben sind sehr standorttreu und würden sich freiwillig niemals so weit von ihrem Schlag wegbewegen.

Wer bei Hochzeitsfeiern Tauben fliegen lässt, fügt den betroffenen Tieren gedankenlos sehr großes Leid zu. Überlegt man sich, dass es sich bei den Tieren um Haustiere handelt, die auf uns Menschen angewiesen sind kann man hier durchaus vom Aussetzen sprechen. Dies ist laut Deutschem Tierschutzgesetz verboten und kann also durchaus bestraft werden.

Wer also als Zeichen ewiger Liebe unbedingt Tauben als Glücksbringer bei seiner Hochzeit dabei haben möchte, sollte sich auf Zuckerguss-Tauben auf der Hochzeitstorte beschränken. 

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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06.09.2018: Schnecken: Im Garten und auf Tellern

Gerade in feuchten und lauen Sommertagen sind wir ihnen häufig begegnet. Sei es auf den Gehwegen auf dem Weg zur Arbeit, am Salat oder sogar an unmöglichen Stellen wie Häuserwänden oder auf Zäunen. Bisweilen fluchen wir auch über sie, wenn wir Teile unserer Gartenernte mit ihnen teilen müssen.

Die großen Unbekannten

Außer, dass sie unseren Salat anknabbern und glitzernde Spuren auf den Gehwegen hinterlassen, wissen wir jedoch nur wenig von ihnen. Sie essen weiche Pflanzenteile, können mehrere Jahre alt werden, sie riechen und schmecken mit ihren Fühlern, halten Winterruhe und können nicht hören. Ob sie Angst und Schmerz empfinden, wissen wir nicht.

Vielleicht sind auch dieses nicht Wissen und die großen Unterschiede zwischen uns und ihnen, die dazu führen, dass Schnecken nicht nur mit allerhand schaurigen Methoden in Gärten versalzen oder ertränkt werden, sondern auch auf Esstischen enden. Denn tatsächlich werden Schnecken, hauptsächlich Weinbergschnecken, auch heute noch in Deutschland verzehrt.

Weinbergschnecken gehören zu den besonders geschützten Arten und dürfen nicht gesammelt werden. Dies soll eine Ausrottung der Tiere verhindern.

Im großen Stil

Leider jedoch gibt es Zuchtfarmen, auf denen unsere stummen Freunde auf abgezäunten Flächen gehalten, mit Gemüse und Kräutern gefüttert und schließlich eingesammelt werden.

Um die Tiere auf den Teller zu bekommen, werden die Schnecken ausgehungert und in kochendem Wasser getötet. Unser Tierschutzgesetz schützt die Schnecken vor dieser Art Sterben nicht.

Nach dem Geschmack gefragt, erklären die Konsumenten meist, dass nur ein leichter Eigengeschmack vorhanden sei und die Kräuter dominierten, mit welchen die Schnecken serviert würden.

Wirklich eine Delikatesse?

Um den Verzehr von Schnecken salonfähig zu machen, versuchen die Züchter in die Medien zu kommen und beispielweise Zeitungsartikeln den Schneckenkonsum anzupreisen.

Dass es zu einem großen Ansturm auf tiefgefrorene Schnecken und Schneckenprodukte kommen wird, ist jedoch nicht zu befürchten. Zum einen ekelt viele Menschen bereits der Gedanke daran eine Schnecke in den Mund zu nehmen und zum anderen ist der Preis für recht wenig „Produkt“ so hoch, dass man sich stattdessen auch viel besser im vegetarischen Lieblingsrestaurant sattessen kann.

von Hella Carmago

 

 

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30.08.2018: Die einen hui, die anderen pfui?!

Da gibt es Tiere, die bewegen. Bewegen Menschen und in den Medien wird ausführlich über sie berichtet. Sei es in der Zeitung, den sozialen Portalen oder sogar im Fernsehen. So geschehen diesen Sommer, zuerst bei dem Galloway Bullen, der mehrere Wochen unterwegs war, und nun mit der, mittlerweile eingefangenen, hübsch gemusterten Anakonda aus einem See in Meerbusch.

Der namenlose Bulle, eigentlich nur einer von vielen in seiner Herde, bekommt den Namen Bernd und  im Fall der Schlange wird in einer großen Tageszeitung dazu aufgerufen, Namensvorschläge zu schicken, um das Tier taufen zu können.

Gerade auch bei Facebook ist in beiden Fälle die Resonanz auf die Berichterstattung durchweg positiv. Beim Bullen war der Aufschrei groß, als angedacht wurde, ihn erschießen zu lassen. Er sollte doch auf jeden Fall gerettet werden und, dann am besten zu einem Gnadenhof gebracht werden, wo er weiterleben darf und nicht geschlachtet werden soll. Auch die Anakonda, die die ersten tieferen Temperaturen im Herbst nicht überlebt hätte, sollte unbedingt gerettet werden. Warum ist das so? Warum erreicht ein einzelnes Tier die Herzen der Menschen, während die breite Masse der Tiere, die in irgendwelchen Mastställen vor sich vegetiert keine Beachtung erhält?

Da stellt sich mir die Frage, ob es grundsätzlich einen Unterschied machen würde, wenn  nicht mehr einfach nur Bilder von  namenlosen Hühnern, Kühen und Schweinen veröffentlicht werden würden, sondern wenn da die Rosa, die Mary und die Blacky zu sehen sind….

Mich zumindest macht es nachdenklich!

Von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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23.06.2018: Ferienzeit – Zeit für Tierleid

Und damit meinen wir dieses Mal nicht die ausgesetzten Tiere, die bei der so hochgeschätzten Urlaubsplanung im Weg sind.

Damit meinen wir auch nicht die Tiere, die für Erlebnisse wie Zirkus, Delphinarium oder gar Stierkämpfe leiden müssen. Über die berichte ich ein anderes Mal.

Nein, wir meinen tausende Esel, Maultiere, Pferde und Kamele die auf der ganzen Welt benutzt werden um Touristen durch Städte zu kutschieren, sie zu Sehenswürdigkeiten zu bringen oder schwere Planwagen mit lustig Angetrunkenen kilometerweit durch Landschaften zu ziehen. Zwar haben Barcelona und Montreal Pferdekutschen bereits verboten und auch Rom verhandelt gerade über tierfreundlichere Alternativen, dennoch sind weltweit an Touristenorten noch tausende Tiere im Einsatz. Tiere, die von Sand, Staub und Schweiß unter den Sätteln tiefe Wunden haben, die der fröhliche Urlauber dort nicht sieht, das Tier aber sehr wohl bei jedem Schritt quälend fühlt.

Sie stehen bei 35 Grad Außentemperatur (gemessen im Schatten!)  und kaum Wasser stundenlang wartend in der Sonne, um dann möglichst viele „Kulturinteressierte“ durch die sengende Hitze zu schleppen. Brave, folgsame Pferde die arbeiten, bis sie zusammenbrechen. Weniger folgsame Esel, die sich vielleicht auch mal dieser Qual verweigern – um dann von ihren Besitzern blutig geschlagen zu werden, bis sie sich fügen und weitergehen.

Leicht verdientes Geld für ihre Besitzer. Denn die Kunden sind zahlreich, die eine Kutschfahrt durch Wien oder Palma de Mallorca, einen Kamelritt zum Vulkan auf Teneriffa, Pferde- und Eselsritte auf Korfu, aber auch zu deutschen Sehenswürdigkeiten buchen. Ohne über die Tiere nachzudenken - als lustiges Freizeitvergnügen oder einfach nur aus Bequemlichkeit. Denn die kleinen, starken Esel tragen beileibe nicht nur Kinder, sondern werden ohne zu zögern auch von 130-Kilo-Menschen benutzt, denen das Zufußgehen schwer fällt...

Die Besitzer dieser armen, geschundenen Tiere tun Ihnen leid? Sie haben doch sonst keine Verdienst­möglichkeit? Nein – sie hätten sehr wohl andere Möglichkeiten, aber die sind mit eigener Arbeit verbunden und daher nicht so komfortabel, wie das Schinden dieser hilflosen Tiere.

Oder sind Sie tierlieb und finden diese Freizeitvernügungen auch entsetzlich? Dann sagen Sie es den Tierbesitzern. Sagen Sie es laut und vielleicht sogar auf Englisch, damit möglichst viele Umstehende Sie verstehen und vielleicht anfangen nachzudenken, bevor sie einen Ritt oder eine Kutschfahrt buchen. Damit irgendwann dieses „Vergnügen“ ein Ende hat!

 Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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16.08.2018: „Gefährlicher“ Lückenbüßer

Wenn das Fernsehen nichts Aktuelles hat und irgendwelche (An-)Alphabet-Promis sich nicht zerhackstückelt oder nackt zeigen oder es keinen Stoff für einen Brennpunkt gibt, greift man lieber wieder in die Schiene der Angst-Macherrei. Zuvor warnte RTL noch vor der Wespenplage und zeigte eine Familie die Angst um ihre Kinder hat weil die Natur, die an ihrem Haus nistet, grausam ist.

Da kommt die ARD daher und haut mal wieder in die Kerbe der Listenhunde. Es wird pauschalisiert, Hundekenner und Auskenner werden nicht gefragt sondern lieber kurz gehalten und ihre Argumente, dass egal welche Rasse an Hund böse werden kann überpappt mit Beiss-Vorfällen der Kampfhunde. Eine Hundehalterin die für ihre Hunde die Hand ins Feuer legen tut, kommt zu Wort. Sie tut und tutet in jedem Satz, gibt vor laufenden Kameras noch zu, dass sie ihre Hunde illegal hält während sie an einem Kinderspielplatz lächelnd vorbei läuft. Sie tut weiter alles um ihre zu dicken Staffs ins richtige Licht zustellen. Dabei werden die beiden von Golden Retrievern vermöbelt. Als würden die Macher der Reportage sagen wollen: " Schaut her auch der Familienhund kann böse!"
Jeder verantwortungsvolle Hundehalter sieht mit verbunden Augen, dass die Hunde nicht spielen und würde dazwischen gehen. Das wäre aber keine Effekthascherei sondern könnte an der These Kampfhund bleibt Kampfhund rütteln. Da zeigt man lieber die Klischees der muskelösen, tätowierten Staffbesitzern, (der Kameramann zoomt extra auf Körper und Goldschmuck) und wundert sich, dass neben dem Schmusen mit dem Hund auch Fremde ihnen ins Maul packen können. Sie vermischen in jede vielleicht aufklärende Aussage, dass der Halter schuld sein könnte, den Fall Chico. Zeigen Hardcore Chico Befürworter und bemängeln das Umdenken der Bevölkerung. Wurde beim Fall Volkan im Jahr 2000 doch noch Partei für die Opfer gezeigt. Das Warum, oder wer in dem Fall versagt hat bleibt unerwähnt.


Die Macher der Reportage vermurksen in 45 Minuten die Arbeit von Tierschutzvereinen, Hundprofis , Hundekennern, Hundeschulen die dafür kämpfen, dass der Mensch verantwortungsvoll mit seinem Hund umgehen kann, der Hund als Hund gehalten werden soll und eine Erziehung beider Enden der Leine eine Voraussetzung werden muss um einen Hund zu halten. Lieber zeigen sie in Sekunden wo die Listenhunde in der Statistik der Beiss-Vorfälle stehen und in langen Minuten was Kampfhunde anrichten. Dann wird ein Rotweiler gezeigt der sich auf einen Kinderwagen stürzt. " Er hat tolle Papiere und eine gute Abstammung."- tönt die Tierschützerin aber er ist gestört und würde so nicht in die Vermittlung gehen. Das Warum der Hund sich so gibt und wer den vermurkst hat wird wieder nicht erwähnt. Lieber schiebt man etwas auf die Gene und die Gesetzeslücken in der Hundeverordnung. Der Bericht über die Bundesländer, die die Rasseliste ganz abgeschafft haben bekommt ein bitteres „Geschmäckle“, weil dabei immer wieder Staffs im Tierheim gezeigt werden, die Zähne zeigend ans Gitter stürmen.
Aber der Höhepunkt kommt zum Schluss. Ich dachte erst, es würde der dicke Pekinese oder der röchelnde Mops bei Oma Elfriede gezeigt der eine Leberwurststulle bekommt und darauf hingewiesen, dass das die perfekten Hunde wären. Nein. Der Mensch sollte sich doch lieber eine Katze oder einen Vogel zulegen, wenn es immer mehr bergab geht mit dem Auskennen in der Tierhaltung. Die bringen bei falschem Halten und beim Verstoß gegen das Tierschutzgesetz wenigstens keinen Menschen um.
Mir schwillt der Kamm bei einer so gequirlten Reportagenkacke. Liebe Macher auch bei einem kleinen Budget kann man recherchieren oder anständige Interviews führen. Objektivität, die ihr Journalisten so für euch propagiert kostet bestimmt nicht viel.
Warum ich mir das angeguckt habe weiß ich gar nicht. Die Hoffnung war es vielleicht. Tja nun kann ich gar nicht schlafen bei der Vermurksung des Hundes die ich gezeigt bekommen habe.

Von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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09.08.2018: Von Wölfen und Flüssen

 „Trophische Kaskade“. So heißt ein Begriff der Ökologie, der aufeinander folgende Ereignisse in der Nahrungskette beschreibt, wie zum Beispiel vom Wolf bis zum Fluss.

Aber was hat der Wolf mit Flüssen zu tun?

Folgende Geschichte dazu:

70 Jahre lang hat es den Wolf dank intensiver Bejagung im Yellowstone Nationalpark in den USA nicht gegeben. Resultat waren abgeweidete Flusstäler und Schluchten. Wapitis, eine große Unterart der Rothirsche, vermehrten sich ohne ernst zu nehmende Feinde so stark, dass der Mensch den Bestand nicht mehr regulieren konnte. Espen, Weiden und Pappeln konnten sich kaum noch verbreiten.

In den 90er Jahren wurden Wölfe schließlich wieder angesiedelt und lösten eine Kette erstaunlicher Ereignisse aus: Natürlich jagten sie Wapitis, aber vor allem veränderten sie das Verhalten der Hirsche. Diese mieden Stellen, an denen sie leichte Beute waren: Flusstäler und Schluchten. Dort regenerierte sich die Vegetation und der Baumbestand verfünffachte sich innerhalb weniger Jahre.

Die Bäume an Flussufern lockten mehr Vögel an und auch der Biber ließ nicht lange auf sich warten. Dies führte zur Ansiedelung vieler weiterer Tierarten, da Staudämme der Biber viele neue Nischen für Otter, Fische, Reptilien und Amphibien hervorbringen. 

Zudem töteten die Wölfe auch einige Koyoten, was den Bestand an Kleinnagern und Kaninchen erhöhte. Diese wiederum stehen auf den Speiseplänen der Falken und Füchse, deren Populationen dadurch anstiegen.  

Das Aas der Wölfe bildete außerdem eine neue Nahrungsquelle für Krähenvögel und Bären,  für die auch die wachsenden Beerensträucher ein Segen waren.

Die zunehmende Vegetation der Flussufer minderte Erosionen und stabilisierte den Boden. So wurden die Flussläufe tatsächlich schmaler und kräftiger und es bildeten sich noch mehr Seen.

Das also hat der Wolf mit Flüssen zu tun.

Eine solche trophische Kaskade ist ein Beispiel für die enorm komplexen Wechselwirkungen in der Natur und sicherlich nicht nur im Yellowstone Nationalpark in den USA.

Aber wie ist es mit der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland?

Fakt ist, dass das Rotwild bei uns auf einem Rekordhoch ist und die Zahl der Wildunfälle(alle 2 Minuten!) steigt stetig. Trotz „Bestandsregulierung“ durch die angeblich naturschützende Jägerschaft.

Fakt ist aber auch, dass ein dicht besiedeltes Land kein Yellowstone Nationalpark ist und der Wolf ein Raubtier.

Dass Isegrim vor unserer Zeit schon hier gelebt hat und es in Nachbarländern mit dem Wolfsmanagement funktioniert, sollte aber ebenso klar sein. Und wie immer ist es mal wieder eine Frage der Politik. Damit der Wolf auch bleiben kann, braucht er aber vor allem eins: Akzeptanz.

Da bleibt uns nichts anderes übrig, als aufzuklären, mit Vorurteilen aufzuräumen und uns in Erinnerung zu rufen, dass dem Menschen die Erde nicht gehört und wir nur Teil eines Ganzen sind. Mit jeder ausgerotteten Tierart verschwindet ein Zahnrad im Getriebe der Erde. Und übrigens: Rotkäppchen lügt!

Von Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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02.08.2018: Heute im Angebot!

Die Temperaturen steigen und der alte Grill wird geputzt und geschrubbt, um dieses Jahr wieder seinen Dienst aufzunehmen. Oder man hat sich sogar einen ganz neuen Grill gekauft, den Megabrutzler 8000 mit LED-Beleuchtung und integriertem 5-Stufen-Ventilator. Der Preis der Grill-Hardware darf dann auch gerne im dreistelligen Bereich liegen. Hauptsache das Grillgut ist billig. An der Fleischtheke im Supermarkt tummeln sich sichtlich zufriedene Käufer und das 1,99/kg Preisschild führt durchaus mal zu einem zufriedenem Lächeln oder gar funkelnden Augen.

Aber was steckt hinter den Billigpreisen von Fleisch und anderen Tierprodukten? Die Bilder des Leides in den Tierfabriken möchte man sich lieber nicht vor Augen führen, denn die könnten einem den Grillabend sowie den Appetit richtig vermiesen. Nicht umsonst haben Schlachthäuser weder große Fenster noch einen Tag der offenen Tür. Auch unseren Kindern wollen wir oft nicht im Detail erklären, wie aus der Kuh ein Steak wurde oder dass für ihre Frühstücksmilch kleine Kälbchen sterben müssen. Und auch beim Bio-Bauern fragt in der Regel keiner nach, wie alt die Tiere sind, wenn sie zum Schlachter kommen. Ganz nach dem Motto „Geiz ist geil“, sind diese Tiere nur noch ein Stück Ware. Aber was soll man machen? Aufs Grillen verzichten? Das braucht man zum Glück nicht. Es gibt von buntem Gemüse über Folienkartoffeln bis hin zu Tofuwürstchen viele sehr leckere Möglichkeiten. So kann man ganz einfach den Tieren und sich selbst was Gutes tun, denn die pflanzlichen Produkte sind sogar oft auch gesünder und umweltschonender. Und wer auf den Geschmack gekommen ist, kann vom Tierschutzverein Düsseldorf auch ein Kochbuch mit viel Liebe zum Detail bekommen, um sich von der Vielseitigkeit der Geschmäcker überraschen zu lassen. Wer braucht da noch den Megabrutzler 8000?!

Von Anita Kreuzer

Anita Kreuzer
Tierschutzlehrerin

 

 

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26.07.2018: Tierhaltung – auch eine finanzielle Verantwortung

Leider bekomme ich seit vielen Jahren immer und immer wieder mit, dass Menschen die Tierarztkosten für ihre Tiere nicht mehr zahlen können. Es kann immer passieren, dass Menschen durch eine Scheidung, den Verlust des Hauptverdieners oder ähnliches in finanzielle Not geraten. Da bleibt dann auch nur die Hoffnung auf Hilfe von außen.

Jedoch weit häufiger ist, dass Menschen mit einem zu knappen Budget Tiere adoptieren oder kaufen, und bei einer Kastration, den fälligen Impfungen oder einer OP nicht mehr weiter wissen.

Glücklich können wir da noch sein, wenn jemand beim Tierschutzverein anruft und nachfragt, wie denn billig an eine Katze oder an einen Hund heranzukommen sei. Da kann zumindest die Beratung ansetzen. Dass es eben nicht mit beispielweise den Kosten im Tierheim und ein wenig Futter getan ist. Einmal ein paar Posten wie Impfungen, „Parasiten“schutz, Spielzeuge, Rücklagen für OPs bei Kastration, Krankheit oder Verletzung, Medikamentenkosten im Alter, Pensionskosten für den Urlaub genannt, kommen viele so auch dann von der Idee eines eigenen Heimtieres ab.

Ist ein Tier im Haushalt, ist zu überlegen, wie auch einmal Kosten für eine OP angespart werden können. Ein Heimtier gehört zur Familie. Und die lässt man nicht im Stich, wenn sie Hilfe am dringendsten benötigt oder schiebt sie dann mal rasch ins Tierheim ab, damit sich andere kümmern und die finanzielle Belastung tragen.

Ist eine Einsparung nicht möglich, ist es manchmal nötig, den Stolz herunterzuschlucken und Familie und Freunde zu bitten, zum Geburtstag Raten für den Tierarzt zu schenken, das Mittel gegen Flöhe und Zecken zu sponsern oder vielleicht eine kleine Patenschaft zu übernehmen.

Bekommen wir mit, dass eine Person mit zu geringen Mitteln an Zeit, Geld oder ähnlichem ein Tier halten möchte, sollten wir den Mut aufbringen auch freundlich dagegen zu argumentieren. Die Tiere im Tierheim lieben ihre Gassigeher und Streichler auch. Sodass dies vielleicht ein Ersatz sein kann, bis sich die Situation bei den potentiellen Tierhaltern verbessert hat.

Von Hella Camargo

 

 

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19.07.2018: Kleine Fledermäuse brauchen Hilfe

„Morgens 10 Uhr in Deutschland“

Während der Arbeit im Tierschutzverein Düsseldorf, meldet sich irgendwann mal der kleine Hunger. Aber nicht nur bei mir und den anderen Mitarbeitern. Viele bringen ihre Hunde mit ins Büro, die uns den Arbeitsalltag verschönern und dafür sorgen, dass man sich beim Essen nicht allein und unbeobachtet fühlt. Sie sind aber nicht die einzigen tierischen Begleiter. Seit kurzem findet man neben Laptop und Kuli auch Fledermäuse in einem Flexarium auf dem Schreibtisch. Es ist Babysaison und die kleinen Findelkinder kommen aus verschiedensten Umständen zu den Fledermauspflegern. Oft sind sie dehydriert, verletzt oder krank. Da Fledermäuse reine Insektenfresser sind, wirken sich Umweltgifte, insbesondere Insektizide sehr schädlich auf sie aus. Da sie noch klein sind, brauchen sie alle paar Stunden Milch bzw. Futter in Form von Mehlwurminnereien. Klingt lecker, oder?! Was so manchen Arbeitgeber stören würde, ist hier zum Glück kein Problem. Fledermäuse sind nicht nur streng geschützt sondern auch sehr nützlich, denn sie können mehrere Tausend Mücken pro Nacht vertilgen. Sobald die Kleinen groß genug sind und genügend Flugstunden hatten, dürfen Sie wieder zurück in die Natur. Auch wenn wir sie hier im Büro vermissen werden, ist die Freilassung immer ein emotionales Highlight und Entlohnung für alle Mühen. Falls Sie sich für Fledermauspflege interessieren, melden Sie sich gerne bei uns.

Von Anita Kreuzer

Anita Kreuzer
Tierschutzlehrerin

 

 

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12.07.2018: Ein Jahr TiNa-AG

-ein Rückblick

Vor einem Jahr habe ich in einer Düsseldorfer Grundschule die TiNa-AG (Tiere und Natur) begonnen. Neun Kinder zwischen 7 und 10 Jahren trafen sich einmal in der Woche mit mir in ihrer Schule, um etwas rund um das Tier oder für die Umwelt zu machen. Das Thema der Doppelstunde habe ich nie verraten, um Spannung zu halten. Da dies meine erste AG war und ich auch sonst nie über einen so langen Zeitraum mit derselben Gruppe an Kindern gearbeitet habe, war ich entsprechend aufgeregt. Wir hatten das Glück, einen Park in der Nähe der Schule zu haben und so konnten wir häufig etwas draußen machen. In einer der ersten Stunden fertigten wir Vogelfutteranhänger an, die eher mit Körnern gespickten Fettklößchen glichen, als den ursprünglich geplanten, wohlgeformten und filigranen Anhängern.  Solche AG-Einheiten sind relativ aufwendig in der Planung und im Material. Und schnell grüßte Lektion Nummer 1: Plan A ist da, um einen Plan B zu haben.  Perfektionismus hat sich hinten anzustellen und Improvisationstalent ist ganz vorne mit dabei. Nachdem ich dies verinnerlicht hatte, stieg die Zufriedenheitsskala stetig an. Am wichtigsten war mir, dass ich mit den Kindern auf Augenhöhe bin. Und so war es.

Das gesamte Jahr haben wir unglaublich viel geschafft. Wir haben Igelüberwinterungshütten und Vogelfutterhäuschen gebaut, hatten Besuch von Hund Aaron bei der Hunde-Stunde und sogar von Fledermäusen, lernten viel über die Wildtiere in der Stadt, bastelten Blättertiere, schlüpften in Mitmachtheaterstücken in die Rolle der Tiere und erneuerten Frosch-Abdeckungen an Schächten neben der Schule und noch viel mehr…

Im gesamten Jahr fiel mir eines besonders auf: Die Themen spielten weniger eine Rolle, als dass sich eine generelle Sensibilität entwickelte, auf die ich besonders stolz bin. Das Thema Müll hatten wir, wenn überhaupt, nur angeschnitten und in einer AG-Einheit im Park fingen die Kinder plötzlich an, fassungslos über die Achtlosigkeit der Menschen, den Müll zu sammeln. Und so ging Plan A wieder fliegen und Plan B hieß dann Müll-Sammel-Wettkampf.

Die Resonanz der Kinder nach diesem Jahr hätte schöner nicht sein können. Leider werde ich die dortige AG nicht weiterführen, da auch andere Kinder an anderen Schulen in den Startlöchern stehen und das Projekt „TiNa macht Schule“ mehr Aufmerksamkeit nötig hat.

Bestürzt und traurig sprachen die Kinder mir ein Lob aus, wie toll die TiNa-AG doch sei und so abwechslungsreich und sie würden es am liebsten bis zur weiterführenden Schule machen…

Ziemlich gerührt und voller Stolz auf die mir ans Herz gewachsenen Nachwuchstierschützer plane ich gerade die letzte AG-Einheit. Plan A ist ein vegetarisches Picknick. Mal sehen…

 

Von Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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05.07.2018: Summer in the City!

Sommer pur, gute Laune, Freude am Aufenthalt draußen, es ist wunderschön. Man kann sich fast schon darauf verlassen, dass unser Wetter  überwiegend gut bleibt und den Urlaub in Deutschland planen. Das war nicht immer so. Bei aller Freude muss man sich aber bewusst machen, dass es natürlich auch ein Teil der Erderwärmung/Klimawandel sein kann, der  uns in späteren Jahren noch genug Probleme bereiten wird. Soweit sind wir aber noch nicht, trotzdem bitte die Natur und die Tiere in unserer Stadt nicht vergessen. Die Vögel müssen weiterhin gefüttert werden, brauchen aber auch Wasser. Deshalb darf in keinem Garten und auf keinem Balkon eine Wassertränke fehlen. Katzensicher angebracht, bitte flache Schalen, damit auch kein Jungvogel ertrinkt. Selbst Bienen müssen trinken, für sie muss man ins flache Gefäß Murmeln oder Ziersteine ausbringen, damit auch hier nichts passiert. Auf dem Boden tut es eins Schüssel für Igel, Eichhörnchen u.s.w. Auch unsere Straßenbäume haben Durst. Sie versorgen uns mit wertvollem Sauerstoff, geben Schatten und verbessern unsere Luft. Also auch hier ist es nicht zu viel verlangt, vielleicht abwechselnd mit den Nachbarn, hin und wieder einen Eimer Wasser zu spendieren.

Sie haben es in der Hand, viel mehr, als Sie denken. Sehen Sie sich selbst als Paten, übernehmen Sie gern eine kleine Verantwortung. Es kommt als Freude zu Ihnen zurück.

von Monika Piasetzky

 

 

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28.06.2018: Das Fleisch der Zukunft

Viele von uns beschäftigt die Tierproduktion mit all ihren Leiden und dem frühen Tod der Tiere. Hinzu kommen weitere Punkte, wie z.B. die Belastung unseres Trinkwassers durch Gülle und die Meldungen zu Tierseuchen und antibiotikaresistente Keime.

Dass wir nicht in dm Umfang weiter Fleisch konsumieren können, wie bisher, ist uns allen bewusst.

Nun wollen wir Produkte, die den uns bekannten Leckereien möglichst ähneln, dabei aber wesentlich tier- und umweltfreundlicher sind, ohne teurer oder schwer erhältlich zu sein.

Die meisten Supermärkte, Bioläden und Reformhäuser bieten schon eine breite Palette an pflanzlichen Fleisch- und Wurstprodukten an. Basis für Würstchen, Schnitzel und Co. sind Hülsenfrüchte, Getreide oder Gemüse.

Viele Menschen finden darunter befriedigende Alternativen oder machen ihre Wurst einfach mittels Gluten, Gewürzen und Bratschlauch einfach selbst.

Für einige Menschen sind diese Produkte aber nicht echt genug. Etwas an Geruch, Konsistenz oder Geschmack fehlt ihnen. Darum haben Unternehmen größere Summen für die Entwicklung bereitgestellt. Statt in Forschung nach Rindern mit geringerem Methanausstoß, Einstreu mit verringernder Ammonikaemmissionen oder neuen Methoden der Fekelkastration zu investieren, wird nun innovativ gearbeitet.

Mit Hilfe veränderter Hefezellen werden z.B. Eiklar, Milch oder das Hämeisen produziert, das Fleischprodukten den typischen Geruch gibt und selbst einen pflanzlichen Burger bluten lässt.

Ebenfalls mit großen Schritten geht es beim Laborfleisch voran. Einem gesunden Tier wird dazu etwas Muskelgewebe entnommen und davon ausgehend auf Nährmedien Muskelfleisch gezüchtet. Mit der Methode würde in Zukunft kein Tier mehr zur Fleischproduktion geschlachtet, aber es könnte echtes Fleisch mit all seinen Fasern, Gerüchen und Geschmack konsumiert werden. Zu Anfang unerschwinglich teuer, sinkt der Preis für das sg Laborfleisch kontinuierlich. Neben der Tatsache, dass keine Tiere mehr dafür geschlachtet werden, ist dieses Fleisch auch in Bezug auf Krankheiten, Medikamente oder Futtergifte sicherer als das aktuelle Fleisch.

Bleibt abzuwarten, welches Fleisch sich durchsetzen wird. Abhängen wird es wohl von der Erhältlichkeit, dem Preis, aber auch stark von den Gewohnheiten in Bezug auf Geschmack, Konsistenz und Zubereitung. Immerhin essen wir heute anders als unsere Großeltern und die Generation unserer Enkel wird anders essen, als wir. Gute Gründe die Alternativen zu testen, gibt es jedenfalls viele.

von Hella Camargo

 

 

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21.06.2018: Qualzucht-Schlimmer geht immer!

Ein Tierheim verursacht Kosten. Hohe Kosten. Personal muss bereitgestellt werden, Futter bestellt werden, die Gehege und festen Bauten instand gehalten werden. Das alles läppert sich über das Jahr gesehen, ist aber mehr oder weniger planbar und vorhersehbar. Ein immer größer werdender Posten, der für uns aber immer weniger vorhersehbar ist, sind die Kosten für die tierärztliche Versorgung der vielen Hunde, Katzen und Kleintiere, die gefunden, von ihren Besitzern abgegeben oder behördlich sichergestellt werden.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt wie das Thema Qualzucht hierzu passt. Lassen Sie es mich Ihnen erklären. Gerade die sogenannten Moderassen werden in einer Art und Weise sowie einem Ausmaß für den Markt produziert, den man sich nicht vorstellen kann. Getreu dem Motto „Geiz ist geil“ werden kranke, ja missgebildete, Katzen und insbesondere Hunde vermehrt, die dann über Kleinanzeigen und Co billig verscherbelt werden. Abgesehen von den psychischen Leiden, die diese Tiere aufgrund ihrer Aufzucht aufweisen, sind sie oftmals auch physisch schlicht und ergreifend kaputt.

Viele Ottonormalverbraucher, die vor dem Erwerb eines Elektrogeräts akribisch googeln, kaufen ein Tier, ohne einmal zu hinterfragen, welches Leid sie da eigentlich unterstützen. Brachykephale Hunde, wie Bulldogge oder Mops stehen ganz hoch auf der Liste der gewünschten Hunderassen. Dass diese Tiere kaum Luft bekommen und durch Deformationen von Wirbelkörpern (sog. Keilwirbel) in ihrer Bewegung schwer beeinträchtigt sind, wird schlichtweg ignoriert. Die Liste ließe sich problemlos weiterführen. Schäferhunde, die mehr einem Frosch als einem Hund ähneln, taube und/oder blinde Australien Shepards mit Gen-Defekt, aber auch genauso Katzen, wie Maine Coon oder British Kurzhaar, die oftmals unter der erblich bedingten Hypertrophen Cardiomyopathie (HCM), einer Herzerkrankung, leiden.

Immer und immer wieder landen diese Tiere bei uns im Tierheim. Nicht nur, dass wir fassungslos die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, nein selbstverständlich versuchen wir zu retten, was zu retten ist. Da stehen Untersuchungen und Operationen an, deren Kosten schnell in die Tausende gehen, will man dem, oftmals noch jungen Tier, Lebensqualität geben und ein möglichst schmerzfreies Dasein ermöglichen.

Dass der Gesetzgeber hier tätig werden muss, steht außer Frage. Ist es aber nicht viel besser, wenn diese vermeintlichen Züchter nicht mehr durch Käufer unterstützt werden? Zugunsten all der Tiere, die dann gar nicht geboren werden müssen?! Ein unrealistisches Ziel? Vielleicht! Aber eigentlich ein erfüllbarer Wunsch!

Von Katrin Haas

 

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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13.06.2018: Hund + Auto + Sonne: eine gefährliche Kombination

Man kann es leider gar nicht oft genug sagen: bei Sonnenschein - oder auch nur warmen Temperaturen mit bedecktem Himmel – niemals den Hund im Auto warten lassen.

Ob Sie ein oder mehrere Fenster einen Spalt weit offenlassen ist dabei unerheblich: es macht praktisch keinen Unterschied zu einem völlig geschlossenen Wagen. (Einzige Alternative: wenn der Hund in einer luftigen Gitterbox sitzt, ausreichend zu Trinken hat und Sie den Kofferraumdeckel komplett geöffnet haben.)

Ist für eine gewisse Zeit die normale Körpertemperatur eines Hundes (38-39 Grad) um nur 2 Grad (!) überschritten, kommt es unweigerlich zu einem Hitzschlag, der schnell tödlich endet. Das ist bei nur 20 Grad Außentemperatur bereits nach rd. einer halben Stunde, bei 26 Grad schon nach etwa einer Viertelstunde und bei Temperaturen von 30 Grad und mehr schon nach nur 5 Minuten (!)  der Fall.

Und steht das Auto gar in der Sonne, erhöht sich die Innentemperatur noch schneller: in etwa 10 Minuten um jeweils rd. 7 Grad. 

Haben Sie es jemals geschafft Ihre Einkäufe in weniger als einer Viertelstunde zu erledigen? Oder kennen Sie das auch: je eiliger man es hat, desto länger ist die Schlange an der Kasse, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Rechenrolle gerade leer ist oder klemmt, die Person vor einem die Pin-Nummer der EC-Karte vergessen hat, oder etwas umtauschen will, oder …

Wie schnell sind da 15 Minuten um -  Zeit, die Ihren Hund vielleicht schon das Leben kostet oder ihm dauerhafte Organschäden zufügt.

Dann parken Sie eben im Schatten? Das ist zwar besser als in der prallen Sonne aber dennoch keine gute Idee: wir haben ja von Außentemperatur gesprochen – also ganz egal ob Schatten oder bewölkter Himmel. Und Sie sollten auch daran denken, dass die Sonne wandert. Ein Auto, das jetzt noch im Schatten unter einem Baum geparkt wird kann schon kurze Zeit später in praller Sonne stehen.

Was also tun?

  • Lassen Sie Ihren Hund zu Hause auf Sie warten.
  • Wenn das nicht geht, kühlen Sie das Auto vorher mit der Klimaanlage so weit wie möglich herunter, stellen dem Hund einen Napf mit Wasser in den Kofferraum und feuchten auch sein Fell an (Verdunstungskälte) oder
  • nehmen Sie jemanden mit, der während Ihres Einkaufs (oder was immer Sie erledigen müssen) mit Ihrem Hund im Schatten, außerhalb des Autos, auf Sie wartet.
  • Wenn Sie Autobahnfahrten vor sich haben, nehmen Sie immer reichlich Wasser für den Hund mit, dunkeln Sie die Scheiben ab, und achten Sie darauf, wie es ihrem Hund im Kofferraum geht, insbesondere bei Stau.

Und wenn es schon zu spät ist?

  • Bringen Sie den Hund sofort ins Kühle, benetzen sein Fell und die Pfoten mit kaltem (nicht eiskaltem!) Wasser, legen nach Möglichkeit ein feuchtes Handtuch über ihn und geben ihm vorsichtig kühles Wasser zu trinken.
  • Bringen Sie ihn dann umgehend zum Tierarzt.

Polizei und Feuerwehr sind übrigens berechtigt, die Scheiben an Ihrem Wagen einzuschlagen um Ihren Hund zu retten. Die Kosten tragen Sie und werden außerdem ein Strafverfahren wegen Tierquälerei bekommen.

Dass man bei sommerlichen Temperaturen auch kein Kind im Auto warten lässt müssen wir hier nicht extra erwähnen, oder?

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands

 

 

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07.06.2018: Der Unterschied zwischen einem Waschbecken und einem Hund

Montag, der erste Tag nach meinem Urlaub. Nicht zum ersten Mal klingelt das Telefon. Der Herr berichtet mir von den Problemen, die sein Sohn mit einem Hund hat. Diesen hat der Sohn aus dem Ausland mitgebracht und leider klappt nicht alles wie gewünscht. Eine Hundeschule soll es nun richten. Nach seiner Beschreibung empfehle ich zwei Trainerinnen, die sich die Situation am besten einmal vor Ort anschauen sollten. Beide kenne ich persönlich und weiß, dass sie nicht nur fachlich top sind, sondern auch preislich absolut im Rahmen liegen. Schon da erhalte ich wenig Verständnis, vermutet man doch (zurecht) eine Menge Arbeit, die man sich ja am liebsten nicht machen möchte.

Mittwoch wieder ruft  mich der Herr an um mir, wie er sagt ein Feedback zu geben… Er sei erschüttert, dass er bzw. sein Sohn die Arbeit, sprich das Training übernehmen soll. Er erklärt mir, dass wenn er als Kunde einen Handwerker bestellen würde (der ja sowieso auch sehr viel preiswerter wäre), er als Kunde ja auch nicht bezahlen würde und dann die Arbeit machen muss. Ich denke, okay, interessante Sichtweise und bemühe mich ihm den Unterschied zwischen einem anzubringenden Waschbecken und einem Lebewesen zu erklären und dass die Familie und nicht der Trainer ja tagtäglich mit dem Hund leben wolle. Nicht nur, dass  diese Sicht der Dinge leider nicht zum Anrufer durchdringt, nein, es wird schimpfend einfach aufgelegt.

Immer mehr bekomme ich das Gefühl, das viele viele Menschen, die sich ein Tier anschaffen davon ausgehen, dass dies ähnlich ist wie der Kauf eines Toasters. Auspacken, Stecker an den Strom- funktioniert. Ein Lebewesen mit einer Vorgeschichte, neu in einer fremden Umgebung mit Menschen, deren Sprache es nicht spricht und versteht soll genauso funktionieren. Ich würde mir wünschen, dass Menschen, die eine solche Anspruchshaltung haben sich überhaupt kein Tier anschaffen und sich einmal überlegen, wie es wäre, alleine in einem fremden Land zu sein, wo man sich nicht auskennt und nicht mit den Menschen kommunizieren kann.

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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30.05.2018: Sicherheit für Katzen – auch auf Balkon und Terrasse

Sonne, warme Luft, Blüten überall, da heißt es nur noch: Raus und das Wetter genießen.
Damit sind wir nicht allein. Auch viele unserer Stubentiger würden zu gern durch warme Gräser streifen, die Krallen an Bäumen wetzen und Vögel jagen. Aus den verschiedensten Gründen, wie z. B. Alter, Krankheit oder auch den Schutz vor den Gefahren der Umgebung, müssen Millionen Katzen in Wohnungen und Häusern bleiben. Aber auch diesen Tieren kann man spannende Aussichten und frischen Wind um die Nase ermöglichen.

Ab auf den Balkon, was soll schon passieren?

Leider haben Katzen keine Ersatzleben, sodass ein gekipptes Fenster, ein ungesicherter Balkon oder ein Ausflug aus dem Garten für die Tiere sogar tödlich sein können. Versucht sich eine Katze durch ein gekipptes Fenster zu quetschen, kann sie steckenbleiben und im Spalt tiefer rutschen. Organe und Wirbelsäule werden verletzt und das Abenteuer endet mit dem Tod. Auch vor Abstürzen von Balkongeländern, Dächern und Terrassenmauern sind Katzen leider nicht gefeit. Obwohl Experten im Balancieren, passiert auch ihnen mal ein Fehltritt. Mit fatalen Folgen. Auch der Trip aus dem Garten auf die nächste Bundesstraße ist alles andere als Gesundheitsförderlich.

Was tun, um der Katze das Gefühl von Freiheit zu bieten?

Wer keinen Garten, Terrasse oder Balkon hat, kann Fenster katzensicher machen und den Stubentigern die Möglichkeit geben, durch das geöffnete Fenster die Umgebung zu beobachten. Es gibt gar Erkersysteme, welche nutzbaren Platz für die Katze erhöhen. Um wirklich Schutz zu bieten, werden die verschiedenen Systeme an der Hauswand befestigt. Mit der Hausverwaltung muss abgeklärt werden, welche Systeme verwendet werden dürfen. Immerhin muss teilweise auch Isolierung durchbohrt werden. Ein einfach ins Fenster eingestecktes Fliegengitter reicht nicht. Da die Katzen womöglich dagegen springen, können sie die Bespannung zerfetzen oder das ganze Konstrukt aus dem Rahmen drücken und abstürzen.
Die Schutzsysteme werden heute schon von professionellen Unternehmen angeboten und angebracht.

Ähnlich sieht es bei Dachterrassen und Balkonen aus. Auch hier sollte beachtet werden, dass Katzen sich nicht durch offene Spalten quetschen, die Bespannung zerreißen oder sich durch hängenbleiben verletzen können. Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass andere Tiere, wie z. B. Vögel sich nicht darin verheddern und sterben können.
Beim Balkon muss bedacht werden, dass Katzen prima springen und klettern und eine halbe Sicherung als Herausforderung zur Überwindung verstehen.

Dachterrassen und auch Gärten müssen entweder wie eine Voliere auch von oben abgedeckt sein, oder einen nicht zu überwindenden, hohen und weit nach innen gebogenen (am besten doppelt) Zaun haben.

Und wenn doch einmal etwas passiert?

Auch Katzen sollten gechipt und registriert sein, sodass entlaufene Tiere zugeordnet werden können. Eingeklemmte oder abgestürzte Katzen sollten tierärztlich untersucht werden, um Organschäden auszuschließen.

Wir hoffen, dass es dieses Jahr weniger Unfälle gibt und Mensch wie Katze Sonne und Aussicht genießen können.

von Hella Camargo

 

 

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24.05.2018: Wenn Vogelkinder flügge werden….

Momentan erreichen uns täglich mehrfach Anrufe von ratlosen Bürgern, die scheinbar verlassene, noch nicht flugfähige Vogelküken gefunden haben. Zurzeit verlassen die sogenannten Ästlinge die Vogelnester, da sie dort von den Elterntieren nicht mehr gefüttert werden. Sofort fliegen können sie nicht, da sie einige Zeit brauchen um die Muskulatur in den Flügeln zu kräftigen. Sie werden aber noch von den Elterntieren gefüttert.

Wenn Sie einen solchen Jungvogel finden lassen Sie ihn bitte vor Ort. Er wird versorgt. Sollte das Tier an einer viel befahrenen Straße sitzen, bringen Sie es bitte zu einem Gebüsch o.ä, welches sich ruhig im Umkreis von ca. 50 m befinden kann. Sie können das Tier anfassen, der Geruchssinn ist bei Vögeln nur sehr wenig ausgeprägt und die Eltern werden den Jungvogel trotzdem weiter versorgen.

Anders verhält es sich bei Vogelküken, die  in der Stadt oder am Straßenrand ohne Gebüsch und Sträucher in unmittelbarer Umgebung gefunden werden oder aber auch noch komplett nackt und unbefiedert sind. Diese sollte man dann selbstverständlich dem Tierheim oder aber direkt der  Vogelaufzuchtstation in Düsseldorf Gerresheim übergeben. Dort werden die Tiere dann bis zur endgültigen Auswilderung  aufgepäppelt und versorgt.

Sollten auch Sie so ein Vogelküken gefunden haben und benötigen Hilfe oder haben Fragen, dann wenden Sie sich bitte an unsere Experten im Tierheim. 

Von Katrin Haas

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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17.05.2018: Mein Freund der Baum….

Jeder Mensch, wirklich jeder, hat schon mal gehört, dass Bäume unser Leben verbessern. Durch ihre diversen Eigenschaften, die da wären: ein Zuhause für Vögel, damit auch für die Insekten. Sie produzieren Sauerstoff und binden CO2. Sie spenden Schatten und sorgen im Sommer für Temperaturausgleich. Sie leben und sind einfach schön, werden von den Menschen geliebt.

Düsseldorf hat viele Tausend bei dem Sturm Ela verloren. Es war eine Katastrophe! Bis heute sind alle, das heißt, die Stadtverwaltung, Privatleute und auch Vereine bemüht, den Verlust auszugleichen. Um den Zustand vor Ela wieder zu erlangen wird es aber noch Jahre dauern.

Und jetzt das!!!!  Wegen eines OPEN AIR Konzertes sollen mehr als 100, über 40 Jahre alte Bäume einfach ihr Leben lassen. Welch ein Irrsinn! Welch ein Albtraum!

Die Stadt Düsseldorf ist bekannt für Spaß, Lebensfreude, rheinischen Frohsinn und feiern, was das Zeug hält. Einverstanden, das macht uns Rheinländer aus.

Mittlerweile gibt es aber „das Event“. Der macht das Feiern zum lohnenden Geschäft.

Auch in Ordnung. Aber nur solange keine Grenzen überschritten werden.  Dies aber soll jetzt geschehen. Mit der Fällung von mehr als hundert gesunden Bäumen für ein Konzert (ARENA und ISS DOME stehen leer) geht man entschieden zu weit. Unanständig weit.

Wer auch immer sich hier profilieren und Geld verdienen will, er schadet der Stadt gründlich.

Und damit auch uns Bürgern. Wie war das noch gleich mit den Abgaswerten? Mit der Umwelt? Mit dem Vogel- und Insektensterben? Geht uns das alles nichts an? Gilt das in Düsseldorf nicht?

Liebe Stadtverwaltung, du machst uns vor aller Welt lächerlich.

Düsseldorf steht schon jetzt hauptsächlich für Schicki-Micki, mehr nicht.

Bitte nochmal genau nachdenken, vielleicht hilft es doch noch.

von Monika Piasetzky

 

 

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09.05.2018: Todesfalle Kippfenster

Kippfenster-Syndrom:

Bezeichnung für die typischen Verletzungen, die die Katzen, beim Versuch durch ein Kippfenster nach Draußen zu gelangen, erleiden.

Immer wieder verunglücken Katzen, bei dem Versuch durch ein auf „ Kippe“ gestelltes Fenster nach Draußen zu gelangen. Einige ersticken qualvoll, weil sie mit dem Kopf stecken bleiben, andere erleiden erhebliche Verletzungen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Hier kommt es zu massiven Quetschungen der Nerven und inneren Organe. Diese Verletzungen sind oft so schwerwiegend, dass die Katze sofort von ihrem Leid erlöst werden muss. In einigen Fällen, ist die Katze durch die Quetschung der Nerven ab der Lendenwirbelsäule gelähmt. Hier kann in manchen Fällen durch eine langwierige, und sehr aufwändige Behandlung durch den Tierarzt, die Katze wieder geheilt werden. Dies ist aber für die Katze mit erheblichen Schmerzen und langem Leiden verbunden. Auch ist lange nicht sicher, ob sie sich wieder vollständig erholen wird. Für den Tierhalter bedeutet es viel Zeitaufwand und hohe Tierarztkosten.

Vermeiden sie einen solchen Unfall schon im Vorfeld, durch die Sicherung ihrer Fenster!!! Im Fachhandel erhalten sie für wenig Geld, unterschiedliche Gitter zur Sicherung ihrer Fenster. Sie sind leicht und ohne großen Aufwand zu montieren. Nach der Montage ist es möglich, die Fenster auf „ Kippe“ zu stellen, ohne Gefahr für die Katze. Sie ersparen sich und ihrer Katze eine schreckliche Erfahrung. Im Internet können sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten der Sicherung im Vorfeld informieren, und die für sie geeignete aussuchen.

Sichern sie ihre Fenster zum Schutz ihrer Katze!!!!

von Birgit Ohrem

Birgit Ohrem
Katzenhaus

 

 

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03.05.2018: Insektensterben – Was können wir tun?



Täglich erreichen uns Nachrichten zum Insektensterben und der Bedrohung ganzer Arten. Von Insekten über Vögel, bis hin zum Nashorn droht das Aussterben an allen Ecken und Enden.
Die Ursachen für das Insektensterben sind vielfältig. Verlust des Lebensraumes, Verringerung des Nahrungsangebotes und der Einsatz von Giften sind die Wichtigsten. Die Politik reagierte jetzt mit dem Verbot von drei Insektiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide.

Neonicotinoide wirken sich auf die Nervenzellen von Insekten aus, sodass diese Reize nicht mehr korrekt weiterleiten können. Ein Verbot von zumindest drei dieser Produkte erscheint erst einmal als sehr sinnvoll. Zumal sie sich ja nicht nur auf die damit vergifteten Insekten auswirken, sondern auch auf Vögel und andere Tiere, die die Insekten als Nahrung benötigen.
Das Problem jedoch ist, dass wir zum Einen noch keine Alternativen haben und zum Anderen die weiteren Probleme nicht gelöst werden.

Da wir alle satt werden wollen und eine solidarische Landwirtschaft (Landwirte erhalten auch bei Ernteausfällen Geld) noch ferne Utopie ist, sind Erzeuger derzeit auf die Verwendung diverser Gifte gegen sg Unkräuter, Pilze, Insekten usw. angewiesen. Fallen nun Mittel weg, ist keine wirkliche Alternative vorhanden, werden andere Gifte, womöglich der selben Gruppe, verwendet. Das Ergebnis ist ähnlich.

Ein weiteres Problem ist, dass wir glauben, mit einem Verbot von diversen Produkten oder Produktgruppen das Insektensterben stoppen zu können. Jedoch macht nicht nur Gift den Tieren zu schaffen, sondern auch der Verlust von Lebensräumen durch Wohnungs- und Straßenbau, neue Industriegebiete und die veränderte Gartenmode weg von blühenden Gewächsen, hin zu vermeintlich weniger Arbeitsintensiven gepflasterten oder mit Steinen ausgelegten Flächen.
Diese Flächen können vielen Insekten (und anderen Tieren) keine Verstecke und keine Nahrung mehr bieten.

Es liegt also auch an uns, direkt etwas zu tun. Selbst wer keinen Garten hat, kann im Kleinen auf Balkon oder Fensterbank eine Mini-Oase für Tiere entstehen lassen.
Im Großen können wir uns für eine andere Form von Bebauung und Landwirtschaft einsetzen, die ein Miteinander statt Gegeneinander fördert. Hier finden Sie Tipps:

Bitte anklicken

von Hella Camargo

Katrin Haas

 

 

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26.04.2018 Was kommt als nächstes?

Manchmal sitze ich einfach nur da und schüttle den Kopf. Ich möchte eigentlich nicht auf den               "Früher war alles besser" Zug aufspringen aber die Nachricht, dass jetzt sogar Kirschbäumen gedroht wird zieht mich zum Bahnhof der Vergangenheit.

In der Bonner Altstadt zeigt die Natur wie schön sie ist. Die Kirschen stehen in voller Blüte und buhlen um die fleißigen Bienen. Der Mensch erfreut sich in an diesem Zeichen des Frühlings. Die Familie wird gepackt und nach Bonn gekarrt um diesem Naturschauspiel beizuwohnen. Da die Blüte nicht ewig dauert, füllt sich der Ort natürlich.

Einige mögen diesen Zustand der Touristenschwemme nicht. Es wird sich mal wieder empört. Das der Mensch Freude empfindet scheint vielen so auf den Keks zu gehen, so dass die unschuldigen Kirschen nun einen Drohbrief erhielten. Wenn nicht diesem Spektakeltourismus Einhalt geboten wird werden die Bäume leiden. 7000 Nägel sollen dann in die Stämme geschlagen werden. Ich dachte erst es sei der 1. April. Aber dem ist nicht so.

Empörung ist ja bekanntlich gesellschaftsfähig geworden. Egal ob der Nachbar eine quietschende Tür hat, der Fremde im Land ein Handy besitzt, bei Facebook jemand fragt ob der DM am Hauptbahnhof sonntags geöffnet hat oder der Hund ein Stück Vollmilch Schokolade klaut, es wird sich aufgeregt. Morddrohungen sind dabei nicht ausgeschlossen.

Hysterisch wird mit Worten und Taten gedroht nur damit das eigene Befinden in den Mittelpunkt gestellt wird. Wie kommt es, dass Androhungen von Straftaten in der Gesellschaft Usus wurden? Ich muss was verpasst haben oder doch noch im Früher leben. Wie kommt man auf so eine Idee, Bäumen zu drohen? Auf der einen Seite bekommen wir eingetrichtert, dass man weg vom Computer soll. Macht der Mensch es, ist es zu viel.

Es kann der frömmste nicht in Frieden leben wenn es dem Nachbarn nicht gefällt. Ob Udo Jürgens mit seinem Titel die heutigen Dimensionen meint, glaube ich eher nicht.

Ich versuche mal dieser Wut entgegen zu wirken. Ich freue mich für die Bonner Gastronomie und den Geschäftsleuten. Ihr Dasein ist auch den Kirschbäumen zu verdanken. Frühling kann Amazon und Co Gott sei Dank nicht liefern.

von Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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19.04.2018: Und weg damit!

Tiere aussetzen - Mit gutem Grund verboten

Wer ein Tier adoptiert, aufnimmt oder kauft, übernimmt damit auch die Verantwortung für ein Leben. Und dabei geht es nicht nur darum, einen dekorativen Gegenstand zu haben oder das Gefühl zu befriedigen, gebraucht zu werden, sondern auch darum, die Bedürfnisse des tieres so weit möglich zu befriedigen. Dies umfasst Ernährung, lebenswerte Umgebung, Tierarztbesuche und vieles mehr.

Immer wieder versterben Exoten, weil sie nicht das benötigte warme und feuchte Klima bekamen, Hunde werden kaum oder gar nicht herausgelassen, Vögel werden nicht beim Tierarzt vorgestellt usw. Und allen Mahnungen und den vielen engagierten Tierschutzvereinen und Tierheimen zum Trotz, werden auch immer wieder Tiere einfach entsorgt oder ausgesetzt, wenn sie zu viel Zeit oder Geld kosten.

 

Heimtiere, die nur die Versorgung durch den Menschen kennen, dürfen nicht einfach ausgesetzt und ihrem traurigen Schicksal überlassen werden. Das Aussetzen von Tieren ist aus gutem Grund sogar durch § 3.3 des Tierschutzgesetzes verboten (https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__3.html).

 Wie viele ausgesetzte Tieren verhungern, verdursten, erfrieren, überfahren werden oder ein ähnlich grausames Schicksal erleiden, mag man sich kaum vorstellen.

Vor der Aufnahme von Tieren, sollte man sich ausgiebig über die Bedürfnisse der Tiere, Kosten- und Zeitaufwand erkundigen. Sollte man sich überschätzt haben, muss man aber auch die Konsequenzen tragen und sich Hilfe vom Tierschutz holen oder die Tiere ins Tierheim bringen.

Ein aktuelles Beispiel dazu ist die Rettung zweier Schweine, die im Wald ausgesetzt wurden (http://www.tierheim-duesseldorf.de/aktuelles/items/schwein-gehabt-1376.html). Wären sie nicht gerettet worden, sie wären elendig  im Wald verhungert.

von Hella Camargo

 




Katrin Haas

 

 

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12.04.2018: Haie-Ungeheuer der Meere???

 

Werden Menschen gefragt, wie sie zu Haien stehen, reagieren die meisten mit Angst und Ablehnung. Spätestens seit dem Spielfilm „Der weiße Hai“ ist das Image der Haie zerstört. Furcht vor den Ungeheuern der Meere, die plötzlich aus der Tiefe angreifen könnten. Angst vor messerscharfen Zähnen, die sich in das Fleisch bohren. Kalte, schwarze Augen in einem fremden Element. Das Element eines Monsters. Und niemand schützt Monster…

Ungeheuer wichtig

Seit etwa 400 Millionen Jahren existieren Haie in allen Meeren der Welt. An der Spitze der Nahrungskette reguliert der Hai das Ökosystem Meer. Als Top-Prädator jagt er kranke Fische und frisst kleinere Raubfische. Dadurch werden die Populationen der kleineren Raubfische kontrolliert, die wiederum kleine Fischarten fressen. Gäbe es zu viele kleine Raubfische, sinkt die Anzahl pflanzenfressender Fische. Und damit hätten Algen freie Bahn. Korallen würden überwuchert und ganze Riffe würden absterben. Die dramatischen Folgen für das Meer machen auch vor dem Menschen nicht Halt. Ein Beispiel: Rochen gehören zu den Beutetieren großer Haiarten. Da diese zunehmend fehlen, nehmen Rochenpopulationen stark zu. Viele Rochen ernähren sich von Muscheln. Und der Mensch liebt Jacobsmuscheln und Austern. Die Muschelfischerei hat tatsächlich enorme Einbußen zu beklagen. Und mit den Muscheln verschwinden natürliche Filtrierer der Ozeane…

„Wenn die Haie sterben, stirbt das Meer. Wenn das Meer stirbt, werden wir folgen!“ sagte schon Haiforscher Andrew Cobbs. Und das tun sie. Sie sterben. Jährlich fallen 73 Millionen Haie der Fischerei zum Opfer. Im Gegensatz dazu sterben 4 Menschen im Jahr durch einen Hai-Unfall. Defekte Toaster töten 791 Menschen! So viel dazu…

Haie schützen also nachhaltig Korallenriffe und halten die marine Biodiversität und damit unsere Weltmeere im Gleichgewicht. Ich halte sie für enorm schützenswert!

Nicht zuletzt, weil ich diesen „Monstern“ selbst in ihre schwarzen Augen sehen konnte. Sie haben nichts von einer blutrünstigen Maschine. Im Gegenteil. Fast scheu,  vorsichtig und erstaunlich ruhig schwamm eine Weißhai-Dame in Südafrika an mir vorbei. Faszinierende Wesen in einem fremden Element. Ungeheuer wichtig.

 von Natascha Karvang

Natascha Karvang
Tierschutzlehrerin

 

 

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05.04.2018: Menschlich oder tierisch?

Wie „menschlich“ ist eigentlich der Mensch? Und was verstehen wir darunter? Menschlichkeit – das ist Güte, Mitgefühl, Erbarmen, Hilfsbereitschaft. Das ist der Wunsch, Leiden zu lindern, Schmerzen zu beenden, anderen ein gutes, würdevolles Leben zu ermöglichen.

„Tierisch“ dagegen ist das Nachgeben von niederen Instinkten, Gier, Begehrlichkeit, Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit, den Gefühlen und Leiden anderer gegenüber.

Aber ist es nicht tatsächlich so, dass Tiere ebenso viel Menschliches haben, wie Menschen Tierisches?

Die Vogelmutter, die mutig den Bussard attackiert um ihre Brut zu schützen. Leicht damit abgetan, das sei der Instinkt, die Fortpflanzung zu gewährleisten. Aber ist es das wirklich nur?

Kühe geben nur Milch, wenn sie Kälber haben. Deshalb lässt man die Kühe besamen, sie gebären ihr Kalb, geben Milch – und das männliche Kalb (das natürlich nie selbst Milch geben wird) wird ihnen nach ein paar Tagen weggenommen, weil die Muttermilch ja für die Bedürfnisse von Menschen gebraucht wird und das Kalb (das deshalb in die Mast kommt) für Kalbfleisch. Der Moment, in dem das Kalb seiner Mutter weggenommen und in den Transporter verladen wird ist an Grausamkeit schwer zu überbieten. Beide schreien vor Seelenschmerz, und so manche Kuh schaffte es schon, sich loszureißen und hinter dem Wagen mit ihrem Kind her zu laufen bis sie vor Erschöpfung zusammenbrach. Das ist kein Instinkt, das ist Mutterliebe! Instinkt wäre, höchstens so lange zu laufen, wie es ihr selbst dabei gut geht.

Oder der Straßenhund, der seinen verletzten Gefährten tagelang wärmt und dabei selbst immer magerer wird, weil er ihm nicht mal zur Futtersuche von der Seite weichen will. Er hat keinen Nutzen davon, schadet sich im Gegenteil sogar freiwillig selbst.

Es gibt tausend Beispiele, in denen Tiere „menschlich“ handeln

Und dann schauen wir die Menschen an. Den Bauern, der es fertigbringt, der Kuh ihr Kälbchen wegzunehmen (und dem Kälbchen die Mutter). Den Schlachter, der einem vor Panik schreienden Schwein das Bolzenschussgerät an den Kopf setzt und es dann mit Haken aufhängt – auch wenn es noch gar nicht richtig betäubt ist, weil er für sorgsame Arbeit keine Zeit hat. Der Gast im Nobel¬restaurant, der sich den Hummer schmecken lässt, der für ihn lebendig in kochendes Wasser geworfen wurde, wo er endlos lange Minuten unvorstellbare Schmerzen erleidet, bevor er stirbt. Den Dompteur, der sich als mutiger Held fühlt, wenn er einen durch Angst gefügig gemachten Tiger bändigt, und das Publikum, das diesem Tierleid begeistert applaudiert. Der enttäuschte Jäger, der seinen alternden Hund im Wald an einen Baum bindet und dort verdursten lässt nur, weil er nicht mehr dem Wild hinterherjagen kann. Der wütende Mann, der aus Ärger über seine Freundin ihre Katze tritt…

Es gibt tausend Beispiele, in denen Menschen „tierisch“ handeln

Was gibt ihnen das Recht dazu? Beide, Mensch wie Tier, sind fühlende Lebewesen. Sie fühlen körperlichen und seelischen Schmerz, haben Glücksgefühle und hängen am Leben. Wer hat bestimmt, dass der Mensch mehr wert ist als das Tier?

Ob man nun gläubig ist oder nicht, den Worten, die Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ schreibt kann jeder „menschliche“ Mensch nur zustimmen: „Wenn andererseits das Herz wirklich offen ist für eine universale Gemeinschaft, dann ist nichts und niemand aus dieser Geschwisterlich¬keit ausgeschlossen. Folglich ist es auch wahr, dass die Gleichgültigkeit oder die Grausamkeit gegenüber den anderen Geschöpfen dieser Welt sich letztlich immer irgendwie auf die Weise übertragen, wie wir die anderen Menschen behandeln. Das Herz ist nur eines, und die gleiche Erbärmlichkeit, die dazu führt, ein Tier zu misshandeln, zeigt sich unverzüglich auch in der Beziehung zu anderen Menschen. Jegliche Grausamkeit gegenüber irgendeinem Geschöpf widerspricht der Würde des Menschen.“

Wir sollten endlich menschlicher sein – vor allem auch zu den Tieren.

Von Winnie Bürger

Katrin Haas
Mitglied des Vorstands

 

 

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22.03.2018: Mastkaninchen-Ein Osterfest?

Mastkaninchen

Die älteren von uns erinnern sich noch an Zeiten, in denen in den Gärten und Hinterhöfen der Nachbarschaft noch Taubenschläge und Kaninchenställe standen. Diese Tierhaltung war Hobby und Versorgung gleichzeitig. Einige erinnern sich womöglich auch noch an die vielen Kindertränen, wenn ein Kaninchenstall leer war, aber der Kaninchen-Braten auf den Tisch kam.
Kaninchen und Taube sind seltener geworden in den Gärten der Umgebung. Und wer heute noch Kaninchenfleisch isst, kauft es eher im größeren Supermarkt. Zu Ostern dreht sich leider auch auf der Tafel wieder einiges um Lamm- und Kaninchenfleisch.

Woher kommen die Kaninchen, wenn nicht aus Gärten?

Die genaue Anzahl der jährlich in Deutschland gehaltenen und geschlachteten Mastkaninchen ist nicht zu benennen, weil sie, im Gegensatz zu Schwein und Rind, nicht erfasst wird (https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/schlachtzahlen-2017). Da in Deutschland auch importierte Kaninchen, z. B. aus China gehandelt werden, lässt auch die verkaufte Menge keine Rückschlüsse zu. Geschätzt jedoch werden in Deutschland, besonders zu Ostern, 30 Mio. Kaninchen verzehrt (https://www.welt.de/wirtschaft/article127117544/Kommt-Kaninchenfleisch-kuenftig-nur-noch-aus-China.html).
Mastkaninchen werden zumeist in Käfigen gehalten, seltener in Bodenhaltung und in Ausnahmen in Freilandhaltung. Wie die alten Käfige für „Legehennen“, werden auch die Kaninchen mit ihren empfindlichen Pfoten auf Drahtböden über Schächten mit ihren eigenen Exkrementen gehalten.
Neben der Enge in den Käfigen, können die Tiere auch arteigene Verhaltensweisen wie Graben oder Buddeln nicht ausleben http://www.gesetze-im-internet.de/tierschnutztv/BJNR275800001.html#BJNR275800001BJNG000602310).

Was mit den Tieren auf dem Weg zur Schlachtung und bei der Schlachtung passiert, erspare ich allen jetzt.

Wen streicheln, wen essen?

Bei Kaninchen kommen wir immer wieder in die besondere Zwickmühle. Das strahlende Nachbarskind ist absolut vernarrt in seine Kaninchen und pflückt bei uns den Löwenzahn. Und im Supermarkt gibt es fertig ausgenommene Kaninchen für wenig mehr als fünf Euro.
Während für die meisten von uns ganz klar ist, dass wir ge- und beliebte Heimtiere wie Hund und Katze nicht essen, während wir bei den anonymen Rindern und Schweinen kein Individuum mit dem Stück Fleisch am Teller verbinden, machen es uns die Kaninchen die Sache schwer.
Heimtier und darum Speisetabu? Oder Nutztier und somit ein Produkt?

Österliche Alternativen

Zum Glück gibt es zahlreiche Alternativen, die Mastanlage, Tiertransport und Schlachthof direkt ausschließen. Osteranregungen finden sich gerade im Internet (http://www.blueberryvegan.com/de/erdbeer-cupcakes-mit-weisser-schokolade/) zahlreich, sodass die ganze Familie wohlversorgt von Nussbraten über Champagnertorte bis Frühstücksknoten den Kaninchen beim Hoppeln zusehen kann.

von Hella Camargo

Katrin Haas

 

 

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22.03.2018: Kampfhund ist keine Rasse!

Sagen Sie auch „Kampfhund“ wenn Sie einen Hund meinen, der auf einer der deutschen Rasselisten steht? Kampfhund ist aber keine Rasse! Hundekämpfe sind verboten und kommen nur noch in kriminellem Milieu vor – wie auch Autodiebstahl, Raub etc. Seit Einführung der Rasselisten wurden immer mal wieder Rassen auf die Liste gesetzt oder von ihr wieder gestrichen. Bundesländer wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen haben die Listen inzwischen wieder abgeschafft, weil engagierte Politiker dort sich die Mühe gemacht haben, die unzähligen wissenschaftlichen Untersuchungen wahrzunehmen, die klar belegen, dass Gefährlichkeit bei Hunden nicht angeboren ist. Kein Hund kommt gefährlich auf die Welt! Wenn er gefährlich wird, so sind fehlerhafte Erziehung und Sozialisierung oder traumatische Erfahrungen der Grund dafür. Bedingungen also, die in der Regel vom Halter ausgehen.

Trotzdem tragen die Rasselisten und die damit verbundenen Auflagen die unglaublichsten Blüten.

Haben Sie z.B. von Jagger gehört, dem Mini-Bullterrier, dessen Besitzer mit ihm vor drei Jahren nach Düsseldorf gezogen sind? Jagger kam als Welpe zu dem Polizistenpaar und ist in den vergangenen zehn Jahren mehrfach mit ihnen innerhalb NRWs umgezogen. Immer ohne Probleme, denn Mini-Bullis stehen nicht auf der Rasseliste – im Gegensatz zu ihrer großen Variante Bullterrier. Als die Besitzer nun Jagger ordnungsgemäß in Düsseldorf zur Steuer anmeldeten wurden sie zur Rassebestimmung zum Amtsveterinär bestellt, der Jagger als Bullterrier einstufte. Er ist nämlich 6,5 cm größer als es ein Mini-Bulli laut Definition sein darf. Die Familie wies die vom VDH Zuchtverband ausgestellte Ahnentafel vor und ließ darüber hinaus eine Gen-Bestimmung durchführen. Aber obwohl beides Jagger ganz klar als Mini-Bulli nachwies, bleibt das Amt dabei, er sei durch seine Größe ein regulärer Bullterrier und somit ein Listenhund.

Das Problem für die Familie ist nicht, dass die Steuer für Listenhunde um ein Vielfaches teurer ist.  Das Problem ist auch nicht die Verpflichtung, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen oder Führungszeugnis, Sachkunde­nachweis und eine Vermieterbescheinigung über die Erlaubnis der Haltung beizubringen. Das Problem ist auch nicht, dass man als Listenhundebesitzer mit vielen Anfeindungen, Vorurteilen und dummen Bemerkungen leben muss. Das Problem ist, dass man den Besitzern ihren Hund wegnehmen kann ohne Ihnen die Chance zu geben, die für einen Listenhund erforderlichen Auflagen nachzuholen und ihren Hund zurück zu bekommen.

Stellen Sie sich vor: sie haben zehn Jahre lang einen freundlichen, unauffälligen Hund, der nachweislich einer Rasse angehört die nicht auf der Liste steht. Dann stellt jemand fest, dass dieser Hund 6,5 cm (das ist etwas mehr als eine Streichholzschachtel) größer ist als normal und – schwupps – ist, trotz aller Nachweise, aus dem „normalen“ Hund ein „Kampfhund“ geworden, der vom Amt eingezogen werden kann und seine letzten Jahre mit schlechtesten Vermittlungschancen im Tierheim verbringen muss.

Ebenso unglaublich: wenn ich in Rheinland-Pfalz wohne und mit meinem Rottweiler beim Spaziergang die Grenze nach NRW überschreite ist er plötzlich ein gefährlicher Listenhund. Wenn ich mit meinem American Staffordshire Terrier Urlaub in Niedersachsen mache, darf er dort frei laufen und braucht auch keinen Maulkorb zu tragen. Möchte ich mich aber ein paar Stunden in dem in Niedersachsen gelegenen Bremen aufhalten ist mein Staffordshire ein gefährlicher Listenhund mit Maulkorb- und Leinenpflicht. Ein paar Meter Landesgrenze entscheiden also darüber, ob mein Hund gefährlich ist oder nicht. Kann irgendein klar denkender Mensch das verstehen?

Ich hoffe für Jaggers Familie, dass sie ihren freundlichen Hund, den ihr kleines Kind so liebt, behalten dürfen. Und ich hoffe, dass neben den o.g. drei Bundesländern auch die anderen irgendwann ihren Verstand einsetzen und die Rasselisten abschaffen. Zumal die Beißstatistik, wie mir sogar schriftlich vom zuständigen Ministerium NRW bestätigt wurde, auf falschen Zahlen beruht und die sogenannten Listenhunde gar nicht beißwütiger als einige andere Rassen sind. Deshalb: sachkundige Halter sind die weitaus bessere Lösung zur Gefahrenprävention als unsinnige Rasselisten.

Von Winnie Bürger

Katrin Haas
Mitglied des Vorstands

 

 

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15.03.2018: Produktkennzeichnung: Kommt nach den Eiern das Fleisch?

Mittlerweile wissen die meisten von uns, was es mit der Kennzeichnung von Schaleneiern auf sich hat. Wenn wir im Lebensmittelhandel eine Eier-Packung öffnen, finden wir Eier vor, die einen Stempel tragen. Die erste Zahl bezieht sich auf die Form, in der die Hennen, von denen die Eier stammen, gehalten wurden. Kaufen wir Eier-Nudeln, eihaltige Backwaren oder bestellen ein Gericht im Restaurant, sieht das meist ganz anders aus. Infos zur Haltung der Hennen? Fehlanzeige. Blicken wir ins Ausland, sehen wir dort schon Fortschritte bei einer freiwilligen Kennzeichnung der Unternehmen, aber auch einen größeren Willen, zur Kennzeichnungpflicht.
In Bezug auf Fleisch- und Fleischprodukte stehen wir noch ganz am Anfang, doch fordert jetzt auch unsere Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz eine Kennzeichnung nach Haltungsform.

Wie sieht die Kennzeichnung von Eiern aus?

Ganze Eier, also Schaleneier, werden mit den Kennzeichen null bis drei versehen. Null steht dabei für die biologische Haltung, eins für die Freilandhaltung, zwei für die Bodenhaltung und drei für die Käfighaltung. Auch wenn der „alte“ Käfig in Deutschland abgeschafft wurde, befinden sich noch „neue“ Käfige, Kleingruppen- oder Volierenhaltung genannt, in Betrieb. Die Eier jedoch werden selten als Schaleneier verkauft, da diese im Handel abgelehnt werden.
In verarbeiteten Produkten im Lebensmittelhandel und der Gastronomie jedoch werden sie, ebenso wie importierte Käfigeier, immer noch verwendet.
Selbst wer das Sontagsei mit der Null kauft, isst womöglich zu Mittag in der Kantine und beim Kuchen die eigentlich abgelehnten Käfigeier.

Wie machen das unsere Nachbarn in Österreich und der Schweiz?

In der Schweiz gibt es keinerlei Käfighaltung mehr. Die Problematik der Einfuhr von Käfigeiern jedoch besteht ebenso wie in Österreich und Deutschland.
Bei der Kennzeichnung von Produkten sind unsere Nachbarn jedoch schon weiter. Wer Käfigeier in Nudel, Fertiggericht oder Keks verwendet, druckt das nicht aufs Produkt. Umso auffälliger darum die Positivkennzeichnung auf Produkten und in der Gastronomie. Weit häufiger als in Deutschland findet sich auf der Speisekarte oder der Verpackung ein Hinweis zur Verwendung von Freiland- oder Bodenhaltungseiern.
Entsprechend hoch ist dort auch der Wunsch nach einer verpflichtenden Kennzeichnung von Produkten und Speisen, um die aus Tierschutzgründen abgelehnten Käfigeiern nicht doch „heimlich“ auf den Teller zu bekommen.

Was können wir tun?

Wir können natürlich Produkte mit Eiern meiden. Und wir können immer wieder nachfragen, welche Nudeln denn in der Pasta, Kuchen, Lasagne und Co. verarbeitet wurden.
Auch können wir an Unternehmen und Politik herantragen, dass uns eine Deklaration und damit in Konsequenz ein Rückgang der Verwendung von Käfigeiern wichtig ist.

Die Zukunft – Eine Kennzeichnung aller Tierprodukte?

Etwa 13 Jahre ist die Kennzeichnung von Schaleneiern nun schon verpflichtend. Es hat sich gezeigt, dass die Kennzeichnung auch einen Wandel im Konsum bewirkt hat. Im Handel sind kaum noch Eier mit dem 3er-Stempel zu finden, weil Menschen die grausame Käfighaltung von Legehennen ablehnen.
Und nun kommt endlich wieder Bewegung in die Frage der Haltungskennzeichnung. Ministerin Schulze Föcking kündigte an, nun auch die Haltung von Schweinen auf den Fleisch-Verpackungen kennzeichnen zu wollen. Dies könnte eine neue Ausrichtung in Bezug auf die Schweinehaltung bedeuten. Bleibt zu hoffen, dass die Richtlinien zur Schweinehaltung wesentlich stärker an den Bedürfnissen der Tiere orientiert sein werden und die Deklaration so deutlich sein wird, wie bei Eiern. Wünschenswert wäre auch, dass nicht nur das Fleisch der Kennzeichnung bedarf, sondern auch verarbeitete Produkte.
Wir verfolgen den Prozess weiterhin interessiert.

von Hella Camargo

Katrin Haas

 

 

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08.03.2018: Die rollende Qual

Hin und wieder fahren wir an einem vorbei. Strecken sich rosa Näschen zwischen den Gittern heraus, rühren sie uns bisweilen zu Tränen. Gemeint sind Tiertransporte. Gestresste Tiere auf dem Weg vom Geburts- zum Mastort oder sogar auf dem Weg in den Schlachthof.  Obwohl Tierzucht- und Mastanlagen, sowie Schlachthöfe mittlerweile weit außerhalb der Städte angesiedelt sind, um die empfindsamen Augen und Ohren der Verbraucher zu schonen, sehen wir immer wieder Tiertransporte. Diese Transporte sind ein weiterer Leidenspunkt im Leben eines „Nutztieres“ und bedeutet zumeist auch das qualvolle Ende eines kurzen, freudlosen Lebens. 

Warum gibt es überhaupt noch Tiertransporte, obwohl es Kühltransporter gibt?

Tiertransporte gibt es, weil Zucht- und Mastanlagen oft nicht direkt beieinander liegen. Daher ist ein Transport von beispielsweise Küken oder Ferkeln nötig. Aber auch geschlachtet wird selten vor Ort. Immerhin müssen zahlreiche Hygieneregeln eingehalten werden und die Ausstattung für eine gesetzeskonforme Tötung vorhanden sein. Ausnahme davon ist die Notschlachtung von Tieren, die z. B. so stark verletzt sind, dass sie nicht zum Schlachthof gebracht werden können. Transporte lebender Tiere gibt es zudem auch ins Ausland. Die Nachfrage nach profitversprechenden Zuchtrindern ist beispielsweise da und wird befriedigt. Ebenso sieht es mit den Transporten in Länder mit geringeren Mastkosten aus. Tatsächlich werden Jungtiere in andere Länder verbracht, um sie dort günstig füttern und aufziehen zu lassen.

Gibt es Regeln für Tiertransporte und werden diese kontrolliert?

Neben einer Verordnung zum Schlachten, gibt es auch eine zu EU-Tiertransport-Verordnung, an die sich Deutschland halten muss. Die Tiertransport-Verordnung gilt für alle Tiertransporte. Auch für Tierschützer, die ein Dutzend Hunde aus dem Ausland retten und in Deutschland vermitteln möchten. Die EU-Tiertransport-Verordnung  soll den Schutz der Tiere beim Transport gewährleisten. Sie umfasst die Transportdauer, die Transportarten (Straße, Schiene oder auch per Luft- oder Wasserweg), die Nachweise, die ein Transportunternehmen zu erbringen hat, um Tiere transportieren zu dürfen usw. Innerhalb Deutschland dürfen die durchgehenden Transporte bis zu acht Stunden dauern. Ins Ausland können die Transporte theoretisch ewig dauern, solang Pausen eingehalten werden. Kontrolliert werden Tiertransporte sowohl von der Polizei als auch von Amtstierärzten. Die Polizei wiegt z. B. die Fahrzeuge und prüft so auf Überladung, kontrolliert die Fahrtenschreiber und ähnliches. Amtstierärzte machen teilweise Schwerpunktkontrollen, bei denen sie, in Zusammenarbeit mit der Polizei, Fahrzeuge herauswinken und Tränken, Belüftung und dergleichen kontrollieren.   Während es aktuelle Statistiken zu so gut wie allem gibt, ist es kaum möglich aktuelle Daten zum Bereich Tiertransporte zu finden. Also beispielsweise: Wie viel Prozent aller Transporte wurden im Jahre 2017 kontrolliert? Wie viele Transporte wiesen Mängel auf? Was waren die Konsequenzen daraus? Ohne diese Daten ist es natürlich für die Tierschutzverbände kaum möglich zu erkennen, ob geltende Bestimmungen eingehalten werden, bzw. wo neue Gesetze und Verordnungen nötig sind.

Was bedeuten Tiertransporte für die Tiere?

Schlagzeilen machen immer wieder verunfallte Tiertransporte, bei denen uns die Fotos toter Tiere auf der Fahrbahn verfolgen und wir uns wünschen, dass ein paar es geschafft haben, der Schlachtung zu entkommen und bei tierfreundlichen Menschen unterzuschlüpfen. Doch auch wenn ein Transport mit funktionierender Tränke und Belüftung, nicht überladen und eingestreut auf der Straße unterwegs ist, bedeutet dieser Transport für die betroffenen Tiere Stress und Leid. Die meisten der Tiere haben bisher kaum einmal den Himmel gesehen, kennen nur dämmrige Ställe und z. B. die Tiere aus der eigenen Bucht. Fremde Umgebung, fremde Artgenossen, Transportgeräusche, enge und ähnliches belasten die Tiere.  Geflügel wird sogar in Kisten gepfercht, um auf die letzte Reise zu gehen. Gebrochene Knochen sind da keine Seltenheit.

Was können wir tun?

Zunächst einmal ist es nötig, das System nicht direkt zu finanzieren. Das klappt nur, wenn wir keine Tierprodukte kaufen und somit Zucht, Mast, Transport und Schlachtung für uns einstellen. Hinzu kommt natürlich noch weiteres Engagement, welches die Produktion fürs Ausland erschwert. Darum ist es nützlich Organisationen wie Animals Angels und Animals International zu unterstützen und auch die Politiker für das Thema zu sensibilisieren.

von Hella Camargo

Katrin Haas

 

 

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01.03.2018: Ist es mittlerweile normal?

Donnerstagmorgen, eine kurze Meldung in der Zeitung. Hündin in Saarbrücken ausgesetzt. Ausgesetzt, das gab es in den letzten 25 Jahren, die ich beim Tierschutzverein arbeite, schon immer. Am Tierheim angebunden, zurückgelassen an einem Parkplatz oder einer Autobahnraststätte, oder auch abgegeben im Tierheim, mit den Worten, den habe ich gestern gefunden, er hört am besten auf den Namen Struppi, kinderlieb und stubenrein ist er auch. Da war dann klar, es ist der eigene Hund, den man nicht mehr haben wollte.

Ganz selten, gab es auch mal richtig schlimme Geschichten, von totkranken Tieren, die zum Sterben vor dem Tierheim regelrecht abgeladen wurden. Einzelfälle, jeder für sich schlimm genug, aber gott sei Dank nicht an der Tagesordnung.

Seit geraumer Zeit aber, merke ich, dass die Menschen immer perfider werden, wozu auch die Meldung von heute passt. Die abgemagerte Hündin wurde nicht einfach ausgesetzt. Nein, man hat sie weggeworfen! In den Müll, bei -10° Grad, mitten in der Nacht! In einen geschlossen Müllcontainer! Abfall, das ist es, was das Hundemädchen für das Es, anders mag ich ihren Peiniger nicht nennen, war, als sie entsorgt wurde. Wie widerlich, abstoßend und ekelhaft muss man charakterlich sein, um so etwas zu tun. Ein Einzelfall? Nein, leider nicht und es spiegelt die Verrohung unserer Gesellschafft wieder, getreu dem Motto „Schlimmer geht immer“! Die nächste Meldung dieser Art wird nicht lange auf sich warten lassen und ich habe große Sorge, in welche Richtung die Menschen unterwegs sind!

von Katrin Haas

 

PS: Sunny, wie die Hündin genannt wurde, befindet sich noch in einer Tierklinik, aber sie wird es schaffen

Katrin Haas
Assistentin der Geschäftsleitung

 

 

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22.02.2018 Jedem seine eigenen Haut

Ich freue mich auf den Frühling. Das tun die meisten Leute, aber ich habe noch einen Grund mehr, als nur Sonne und Wärme. Ich muss mir nicht mehr täglich diese erbärmlichen Pelzkragen anschauen, die für Otto Normalverbraucher anscheinend ein MUST HAVE sind. Ungeachtet der inzwischen allgemein bekannten Tatsachen, dass jährlich Millionen von Tieren diesem Irrsinn zum Opfer fallen. Bei Männern sieht es ohnehin ein bisschen albern aus. Frauen, die hübsch und schick sind, brauchen keinen Pelz, bei den anderen hilft es eh nicht. Trotzdem baumeln sie auf gefühlt jeder dritten Jacke.

In China werden jährlich Millionen Marderhunde gezüchtet. Das sind freundliche und brave Gesellen. Sie haben das Pech, ein wunderschönes, dichtes und kostbar aussehendes Fell zu besitzen.

Irgendwann, nach einem kurzen, elenden Leben beginnt die „Ernte.“

Sie werden dann mit Knüppeln erschlagen und viele, die noch nicht tot sind, werden bei lebendigem Leib gehäutet. 

Wollen Sie Mitschuld an solcher Barbarei tragen?

Nicht immer nur reden, einfach mal denken. Es ist Zeit zu handeln. Keinen Pelz mehr kaufen. Ist ganz einfach und spricht für Ihre Intelligenz und Ihr Verantwortungsbewusstsein.

Und bitte nicht bis zum nächsten Herbst wieder vergessen.

Wie gesagt, ich freue mich auf den Frühling…..

Monika Piasetzky

 

 

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15.02.2018 Die unwichtige Gurke

Die EU reglementiert gerne ihre Mitgliedsländer. Das macht in mancher Hinsicht Sinn. Was die in Brüssel aber nicht auf die Kette bekommen, ist der gemeinsame Tierschutz. In Dänemark wird ein Hundebesitzer enteignet. Gehört der Hund bestimmter Rassen an wird dieser eingezogen und getötet. Da ist es auch egal ob man dort nur Urlaub macht. Die gesamten osteuropäischen Länder jagen und töten herrenlose Hunde. Haltungsbedingungen sind eh egal. Kettehaltung, quälen, verhungern lassen, ist in den Staaten normal. Sogar des Deutschen liebstes Urlaubsland Spanien, tritt Tierschutz mit Füßen. Hunde in Tierheimen werden getötet. Das ist aber noch nicht alles. Jedes Jahr im Januar endet die Jagdsaison. Der fleißige Jagdbegleiter Galgo hat ausgedient. Da werden diese Hunde an Bäumen aufgehängt, ausgesetzt oder erschlagen. Einfach so. Dieses sind nur einige Beispiele. Es würden 3 Seiten nicht ausreichen, um alles aufzuzählen.

In Brüssel wird weggeschaut. Da sitzen die Anzugträger lieber am Tisch und zermartern sich ihre studierten Politiker-Hirne wie man die Salatgurke korrekt EU normen kann und die Farbe von Pommes ist auch nicht unwichtig. Krumme Gurken und braune Pommes könnten ja die Gesundheit gefährden. Und während Glyphosat weiter auf den Feldern ausgebracht werden darf, interessiert sich keiner in Brüssel was mit den Tieren passiert. Eine Gurke bekommen sie für alle hin aber für den Rest muss getagt und abgestimmt werden. So eine Absurdität kann sich noch nicht mal ein Bestseller Autor ausdenken. Ihr Anzugträger legt euch mal lieber für wichtige Dinge, in der EU, krumm. Krumme Gurken schmecken nämlich genauso wie genormte!

 

Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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08.02.2018 Unter Strom-Elektrofischerei polarisiert

Die Scholle gehört zu den Plattfischen. Als nachtaktiver Raubfisch gräbt sie sich tagsüber im Meeresboden ein, um sich vor ihren Fressfeinden zu schützen. Doch der Scholle nutzen ihre Anpassungen an ein gefährliches Leben im Meer gar nichts. Denn es gibt einen größeren Räuber: Menschen, bewaffnet mit Grundschleppnetzen. In der konventionellen Fischerei werden sie eingesetzt, pflügen mehrere Zentimeter Meeresboden um und ziehen sämtliche Bodenbewohner samt Bodenbewuchs hinein. Übrig bleiben Wüsten.

Umweltschützer kritisieren diesen enormen Eingriff in das Ökosystem seit langem. Doch eine andere Methode sorgt nun für Gesprächsstoff: Das Elektrofischen. Hier erzeugen Netze über dem Meeresboden ein elektrisches Feld, was Plattfische und Krabben aufscheucht und ins Netz treibt. Vergleichsweise schonend! Bis dato war die Elektrofischerei nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Die EU-Kommission wollte dies nun ändern und die Einschränkungen aufheben. Sogar Umweltschutzorganisationen, wie der WWF, sehen in der Elektrofischerei Vorteile. Weniger Beifang, geringere Schäden am Meeresboden und weniger Dieselverbrauch, da die Netze leichter  sind. Greenpeace dagegen warnt. Vor allem vor der gesteigerten Fangmenge. Und da sind sich die Umweltschutzorganisationen einig. Mit Elektronetzen ausgestattete Nordseefischer sind  in der Lage, dem Meer die fünffache Menge an Krabben zu entwenden, verglichen mit der konventionellen Methode! Nicht nur da liegt das Problem.

Auch nicht abschätzbare Schäden am Meeresboden und der Tod unzähliger, wichtiger Kleinstlebewesen sind die Folgen. China nahm nur 5 Jahre, nachdem Teile des chinesischen Meeres für die Elektrofischerei freigegeben wurden, die Zulassung zurück. Wegen massiver Überfischung! Das EU-Parlament stimmte am 16. Januar ab und sprach sich für ein EU-weites Verbot des Elektrofischens aus. Nun wird der Rat der EU-Staaten und das EU-Parlament einen Kompromiss finden müssen. Ein Kompromiss zwischen Profitgier, Leistungssteigerung, Umweltschutz und der Zukunft der ohnehin fast leer gefischten Meere.

Da stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt einen Kompromiss gibt? Eine Wahl zwischen Pest und Cholera? Denn wenn wir unseren, ohnehin ungesunden, Fischkonsum nicht massiv minimieren, gibt es bald gar keine Entscheidungsgrundlage mehr. Ob mit Grundschleppnetzen oder elektrischen Schlägen, die Teller bleiben leer.

von Natascha Karvang

Simone Kuhleber

 

 

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01.02.2018 Liebe Autoindustrie und Lobbyisten

Ihr denkt, ihr seid unantastbar. Das Auto, des deutschen liebstes Kind. Ihr tut alles, damit wir eure Produkte lieben.

Gleichzeitig jongliert ihr mit Milliarden. Zahlt euch Abfindungen ob verdient oder nicht verdient spielt keine Rolle. Ihr seid neben den Pharmakonzernen die Größten. Tritt man euch auf eure Designer Schlips droht ihr mit Entlassungen derer, die für euch ackern. Ihr versucht Verbrauchszahlen zu schönigen. Konsequenzen für Verantwortliche, wenn alles raus kommt, Fehlanzeige. Jeder von euch hebt die Hände und weiß von nichts. Ihr lasst pro forma Köpfe rollen. Aber natürlich wieder mit Abfindungen wovon eure Fließband Arbeiter nie wieder arbeiten gehen müssten. Aus dem Skandal habt ihr nichts gelernt, im Gegenteil ihr macht weiter. Hauptsache ihr bleibt sauber. Dafür müssen Affen eure Abgase ertragen. Gut sie durften Comics schauen. Das macht einen unnützen Tierversuch natürlich milder. ( Ironie) Ach und dann kommen noch ein Paar Menschen dazu. Einen kleinen Betrag für diejenigen die Abgase einatmen, damit sie Morgen wieder Brot auf dem Tisch haben. Und alles nur damit ihr die Guten seid.

Lernt einfach mal Konsequenzen zu tragen, ohne mit Gegenkonsequenzen zu drohen. Das Geld, was ihr euch untereinander einverleibt solltet ihr eher mal in die Hand nehmen um wirklich zu forschen. Und nehmt endlich mal an einem Selbstreflektionskurs teil.

Simone Kuhleber

Simone Kuhleber
Tierschutzinspektorin

 

 

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25.01.2018 Ernsthaft Uni Duisburg?

Kennen Sie Graumulle? Wenn nicht, dann ist das jetzt eine Bildungslücke, die ich schließen kann. Graumulle leben in Afrika, südlich der Sahara unterirdisch in komplexen Tunnelsystemen. In Gruppen bis zu 40 Tieren, zeigen sie ein sehr ausgeprägtes Familienleben. Aufgrund ihrer Lebensweise, sind Körperanhänge wie Schwanz und Ohren, aber  auch die Augen stark zurückgebildet, weil sie schlichtweg nicht benötigt werden. Die Tunnelsysteme, die sie mit ihren kräftigen Schneidezähnen buddeln, können mehrere tausend Quadratmeter sein.  Alles in allem eine sehr interessante Tiergattung, die das große Pech hat, dass auch Forscher der Uni Duisburg dieser Meinung sind.

Dort werden nämlich vollkommen sinnfrei Graumulle gequält. Ihnen wird der Sehnerv durchtrennt und dann wird geguckt, wie die Tiere damit klar kommen. Wie die damit klarkommen? Ernsthaft jetzt? Es ist vollkommen sinnlos. Das weiß ich, auch ohne Forscher zu sein und dass man von Graumullen angeblich oder tatsächlich irgendetwas auf den Menschen ableiten könnte, kann mir auch keiner erzählen. Nicht nur mir nicht, sondern wirklich jedem, den ich auf das Thema angesprochen habe. Jeder fand den Gedanken an diesen Versuch einfach nur pervers und fragt sich, wie auch ich, was dieser Schwachsinn soll.

Wie kann es sein, dass überhaupt darüber nachgedacht wird solche widerlichen Versuche in Deutschland zu erlauben, geschweige denn, dass sie tatsächlich genehmigt werden. Ich verstehe es nicht…

Katrin Haas

 

 

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18.01.2018 Lasset uns töten!

Es sieht so aus, als käme sie wie gerufen, die afrikanische Schweinepest.

Die langweilige Schonzeit für Schwarzwild wird aufgehoben.

Jetzt haben die Jäger das Recht, nein die Pflicht, unsere hiesige Nahrung (die Zuchtschweine) vor dieser Krankheit zu schützen. Und los geht`s.

Was für ein Irrsinn!

Die Gefahr lauert auf Rastplätzen Richtung Osteuropa. Dort werden möglicherweise über infizierte Nahrungsmittel, deren Reste nicht entsorgt werden, sondern einfach liegen bleiben, die angelockten Wildschweine, die dann gerne zugreifen, zu Krankheitsüberträgern. So die Darstellung.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, diese Plätze konsequent sauber zu halten und zu sichern. Würde sehr helfen, ist aber für die Jäger fatal. Das geht natürlich nicht, denn ein bisschen Spaß muss sein!

Darüber hinaus töten wir natürlich auch ohne mit der Wimper zu zucken tausende der Zuchtschweine, wenn in ihrem umliegenden Bezirk auch nur ein infiziertes Wildschwein gefunden wird. Das Schlimmste kommt aber noch. Namhafte Wissenschaftler erklären in den Medien: das hilft alles nichts, die Schweinepest kommt. Wir Menschen selbst sind die Überträger. Es ist alles purer Aktionismus! Aber die armen Wildschweine werden verfolgt, wie die Hexen im Mittelalter.

 

Wie gehen wir eigentlich mit dem Leben um? Sollten wir uns nicht mal fragen was mit uns los ist. Haben wir jedes Maß verloren? Könnten wir uns mal bitte weiter entwickeln???

Tiere um die ganze Welt schippern, Globalisierung, billiges Fleisch für alle.....

Das geht nicht gut. Das kommt uns teuer zu stehen. Das ist so unanständig, wie gefährlich.

Die afrikanische Schweinepest ist für uns Menschen nicht gefährlich.

Aber die Verantwortung für die Tiermassaker tragen  wir, sonst Niemand.

Ihre

Monika Piasetzky

 

 

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11.01.18 Das neue Jugendtierschutzzentrum!

Der 9. Januar 2018 war ein bedeutender Tag für den Tierschutzverein. Die alte Schäferei in Düsseldorf Hellerhof wurde dem Verein übereignet. Dort entsteht mit der Hilfe der ehemaligen Eigentümerin ein Tierschutzhof, der gleichzeitig als] Begegnungsstätte für Düsseldorfer Schulkinder und sogenannten „Nutztieren“ geplant ist.

Das alles im Rahmen unseres Projektes TiNa,  das heißt „Tier- und Naturschutz im Unterricht“.

Das Jugendtierschutzprogramm ist ein neuer, wichtiger Bestandteil des  Bildungsangebotes, welches der Tierschutzverein den Schulen in unserer Stadt anbietet.

Es dient dazu, den Tierschutz in den Unterricht zu bringen. Damit die Kinder und Jugendlichen ein gutes und durch Kenntnisse fundiertes Verhältnis zu Tier-Natur und Umwelt erlernen.

Diese Themen werden immer stärker  von der Gesellschaft gefordert und müssen professionell behandelt werden.

Der Anfang ist gemacht. Wir krempeln die Ärmel hoch und stellen uns der Aufgabe. In zeitlichen Abständen berichten wir an dieser Stelle über die Fortschritte.

Sie dürfen gespannt bleiben.

Herzlichst

Ihre

Monika Piasetzky

 

 

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04.01.18 Mitteilungen über unsere Homepage 2018

Liebe Besucher dieser Seite,

für das Interesse an unserer Website bedanke ich mich bei Ihnen sehr herzlich. Im Jahr 2017 haben insgesamt 393.552 mal Besucher diesen Weg zu uns beschritten. Das ist ein großer Erfolg.

Wir werden dieses Medium weiterhin nutzen um über unseren Tierschutz im Tierheim und überhaupt in unserer Stadt zu berichten. Außerdem, wie bisher, die neuesten Informationen, die wir zum Thema Tierschutz haben an Sie weitergeben.

Für mich selbst und auch für einige meine Mitstreiter plane ich in Zukunft, wöchentlich an dieser Stelle kritische Anmerkungen zu machen, zu allem was im Umgang mit den Tieren nicht in Ordnung ist. Ich fürchte, uns gehen die Themen nicht aus.

Obwohl mich das Leid der Tiere in jedem Augenblick meines Lebens begleitet, gehöre ich nicht zu denen, die dafür alle Mitmenschen hassen. Nein, dafür habe ich schon zu viele wunderbare Menschen kennen und schätzen gelernt. Es gibt sie, die mit dem großen Herzen, dem Mitgefühl und der Liebe zum Tier. Dafür bin ich dankbar.

Es ist mir ein ernstes Anliegen, Sie für die Sorgen und Nöte der Tiere aufzurütteln und Ihre Hilfe und Ihren Beistand zu erbitten, ja einzufordern.

Ich verspreche dafür, selbst alles in meiner Macht stehende zu tun, möglichst viel Not zu lindern.

Lassen Sie uns zusammen Alarm schlagen, wann immer es notwendig ist.

Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr 2018.

Herzlichst

Ihre

Monika Piasetzky